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AS 2002 3846

Bundesgesetz über den Konsumkredit

Bundesgesetz über den Konsumkredit (KKG)

vom 23. März 2001

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, gestützt auf die Artikel 97 und 122 der Bundesverfassung1, nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 14. Dezember 19982, beschliesst:

1. Abschnitt: Begriffe

Art. 1 Konsumkreditvertrag

1 Der Konsumkreditvertrag ist ein Vertrag, durch den eine kreditgebende Person

(Kreditgeberin) einer Konsumentin oder einem Konsumenten einen Kredit in Form eines Zahlungsaufschubs, eines Darlehens oder einer ähnlichen Finanzierungshilfe gewährt oder zu gewähren verspricht.

2 Als Konsumkreditverträge gelten auch:

a. Leasingverträge über bewegliche, dem privaten Gebrauch des Leasingneh- mers dienende Sachen, die vorsehen, dass die vereinbarten Leasingraten er- höht werden, falls der Leasingvertrag vorzeitig aufgelöst wird; b. Kredit- und Kundenkarten sowie Überziehungskredite, wenn sie mit einer Kreditoption verbunden sind; als Kreditoption gilt die Möglichkeit, den Sal- do einer Kredit- oder Kundenkarte in Raten zu begleichen.

Art. 2 Kreditgeberin Als Kreditgeberin gilt jede natürliche oder juristische Person, die gewerbsmässig Konsumkredite gewährt.

Art. 3 Konsumentin oder Konsument Als Konsumentin oder Konsument gilt jede natürliche Person, die einen Konsum- kreditvertrag zu einem Zweck abschliesst, der nicht ihrer beruflichen oder gewerb- lichen Tätigkeit zugerechnet werden kann.

SR 221.214.1

3846 2001-0555

Bundesgesetz über den Konsumkredit AS 2002

Art. 4 Kreditvermittlerin Als Kreditvermittlerin gilt jede natürliche oder juristische Person, die gewerbs- mässig Konsumkreditverträge vermittelt.

Art. 5 Gesamtkosten des Kredits für die Konsumentin oder den Konsumenten Als Gesamtkosten des Kredits für die Konsumentin oder den Konsumenten gelten sämtliche Kosten, einschliesslich der Zinsen und sonstigen Kosten, welche die Kon- sumentin oder der Konsument für den Kredit zu bezahlen hat.

Art. 6 Effektiver Jahreszins Der effektive Jahreszins drückt die Gesamtkosten des Kredits für die Konsumentin oder den Konsumenten in Jahresprozenten des gewährten Kredits aus.

2. Abschnitt: Geltungsbereich

Art. 7 Ausschluss

1 Dieses Gesetz gilt nicht für:

a. Kreditverträge oder Kreditversprechen, die direkt oder indirekt grundpfand- gesichert sind; b. Kreditverträge oder Kreditversprechen, die durch hinterlegte bankübliche Sicherheiten oder durch ausreichende Vermögenswerte, welche die Konsu- mentin oder der Konsument bei der Kreditgeberin hält, gedeckt sind; c. Kredite, die zins- und gebührenfrei gewährt oder zur Verfügung gestellt wer- den; d. Kreditverträge, nach denen keine Zinsen in Rechnung gestellt werden, so- fern die Konsumentin oder der Konsument sich bereit erklärt, den Kredit auf einmal zurückzuzahlen; e. Verträge über Kredite von weniger als 500 Franken oder mehr als 80 000 Fran- ken; f. Kreditverträge, nach denen die Konsumentin oder der Konsument den Kre- dit entweder innert höchstens drei Monaten oder in nicht mehr als vier Raten innert höchstens zwölf Monaten zurückzahlen muss; g. Verträge über die fortgesetzte Erbringung von Dienstleistungen oder Leis- tungen von Versorgungsbetrieben, nach denen die Konsumentin oder der Konsument berechtigt ist, während der Dauer der Erbringung Teilzahlungen zu leisten.

2 Der Bundesrat kann die Beträge gemäss Absatz 1 Buchstabe e den veränderten

Verhältnissen anpassen.

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Bundesgesetz über den Konsumkredit AS 2002

Art. 8 Einschränkung 1 Leasingverträge im Sinne von Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe a unterstehen nur den Artikeln 11, 13–16, 17 Absatz 3, 18 Absätze 2 und 3, 19–21, 26, 29, 31–35, 37 und 38.

2 Konti für Kredit- und Kundenkarten mit Kreditoption sowie Überziehungskredite

auf laufendem Konto unterstehen nur den Artikeln 12–16, 17 Absätze 1 und 2, 18 Absätze 1 und 3, 19–21, 27, 30–35, 37 und 38.

3. Abschnitt: Form und Inhalt des Vertrags

Art. 9 Barkredite

1 Konsumkreditverträge sind schriftlich abzuschliessen; die Konsumentin oder der

Konsument erhält eine Kopie des Vertrags.

2 Der Vertrag muss angeben:

a. den Nettobetrag des Kredits; b. den effektiven Jahreszins oder, wenn dies nicht möglich ist, den Jahreszins und die bei Vertragsschluss in Rechnung gestellten Kosten; c. die Bedingungen, unter denen der Zinssatz und die Kosten nach Buchstabe b geändert werden können; d. die Elemente der Gesamtkosten des Kredits, die für die Berechnung des effektiven Jahreszinses nicht berücksichtigt worden sind (Art. 34), mit Aus- nahme der bei Nichterfüllung der vertraglichen Verpflichtungen entstehen- den Kosten; ist der genaue Betrag dieser Kostenelemente bekannt, so ist er anzugeben; andernfalls ist, soweit möglich, entweder eine Berechnungs- methode oder eine realistische Schätzung aufzuführen; e. die allfällige Höchstgrenze des Kreditbetrags; f. die Rückzahlungsmodalitäten, insbesondere den Betrag, die Anzahl und die zeitlichen Abstände oder den Zeitpunkt der Zahlungen, welche die Konsu- mentin oder der Konsument zur Tilgung des Kredits und zur Entrichtung der Zinsen und sonstigen Kosten vornehmen muss, sowie, wenn möglich, den Gesamtbetrag dieser Zahlungen; g. dass die Konsumentin oder der Konsument bei vorzeitiger Rückzahlung Anspruch auf Erlass der Zinsen und auf eine angemessene Ermässigung der Kosten hat, die auf die nicht beanspruchte Kreditdauer entfallen; h. das Widerrufsrecht und die Widerrufsfrist (Art. 16); i. die allfällig verlangten Sicherheiten; j. den pfändbaren Teil des Einkommens, der der Kreditfähigkeitsprüfung zu Grunde gelegt worden ist (Art. 28 Abs. 2 und 3); Einzelheiten können in einem vom Konsumkreditvertrag getrennten Schriftstück festgehalten werden; dieses bildet einen integrierenden Bestandteil des Vertrags.

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Bundesgesetz über den Konsumkredit AS 2002

Art. 10 Verträge zur Finanzierung des Erwerbs von Waren oder Dienstleistungen Dient der Kreditvertrag der Finanzierung des Erwerbs von Waren oder Dienstleis- tungen, so muss er auch folgende Angaben enthalten: a. die Beschreibung der Waren oder Dienstleistungen; b. den Barzahlungspreis und den Preis, der im Rahmen des Kreditvertrags zu bezahlen ist; c. die Höhe der allfälligen Anzahlung, die Anzahl, die Höhe und die Fälligkeit der Teilzahlungen oder das Verfahren, nach dem diese Elemente bestimmt werden können, falls sie bei Vertragsschluss noch nicht bekannt sind; d. den Namen der Eigentümerin oder des Eigentümers der Waren, falls das Eigentum daran nicht unmittelbar auf die Konsumentin oder den Konsu- menten übergeht, und die Bedingungen, unter denen die Ware in das Eigentum der Konsumentin oder des Konsumenten übergeht; e. den Hinweis auf die allfällig verlangte Versicherung und, falls die Wahl des Versicherers nicht der Konsumentin oder dem Konsumenten überlassen ist, die Versicherungskosten.

Art. 11 Leasingverträge

1 Leasingverträgesind schriftlich abzuschliessen; der Leasingnehmer erhält eine

Kopie des Vertrags.

2 Der Vertrag muss angeben:

a. die Beschreibung der Leasingsache und ihren Barkaufpreis im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses; b. die Anzahl, die Höhe und die Fälligkeit der Leasingraten; c. die Höhe einer allfälligen Kaution; d. den Hinweis auf die allfällig verlangte Versicherung und, falls die Wahl des Ver- sicherers nicht dem Leasingnehmer überlassen ist, die Versicherungskosten; e. den effektiven Jahreszins; f. den Hinweis auf das Widerrufsrecht und die Widerrufsfrist; g. eine nach anerkannten Grundsätzen erstellte Tabelle, aus der hervorgeht, was der Leasingnehmer bei einer vorzeitigen Beendigung des Leasingver- trags zusätzlich zu den bereits entrichteten Leasingraten zu bezahlen hat und welchen Restwert die Leasingsache zu diesem Zeitpunkt hat; h. die Elemente, die der Kreditfähigkeitsprüfung zu Grunde gelegt worden sind (Art. 29 Abs. 2); Einzelheiten können in einem vom Leasingvertrag getrenn- ten Schriftstück festgehalten werden; dieses bildet einen integrierenden Bestandteil des Vertrags.

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Bundesgesetz über den Konsumkredit AS 2002

Art. 12 Überziehungskredit auf laufendem Konto oder Kredit- und Kundenkartenkonto mit Kreditoption 1 Verträge, mit denen eine Kreditgeberin einen Kredit in Form eines Überziehungs- kredits auf laufendem Konto oder auf einem Kredit- und Kundenkartenkonto mit Kreditoption gewährt, sind schriftlich abzuschliessen; die Konsumentin oder der Konsument erhält eine Kopie des Vertrags.

2 Der Vertrag muss angeben:

a. die Höchstgrenze des Kreditbetrags; b. den Jahreszins und die bei Vertragsabschluss in Rechnung gestellten Kosten sowie die Bedingungen, unter denen diese geändert werden können; c. die Modalitäten einer Beendigung des Vertrags; d. die Elemente, die der Kreditfähigkeitsprüfung zu Grunde gelegt worden sind (Art. 30 Abs. 1); Einzelheiten können in einem vom Kredit- oder Kunden- kartenvertrag getrennten Schriftstück festgehalten werden; dieses bildet einen integrierenden Bestandteil des Vertrags.

3 Während der Vertragsdauer ist die Konsumentin oder der Konsument über jede

Änderung des Jahreszinses oder der in Rechnung gestellten Kosten unverzüglich zu informieren; diese Information kann in Form eines Kontoauszugs erfolgen.

4 Wird eine Kontoüberziehung stillschweigend akzeptiert und das Konto länger als

drei Monate überzogen, so ist die Konsumentin oder der Konsument zu informieren über: a. den Jahreszins und die in Rechnung gestellten Kosten; b. alle diesbezüglichen Änderungen.

Art. 13 Zustimmung des gesetzlichen Vertreters

1 Ist die Konsumentin oder der Konsument minderjährig, so bedarf der Konsumkre-

ditvertrag zu seiner Gültigkeit der schriftlichen Zustimmung der gesetzlichen Vertre- terin oder des gesetzlichen Vertreters.

2 Die Zustimmung ist spätestens abzugeben, wenn die Konsumentin oder der Kon-

sument den Vertrag unterzeichnet.

Art. 14 Höchstzinssatz Der Bundesrat legt den höchstens zulässigen Zinssatz nach Artikel 9 Absatz 2 Buch- stabe b fest. Er berücksichtigt dabei die von der Nationalbank ermittelten, für die Refinanzierung des Konsumkreditgeschäftes massgeblichen Zinssätze. Der Höchst- zinssatz soll in der Regel 15 Prozent nicht überschreiten.

Art. 15 Nichtigkeit 1 Die Nichteinhaltung der Artikel 9–11, 12 Absätze 1, 2 und 4 Buchstabe a, 13 und

14 bewirkt die Nichtigkeit des Konsumkreditvertrags.

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Bundesgesetz über den Konsumkredit AS 2002

2 Ist der Konsumkreditvertrag nichtig, so hat die Konsumentin oder der Konsument

die bereits empfangene oder beanspruchte Kreditsumme bis zum Ablauf der Kredit- dauer zurückzuzahlen, schuldet aber weder Zinsen noch Kosten.

3 Die Kreditsumme ist in gleich hohen Teilzahlungen zurückzuzahlen. Wenn der

Vertrag keine längeren Zeitabstände vorsieht, liegen die Teilzahlungen jeweils einen Monat auseinander.

4 Bei einem Leasingvertrag hat die Konsumentin oder der Konsument den ihr oder

ihm überlassenen Gegenstand zurückzugeben und die Raten zu zahlen, die bis zu diesem Zeitpunkt geschuldet sind. Ein damit nicht abgedeckter Wertverlust geht zu Lasten der Leasinggeberin.

Art. 16 Widerrufsrecht

1 Die Konsumentin oder der Konsument kann den Antrag zum Vertragsabschluss

oder die Annahmeerklärung innerhalb von sieben Tagen schriftlich widerrufen. Kein Widerrufsrecht besteht im Falle von Artikel 12 Absatz 4. 2 Die Widerrufsfrist beginnt zu laufen, sobald die Konsumentin oder der Konsument nach den Artikeln 9 Absatz 1, 11 Absatz 1 oder 12 Absatz 1 eine Kopie des Vertrags erhalten hat. Die Frist ist eingehalten, wenn die Widerrufserklärung am siebenten Tag der Post übergeben wird. 3 Ist das Darlehen bereits vor dem Widerruf des Vertrags ausbezahlt worden, so gilt Artikel 15 Absätze 2 und 3. Im Falle eines Abzahlungskaufs, einer auf Kredit bean- spruchten Dienstleistung oder eines Leasingvertrags gilt Artikel 40f des Obligatio- nenrechts3.

4. Abschnitt: Rechte und Pflichten der Parteien

Art. 17 Vorzeitige Rückzahlung

1 Die Konsumentin oder der Konsument kann die Pflichten aus dem Konsumkredit-

vertrag vorzeitig erfüllen. 2 In diesem Fall besteht ein Anspruch auf Erlass der Zinsen und auf eine angemes- sene Ermässigung der Kosten, die auf die nicht beanspruchte Kreditdauer entfallen.

3 Der Leasingnehmer kann mit einer Frist von mindestens 30 Tagen auf Ende einer

dreimonatigen Leasingdauer kündigen. Der Anspruch des Leasinggebers auf Ent- schädigung richtet sich nach der Tabelle gemäss Artikel 11 Absatz 2 Buchstabe g.

Art. 18 Verzug

1 Die Kreditgeberin kann vom Vertrag zurücktreten, wenn Teilzahlungen ausstehend

sind, die mindestens 10 Prozent des Nettobetrags des Kredits beziehungsweise des Barzahlungspreises ausmachen.

3 SR 220

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Bundesgesetz über den Konsumkredit AS 2002

2 Der Leasinggeber kann vom Vertrag zurücktreten, wenn Teilzahlungen ausstehend

sind, die mehr als drei monatlich geschuldete Leasingraten ausmachen.

3 Der Verzugszins darf den für den Konsumkredit oder Leasingvertrag vereinbarten

Zinssatz (Art. 9 Abs. 2 Bst. b) nicht übersteigen.

Art. 19 Einreden Die Konsumentin oder der Konsument hat das unabdingbare Recht, die Einreden aus dem Konsumkreditvertrag gegenüber jedem Abtretungsgläubiger geltend zu machen.

Art. 20 Zahlung und Sicherheit in Form von Wechseln

1 Die Kreditgeberin darf weder Zahlungen in Form von Wechseln, einschliesslich

Eigenwechseln, noch Sicherheiten in Form von Wechseln, einschliesslich Eigen- wechseln und Checks, annehmen.

2 Ist ein Wechsel oder ein Check entgegen Absatz 1 angenommen worden, so kann

ihn die Konsumentin oder der Konsument jederzeit von der Kreditgeberin zurück- verlangen.

3 Die Kreditgeberin haftet für den Schaden, welcher der Konsumentin oder dem

Konsumenten aus der Begebung des Wechsels oder Checks entstanden ist.

Art. 21 Mangelhafte Erfüllung des Erwerbsvertrags

1 Wer im Hinblick auf den Erwerb von Waren oder Dienstleistungen einen Kon-

sumkreditvertrag mit einer anderen Person als dem Lieferanten abschliesst, kann gegenüber der Kreditgeberin alle Rechte geltend machen, die ihm gegenüber dem Lieferanten zustehen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: a. Zwischen der Kreditgeberin und dem Lieferanten besteht eine Abmachung, wonach Kredite an Kunden dieses Lieferanten ausschliesslich von der Kre- ditgeberin gewährt werden. b. Die Konsumentin oder der Konsument erhält den Kredit im Rahmen dieser Abmachung. c. Die unter den Konsumkreditvertrag fallenden Waren oder Dienstleistungen werden nicht oder nur teilweise geliefert oder entsprechen nicht dem Liefer- vertrag. d. Die Konsumentin oder der Konsument hat die Rechte gegenüber dem Liefe- ranten erfolglos geltend gemacht. e. Der Betrag des betreffenden Einzelgeschäfts liegt über 500 Franken.

2 Der Bundesrat kann den Betrag gemäss Absatz 1 Buchstabe e den veränderten

Verhältnissen anpassen.

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Bundesgesetz über den Konsumkredit AS 2002

5. Abschnitt: Kreditfähigkeit

Art. 22 Grundsatz Die Kreditfähigkeitsprüfung bezweckt die Vermeidung einer Überschuldung der Konsumentin oder des Konsumenten infolge eines Konsumkreditvertrags.

Art. 23 Informationsstelle für Konsumkredit 1 Die Kreditgeberinnen gründen eine Informationsstelle für Konsumkredit (Informa- tionsstelle). Diese gemeinsame Einrichtung bearbeitet die Daten, die im Rahmen der Artikel 25–27 anfallen.

2 Die Statuten der Informationsstelle müssen vom zuständigen Departement4 geneh-

migt werden. Sie regeln insbesondere: a. die Verantwortung für die Datenbearbeitung; b. die Kategorien der zu erfassenden Daten sowie deren Aufbewahrungsdauer, Archivierung und Löschung; c. die Zugriffs- und Bearbeitungsberechtigungen; d. die Zusammenarbeit mit beteiligten Dritten; e. die Datensicherheit.

3 Die Informationsstelle gilt als Bundesorgan im Sinne von Artikel 3 Buchstabe h

des Bundesgesetzes vom 19. Juni 19925 über den Datenschutz. Der Bundesrat erlässt die Vollzugsbestimmungen.

4 Vorbehältlich der Zuständigkeit gemäss Bundesgesetz vom 19. Juni 1992 über den

Datenschutz untersteht die Informationsstelle der Aufsicht des Departements.

5 Der Bundesrat kann den Kreditgeberinnen eine Frist setzen, binnen der die

gemeinsame Einrichtung errichtet sein muss. Kommt die Gründung der gemein- samen Einrichtung nicht zu Stande oder wird diese später aufgelöst, so richtet der Bundesrat die Informationsstelle ein.

Art. 24 Datenzugang

1 Zugang zu den von der Informationsstelle gesammelten Daten haben ausschliess-

lich die diesem Gesetz unterstellten Kreditgeberinnen, soweit sie die Daten zur Erfüllung ihrer Pflichten nach diesem Gesetz benötigen. 2 Im Einzelfall haben auch die von den Kantonen bezeichneten und unterstützten In- stitutionen der Schuldensanierung Zugang, sofern der Schuldner zustimmt.

Art. 25 Meldepflicht

1 Die Kreditgeberin muss der Informationsstelle den von ihr gewährten Konsumkre-

dit melden.

4 Zurzeit Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement

5 SR 235.1

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Bundesgesetz über den Konsumkredit AS 2002

2 Sie muss der Informationsstelle auch melden, wenn Teilzahlungen ausstehend

sind, die mindestens 10 Prozent des Nettobetrags des Kredits beziehungsweise des Barzahlungspreises ausmachen (Art. 18 Abs. 1).

3 Die Informationsstelle bestimmt in ihren Statuten oder einem darauf gestützten

Reglement das Nähere zu Inhalt, Form und Zeitpunkt der Meldung.

Art. 26 Meldepflicht bei Leasing

1 Bei einem Leasingvertrag meldet die Kreditgeberin der Informationsstelle:

a. die Höhe der Leasingverpflichtung; b. die Vertragsdauer; c. die monatlichen Leasingraten.

2 Sie muss der Informationsstelle auch melden, wenn drei Leasingraten ausstehen.

Art. 27 Meldepflicht bei Kredit- und Kundenkartenkonti

1 Hat die Konsumentin oder der Konsument dreimal hintereinander von der Kredit-

option Gebrauch gemacht, so ist der ausstehende Betrag der Informationsstelle zu melden. Keine Pflicht zur Meldung besteht, wenn der ausstehende Betrag unter

3000 Franken liegt.

2 Der Bundesrat wird ermächtigt, die in Absatz 1 genannte Meldelimite von

3000 Franken mittels Verordnung periodisch der Entwicklung des schweizerischen

Indexes der Konsumentenpreise anzupassen.

Art. 28 Prüfung der Kreditfähigkeit 1 Die Kreditgeberin muss vor Vertragsabschluss nach Artikel 31 die Kreditfähigkeit der Konsumentin oder des Konsumenten prüfen.

2 Die Konsumentin oder der Konsument gilt dann als kreditfähig, wenn sie oder er

den Konsumkredit zurückzahlen kann, ohne den nicht pfändbaren Teil des Ein- kommens nach Artikel 93 Absatz 1 des Bundesgesetzes vom 11. April 18896 über Schuldbetreibung und Konkurs beanspruchen zu müssen.

3 Der pfändbare Teil des Einkommens wird nach den Richtlinien über die Berech-

nung des Existenzminimums des Wohnsitzkantons der Konsumentin oder des Kon- sumenten ermittelt. Bei der Ermittlung zu berücksichtigen sind in jedem Fall: a. der tatsächlich geschuldete Mietzins; b. die nach Quellensteuertabelle geschuldeten Steuern; c. Verpflichtungen, die bei der Informationsstelle gemeldet sind. 4 Bei der Beurteilung der Kreditfähigkeit muss von einer Amortisation des Konsum- kredits innerhalb von 36 Monaten ausgegangen werden, selbst wenn vertraglich eine

6 SR 281.1

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längere Laufzeit vereinbart worden ist. Dies gilt auch für frühere Konsumkredite, soweit diese noch nicht zurückbezahlt worden sind.

Art. 29 Prüfung der Kreditfähigkeit des Leasingnehmers 1 Der Leasinggeber muss vor Vertragsabschluss die Kreditfähigkeit des Leasingneh- mers prüfen. 2 Die Kreditfähigkeit ist zu bejahen, wenn der Leasingnehmer die Leasingraten ohne Beanspruchung des nicht pfändbaren Teils des Einkommens nach Artikel 28 Absät- ze 2 und 3 finanzieren kann oder wenn Vermögenswerte, die dem Leasingnehmer gehören, die Zahlung der Leasingraten sicherstellen.

Art. 30 Prüfung der Kreditfähigkeit bei Kredit- und Kundenkartenkonti

1 Räumt die Kreditgeberin oder das Kreditkartenunternehmen im Rahmen eines

Kredit- oder Kundenkartenkontos mit Kreditoption oder eines Überziehungskredits auf laufendem Konto eine Kreditlimite ein, so prüfen sie zuvor summarisch die Kre- ditfähigkeit der Antragstellerin oder des Antragstellers. Sie stützen sich dabei auf deren oder dessen Angaben über die Vermögens- und Einkommensverhältnisse. Die Kreditlimite muss den Einkommens- und Vermögensverhältnissen der Konsumen- tin oder des Konsumenten Rechnung tragen. Dabei sind die bei der Informations- stelle vermeldeten Konsumkredite zu berücksichtigen.

2 Die Kreditfähigkeitsprüfung nach Absatz 1 ist zu wiederholen, wenn der Kredit-

geber oder das Kreditkartenunternehmen über Informationen verfügt, wonach sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der Konsumentin oder des Konsumenten ver- schlechtert haben.

Art. 31 Bedeutung der Angaben der Konsumentin oder des Konsumenten

1 Die Kreditgeberin darf sich auf die Angaben der Konsumentin oder des Konsu-

menten zu den finanziellen Verhältnissen (Art. 28 Abs. 2 und 3) oder zu den wirt- schaftlichen Verhältnissen (Art. 29 Abs. 2 und 30 Abs. 1) verlassen.

2 Vorbehalten bleiben Angaben, die offensichtlich unrichtig sind oder denjenigen

der Informationsstelle widersprechen.

3 Zweifelt die Kreditgeberin an der Richtigkeit der Angaben der Konsumentin oder

des Konsumenten, so muss sie deren Richtigkeit anhand einschlägiger amtlicher oder privater Dokumente wie des Auszugs aus dem Betreibungsregister oder eines Lohnausweises überprüfen.

Art. 32 Sanktion

1 Verstösst die Kreditgeberin in schwerwiegender Weise gegen die Artikel 28, 29

oder 30, so verliert sie die von ihr gewährte Kreditsumme samt Zinsen und Kosten. Die Konsumentin oder der Konsument kann bereits erbrachte Leistungen nach den Regeln über die ungerechtfertigte Bereicherung zurückfordern.

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2 Verstösst die Kreditgeberin gegen Artikel 25, 26 oder 27 Absatz 1 oder in gering- fügiger Weise gegen die Artikel 28, 29 oder 30, so verliert sie nur die Zinsen und die Kosten.

6. Abschnitt: Berechnung des effektiven Jahreszinses

Art. 33 Zeitpunkt und Berechnungsmethode 1 Der effektive Jahreszins ist beim Abschluss des Konsumkreditvertrags nach der im Anhang 1 aufgeführten mathematischen Formel zu berechnen.

2 Die Berechnung beruht auf der Annahme, dass der Kreditvertrag für die verein-

barte Dauer gültig bleibt und dass die Parteien ihren Verpflichtungen zu den verein- barten Terminen nachkommen. 3 Lässt der Kreditvertrag eine Anpassung der Zinsen oder anderer Kosten zu, die in die Berechnung einzubeziehen sind, jedoch zu deren Zeitpunkt nicht beziffert wer- den können, so beruht die Berechnung auf der Annahme, dass der ursprüngliche Zinssatz und die ursprünglichen anderen Kosten bis zum Ende des Kreditvertrags unverändert bleiben.

4 Bei Leasingverträgen wird der effektive Jahreszins auf der Grundlage des Bar-

kaufspreises der Leasingsache bei Vertragsabschluss (Kalkulationsbasis) und bei Vertragsende (Restwert) sowie der einzelnen Tilgungszahlungen (Leasingraten) berechnet.

Art. 34 Massgebende Kosten 1 Für die Berechnung des effektiven Jahreszinses sind die Gesamtkosten des Kredits für die Konsumentin oder den Konsumenten im Sinne von Artikel 5, einschliesslich des Kaufpreises, massgebend.

2 Nicht zu berücksichtigen sind:

a. die Kosten, welche die Konsumentin oder der Konsument bei Nichterfüllung einer im Vertrag aufgeführten Verpflichtung bezahlen muss; b. die Kosten, welche die Konsumentin oder der Konsument durch den Erwerb von Waren oder Dienstleistungen unabhängig davon zu tragen hat, ob es sich um ein Bar- oder um ein Kreditgeschäft handelt; c. die Mitgliederbeiträge für Vereine oder Gruppen, die aus anderen als den im Kreditvertrag vereinbarten Gründen entstehen.

3 Die Überweisungskosten sowie Kosten für die Führung eines Kontos, das für die

Kreditrückzahlung sowie für die Zahlung der Zinsen oder anderer Kosten dienen soll, sind nur dann zu berücksichtigen, wenn die Konsumentin oder der Konsument nicht über eine angemessene Wahlfreiheit in diesem Bereich verfügt und sie unge- wöhnlich hoch sind. In die Berechnung einzubeziehen sind jedoch die Inkassokos- ten dieser Rückzahlungen oder Zahlungen, unabhängig davon, ob sie in bar oder in anderer Weise erhoben werden.

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4 Die Kosten für Versicherungen und Sicherheiten sind so weit zu berücksichtigen, als sie: a. die Kreditgeberin für die Kreditgewährung zwingend vorschreibt; und b. der Kreditgeberin bei Tod, Invalidität, Krankheit oder Arbeitslosigkeit der Konsumentin oder des Konsumenten die Rückzahlung eines Betrags sicher- stellen sollen, der gleich hoch oder geringer ist als der Gesamtbetrag des Kredits, einschliesslich Zinsen und anderer Kosten.

7. Abschnitt: Kreditvermittlung

Art. 35 1 Die Konsumentin oder der Konsument schuldet der Kreditvermittlerin für die Ver- mittlung eines Konsumkredits keine Entschädigung.

2 Die Aufwendungen der Kreditgeberin für die Kreditvermittlung bilden Teil der

Gesamtkosten (Art. 5 und 34 Abs. 1); sie dürfen dem Konsumenten oder der Konsu- mentin nicht gesondert in Rechnung gestellt werden.

8. Abschnitt: Werbung

Art. 36 Die Werbung für Konsumkredite richtet sich nach dem Bundesgesetz vom 19. De- zember 19867 gegen den unlauteren Wettbewerb.

9. Abschnitt: Zwingendes Recht

Art. 37 Von den Bestimmungen dieses Gesetzes darf nicht zu Ungunsten der Konsumentin oder des Konsumenten abgewichen werden.

10. Abschnitt: Zuständigkeiten

Art. 38 Verhältnis zum kantonalen Recht Der Bund regelt die Konsumkreditverträge abschliessend.

7 SR 241

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Art. 39 Bewilligungspflicht

1 Die Kantone müssen die Gewährung und die Vermittlung von Konsumkrediten

einer Bewilligungspflicht unterstellen. 2 Zuständig für die Erteilung der Bewilligung ist der Kanton, in dem die Kreditge- berin oder die Kreditvermittlerin ihren Sitz hat. Hat die Kreditgeberin oder die Kre- ditvermittlerin ihren Sitz nicht in der Schweiz, so ist der Kanton für die Erteilung der Bewilligung zuständig, auf dessen Gebiet die Kreditgeberin oder die Kreditver- mittlerin hauptsächlich tätig zu werden gedenkt. Die von einem Kanton erteilte Bewilligung gilt für die ganze Schweiz. 3 Keine Bewilligung nach Absatz 2 ist erforderlich, wenn die Kreditgeberin oder die Kreditvermittlerin: a. dem Bankengesetz vom 8. November 19348 untersteht; b. Konsumkredite zur Finanzierung des Erwerbs ihrer Waren oder der Bean- spruchung ihrer Dienstleistungen gewährt oder vermittelt.

Art. 40 Bewilligungsvoraussetzungen

1 Die Bewilligung ist zu erteilen, wenn der Gesuchsteller:

a. zuverlässig ist und in geordneten Vermögensverhältnissen lebt; b. die allgemeinen kaufmännischen und fachlichen Kenntnisse und Fertigkeiten besitzt, die zur Ausübung der Tätigkeit erforderlich sind; c. über eine ausreichende Berufshaftpflichtversicherung verfügt. 2 Gesellschaften und juristischen Personen wird die Bewilligung nur erteilt, wenn alle Mitglieder der Geschäftsleitung die in Absatz 1 Buchstabe b erwähnten Kennt- nisse und Fertigkeiten besitzen.

3 Der Bundesrat regelt in einer Verordnung das Nähere zu den Bewilligungsvoraus-

setzungen nach Absatz 2.

11. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 41 Aufhebung und Änderung bisherigen Rechts Die Aufhebung und die Änderung bisherigen Rechts werden im Anhang 2 geregelt.

Art. 42 Referendum und Inkrafttreten

1 Dieses Gesetz untersteht dem fakultativen Referendum.

2 Der Bundesrat bestimmt das Inkrafttreten.

8 SR 952.0

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Nationalrat, 23. März 2001 Ständerat, 23. März 2001 Der Präsident: Peter Hess Die Präsidentin: Françoise Saudan Der Protokollführer: Ueli Anliker Der Sekretär: Christoph Lanz

Ablauf der Referendumsfrist und Inkraftsetzung 1 Die Referendumsfrist für dieses Gesetz ist am 12. Juli 2001 unbenützt abgelaufen.9

2 Es wird, mit Ausnahme von Absatz 3, auf den 1. Januar 2003 in Kraft gesetzt.

3 Die Artikel 39 und 40 werden auf den 1. Januar 2004 in Kraft gesetzt.

6. November 2002 Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Der Bundespräsident: Kaspar Villiger Die Bundeskanzlerin: Annemarie Huber-Hotz

9 BBl 2001 1344

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Bundesgesetz über den Konsumkredit AS 2002

Anhang 1 (Art. 33)

Formel zur Berechnung des effektiven Jahreszinses

Die in der Formel verwendeten Buchstaben und Symbole haben folgende Bedeu- tung: K laufende Nummer eines Kredits, K’ laufende Nummer einer Tilgungszahlung oder einer Zahlung von Kosten, AK Betrag des Kredits mit der Nummer K, A’K’ Betrag der Tilgungszahlung oder der Zahlung von Kosten mit der Nummer K’, Summationszeichen, m laufende Nummer des letzten Kredits, m’ laufende Nummer der letzten Tilgungszahlung oder der letzten Zahlung von Kosten, tK in Jahren oder Jahresbruchteilen ausgedrückter Zeitabstand zwischen dem Zeitpunkt der Kreditvergabe mit der Nummer 1 und den Zeitpunk- ten der späteren Kredite mit der Nummer 2 bis m, t K’ in Jahren oder Jahresbruchteilen ausgedrückter Zeitabstand zwischen dem Zeitpunkt der Kreditvergabe mit der Nummer 1 und den Zeitpunk- ten der Tilgungszahlung oder Zahlungen von Kosten mit der Nummer 1 bis m’, i effektiver Zinssatz, der entweder algebraisch oder durch schrittweise Annäherungen oder durch ein Computerprogramm errechnet werden kann, wenn die sonstigen Gleichungsgrössen aus dem Vertrag oder auf andere Weise bekannt sind.

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Anhang 2 (Art. 41)

Aufhebung und Änderung bisherigen Rechts

I Das Bundesgesetz vom 8. Oktober 199310 über den Konsumkredit wird aufgehoben.

II Die nachstehenden Bundesgesetze werden wie folgt geändert:

1. Obligationenrecht11

Art. 162 Abs. 2 Aufgehoben

Art. 226a–226d und 226f–226m Aufgehoben

Art. 227a Abs. 2 Ziff. 7

2 Der Vorauszahlungsvertrag ist nur gültig, wenn er in schriftlicher

Form abgeschlossen wird und folgende Angaben enthält:

7. das Recht des Käufers, innert sieben Tagen den Verzicht auf

den Vertragsabschluss zu erklären;

Art. 227c Abs. 2 und 3

2 Aufgehoben

3 Hat der Käufer mehrere Sachen gekauft oder sich das Recht zur

Auswahl vorbehalten, so ist er befugt, die Ware in Teillieferungen abzurufen, es sei denn, es handle sich um eine Sachgesamtheit. Ist nicht der ganze Kaufpreis beglichen worden, so kann der Verkäufer nur dann zu Teillieferungen verpflichtet werden, wenn ihm 10 Prozent der Restforderung als Sicherheit verbleiben.

Art. 227h Abs. 2 und 4

2 Tritt der Verkäufer von einem Vertrag zurück, dessen Dauer höchs-

tens ein Jahr beträgt, so kann er vom Käufer nur einen angemessenen

10 AS 1994 367 11 SR 220

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Bundesgesetz über den Konsumkredit AS 2002

Kapitalzins sowie Ersatz für eine seit Vertragsabschluss eingetretene Wertverminderung der Kaufsache beanspruchen. Eine allfällige Kon- ventionalstrafe darf 10 Prozent des Barkaufpreises nicht übersteigen.

4 Ist jedoch die Kaufsache schon geliefert worden, so ist jeder Teil

verpflichtet, die empfangenen Leistungen zurückzuerstatten. Der Ver- käufer hat überdies Anspruch auf einen angemessenen Mietzins und eine Entschädigung für ausserordentliche Abnützung der Sache. Er kann jedoch nicht mehr fordern, als er bei der rechtzeitigen Erfüllung des Vertrages erhielte.

Art. 228

6. Anwendung Folgende für den Konsumkreditvertrag geltenden Bestimmungen des

des Konsum- kreditgesetzes Bundesgesetzes vom 23. März 200112 über den Konsumkredit gelten auch für den Vorauszahlungsvertrag: a. Artikel 13 (Zustimmung des gesetzlichen Vertreters); b. Artikel 16 (Widerrufsrecht); c. Artikel 19 (Einreden); d. Artikel 20 (Zahlung und Sicherheit in Form von Wechseln); e. Artikel 21 (Mangelhafte Erfüllung des Erwerbsvertrags).

2. Bundesgesetz vom 19. Dezember 198613 gegen den unlauteren Wettbewerb

Art. 3 Bst. k–n Unlauter handelt insbesondere, wer: k. es bei öffentlichen Auskündigungen über einen Konsumkredit unterlässt, seine Firma eindeutig zu bezeichnen oder den Nettobetrag des Kredits, die Gesamtkosten des Kredits und den effektiven Jahreszins deutlich anzugeben; l. es bei öffentlichen Auskündigungen über einen Konsumkredit zur Finanzie- rung von Waren oder Dienstleistungen unterlässt, seine Firma eindeutig zu be- zeichnen oder den Barzahlungspreis, den Preis, der im Rahmen des Kredit- vertrags zu bezahlen ist, und den effektiven Jahreszins deutlich anzugeben; m. im Rahmen einer geschäftlichen Tätigkeit einen Konsumkreditvertrag oder einen Vorauszahlungskauf anbietet oder abschliesst und dabei Vertragsfor- mulare verwendet, die unvollständige oder unrichtige Angaben über den Gegenstand des Vertrags, den Preis, die Zahlungsbedingungen, die Vertrags- dauer, das Widerrufs- oder Kündigungsrecht des Kunden oder über sein Recht zu vorzeitiger Bezahlung der Restschuld enthalten; n. es bei öffentlichen Auskündigungen über einen Konsumkredit (Bst. k) oder über einen Konsumkredit zur Finanzierung von Waren oder Dienstleistun-

12 SR 221.214.1; AS 2002 3846 13 SR 241

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Bundesgesetz über den Konsumkredit AS 2002

gen (Bst. l) unterlässt, darauf hinzuweisen, dass die Kreditvergabe verboten ist, falls sie zur Überschuldung der Konsumentin oder des Konsumenten führt.

Art. 4 Bst. d Unlauter handelt insbesondere, wer: d. einen Käufer oder Kreditnehmer, der einen Vorauszahlungskauf oder einen Konsumkreditvertrag abgeschlossen hat, veranlasst, den Vertrag zu wider- rufen, oder wer einen Käufer, der einen Vorauszahlungskauf abgeschlossen hat, veranlasst, diesen zu kündigen, um selber mit ihm einen solchen Vertrag abzuschliessen.

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