AS 2011 5649
Verordnung des EDI über die Verzeichnisse der Betäubungsmittel, psychotropen Stoffe, Vorläuferstoffe und Hilfschemikalien (Betäubungsmittelverzeichnisverordnung, BetmVV-EDI)
Verordnung des EDI über die Verzeichnisse der Betäubungsmittel, psychotropen Stoffe, Vorläuferstoffe und Hilfschemikalien (Betäubungsmittelverzeichnisverordnung, BetmVV-EDI)
Änderung vom 21. November 2011
Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) verordnet:
I Anhang 6 der Betäubungsmittelverzeichnisverordnung vom 30. Mai 20111 erhält die neue Fassung gemäss Beilage.
II Diese Änderung tritt am 1. Dezember 2011 in Kraft.2
21. November 2011 Eidgenössisches Departement des Innern: Didier Burkhalter
1 SR 812.121.11
2 Diese Änderung wurde am 30. Nov. 2011 vorerst im ausserordentlichen Verfahren
veröffentlicht (Art. 7 Abs. 3 PublG; SR 170.512).
2011-2269 5649
Betäubungsmittelverzeichnisverordnung AS 2011
Anhang 6 (Art. 2 Abs. 2)
Verzeichnis e: Rohmaterialien und Erzeugnisse mit vermuteter betäubungsmittelähnlicher Wirkung
Nummer Bezeichnung
1 Cathinone
Jede Substanz (ausgenommen Bupropion, Cathinon, Amfepramon, Pyrova- leron oder kontrollierte Substanzen der Verzeichnisse a, b, d, f und g), deren Struktur abgeleitet wird von 2-Amino-1-phenyl-1-propanon durch Modifi- kation auf eine der folgenden Arten: – durch Substitution im Phenylring mit Alkyl-, Alkoxy-, Alkylendioxy-, Halogenalkyl- oder Halogenid-Substituenten in irgendeinem Ausmass, unabhängig davon, ob diese im Phenylring durch einen oder mehrere an- dere univalente Substituenten weiter substituiert werden; – durch Substitution an der Position 3 mit einem Alkyl-Substituenten; – durch Substitution am Stickstoffatom mit Alkyl- oder Dialkylgruppen oder durch Einschluss des Stickstoffatoms in eine zyklische Struktur. Cathinone sind von der Kontrolle nach den Kapiteln 5 und 6 der Verordnung über die Betäubungsmittelkontrolle vom 25. Mai 20113 ausgenommen, wenn sie von Unternehmen mit einer Betriebsbewilligung für den Umgang mit kontrollierten Substanzen des Verzeichnisses e industriell eingesetzt werden. Für Substanzmengen bis zu 100 g benötigen diese Unternehmen keine Ein- oder Ausfuhrbewilligung.
2 Naphthylpyrovalerone
Jede Substanz (ausgenommen kontrollierte Substanzen der Verzeichnisse a, b, d, f und g), deren Struktur abgeleitet wird von 2-Aminopropan-1-on durch Substitution an der Position 1 mit irgendeinem monozyklischen oder kon- densierten polyzyklischen Ringsystem (ausgenommen einem Phenylring oder einem Alkylendioxyphenyl-Ringsystem), unabhängig davon, ob die Verbindung durch eine der folgenden Arten modifiziert wird: – durch Substitution im Ringsystem mit Alkyl-, Alkoxy-, Halogenalkyl- oder Halogenid-Substituenten in irgendeinem Ausmass, unabhängig da- von, ob diese im Ringsystem durch einen oder mehrere andere univalente Substituenten weiter substituiert werden; – durch Substitution an der Position 3 mit einem Alkyl-Substituenten; – durch Substitution am 2-Amino-Stickstoffatom mit Alkyl- oder Dialkylgruppen oder durch Einschluss des 2-Amino-Stickstoffatoms in eine zyklische Struktur.
3 SR 812.121.1
Betäubungsmittelverzeichnisverordnung AS 2011
Nummer Bezeichnung
Naphthylpyrovalerone sind von der Kontrolle nach den Kapiteln 5 und 6 der Verordnung über die Betäubungsmittelkontrolle vom 25. Mai 2011 ausge- nommen, wenn sie von Unternehmen mit einer Betriebsbewilligung für den Umgang mit kontrollierten Substanzen des Verzeichnisses e industriell eingesetzt werden. Für Substanzmengen bis zu 100 g benötigen diese Unter- nehmen keine Ein- oder Ausfuhrbewilligung.
3 Naphthoylindole und Naphthylmethylindole
Jede Substanz (ausgenommen kontrollierte Substanzen der Verzeichnisse a, b, d, f und g), deren Struktur abgeleitet wird von 3-(1-Naphthoyl)indol oder 1H-Indol-3-yl-(1-naphthyl)methan durch Substitution am Stickstoffatom des Indolrings mit Alkyl-, Alkenyl-, Cycloalkylmethyl-, Cycloalkylethyl- oder 2-(4-Morpholinyl)ethyl-Substituenten in irgendeinem Ausmass, unabhängig von weiteren Substitutionen am Indolring in irgendeinem Ausmass oder von weiteren Substitutionen am Naphthylring in irgendeinem Ausmass. Naphthoylindole und Naphthylmethylindole sind von der Kontrolle nach den Kapiteln 5 und 6 der Verordnung über die Betäubungsmittelkontrolle vom 25. Mai 2011 ausgenommen, wenn sie von Unternehmen mit einer Betriebsbewilligung für den Umgang mit kontrollierten Substanzen des Verzeichnisses e industriell eingesetzt werden. Für Substanzmengen bis zu
100 g benötigen diese Unternehmen keine Ein- oder Ausfuhrbewilligung.
4 Naphthoylpyrrole
Jede Substanz (ausgenommen kontrollierte Substanzen der Verzeichnisse a, b, d, f und g), deren Struktur abgeleitet wird von 3-(1-Naphthoyl)pyrrol durch Substitution am Stickstoffatom des Pyrrolrings mit Alkyl-, Alkenyl-, Cycloalkylmethyl-, Cycloalkylethyl- oder 2-(4-Morpholinyl)ethyl- Substituenten, unabhängig von weiteren Substitutionen am Pyrrolring in irgendeinem Ausmass oder von weiteren Substitutionen am Naphthylring in irgendeinem Ausmass. Naphthoylpyrrole sind von der Kontrolle nach den Kapiteln 5 und 6 der Verordnung über die Betäubungsmittelkontrolle vom 25. Mai 2011 ausge- nommen, wenn sie von Unternehmen mit einer Betriebsbewilligung für den Umgang mit kontrollierten Substanzen des Verzeichnisses e industriell eingesetzt werden. Für Substanzmengen bis zu 100 g benötigen diese Unter- nehmen keine Ein- oder Ausfuhrbewilligung.
5 Naphthylmethylindene
Jede Substanz (ausgenommen kontrollierte Substanzen der Verzeichnisse a, b, d, f und g), deren Struktur abgeleitet wird von 1-(1-Naphthylmethyl)inden durch Substitution an der Position 3 des Indenrings mit Alkyl-, Alkenyl-, Cycloalkylmethyl-, Cycloalkylethyl- oder 2-(4-Morpholinyl)ethyl- Substituenten, unabhängig von weiteren Substitutionen am Indenring in irgendeinem Ausmass oder von weiteren Substitutionen am Naphthylring in irgendeinem Ausmass.
Betäubungsmittelverzeichnisverordnung AS 2011
Nummer Bezeichnung
Naphthylmethylindene sind von der Kontrolle nach den Kapiteln 5 und 6 der Verordnung über die Betäubungsmittelkontrolle vom 25. Mai 2011 ausge- nommen, wenn sie von Unternehmen mit einer Betriebsbewilligung für den Umgang mit kontrollierten Substanzen des Verzeichnisses e industriell eingesetzt werden. Für Substanzmengen bis zu 100 g benötigen diese Unter- nehmen keine Ein- oder Ausfuhrbewilligung.
6 Phenyacetylindole
Jede Substanz (ausgenommen kontrollierte Substanzen der Verzeichnisse a, b, d, f und g), deren Struktur abgeleitet wird von 3-Phenylacetylindol durch Substitution am Stickstoffatom des Indolrings mit Alkyl-, Alkenyl-, Cyclo- alkylmethyl-, Cycloalkylethyl- oder 2-(4-Morpholinyl)ethyl-Substituenten, unabhängig von weiteren Substitutionen am Indolring in irgendeinem Aus- mass oder von weiteren Substitutionen am Phenylring in irgendeinem Aus- mass. Phenyacetylindole sind von der Kontrolle nach den Kapiteln 5 und 6 der Verordnung über die Betäubungsmittelkontrolle vom 25. Mai 2011 ausge- nommen, wenn sie von Unternehmen mit einer Betriebsbewilligung für den Umgang mit kontrollierten Substanzen des Verzeichnisses e industriell eingesetzt werden. Für Substanzmengen bis zu 100 g benötigen diese Unter- nehmen keine Ein- oder Ausfuhrbewilligung.
7 Cyclohexylphenole
Jede Substanz (ausgenommen kontrollierte Substanzen der Verzeichnisse a, b, d, f und g), deren Struktur abgeleitet wird von 2-(3-Hydroxycyclohexyl) phenol durch Substitution an der Position 5 des Phenolrings mit Alkyl-, Alkenyl-, Cycloalkylmethyl-, Cycloalkylethyl- oder 2-(4-Morpholinyl)ethyl- Substituenten, unabhängig von weiteren Substitutionen am Cyclohexylring in irgendeinem Ausmass. Cyclohexylphenole sind von der Kontrolle nach den Kapiteln 5 und 6 der Verordnung über die Betäubungsmittelkontrolle vom 25. Mai 2011 ausge- nommen, wenn sie von Unternehmen mit einer Betriebsbewilligung für den Umgang mit kontrollierten Substanzen des Verzeichnisses e industriell eingesetzt werden. Für Substanzmengen bis zu 100 g benötigen diese Unter- nehmen keine Ein- oder Ausfuhrbewilligung. 2,5-Dimethoxy-4-ethylphenethylamin 2-(2,5-Dimethoxy-4-ethylphenyl)ethanamin 2,5-Dimethoxy-4-methylphenethylamin 2-(2,5-Dimethoxy-4-methylphenyl)ethanamin 2,5-Dimethoxy-4-propylphenethylamin 2-(2,5-Dimethoxy-4-propylphenyl)ethanamin
Betäubungsmittelverzeichnisverordnung AS 2011
Nummer Bezeichnung
11 3,4-DHA 3,4-Dihydroxyamphetamin (alpha-Methyldopamin) 4-(2-Aminopropyl)benzol-1,2-diol 12 2-FA 2-Fluoramphetamin 1-(2-Fluorphenyl)propan-2-amin 13 3-FA 3-Fluoramphetamin 1-(3-Fluorphenyl)propan-2-amin 14 2-FMA 2-Fluormethamphetamin 1-(2-Fluorphenyl)-N-methylpropan-2-amin 15 3-FMA 3-Fluormethamphetamin 1-(3-Fluorphenyl)-N-methylpropan-2-amin 16 4-FMA 4-Fluormethamphetamin 1-(4-Fluorphenyl)-N-methylpropan-2-amin
17 Ethcathinon
2-Ethylamino-1-phenyl-propan-1-on
18 Buphedron
2-(Methylamino)-1-phenylbutan-1-on 19 4-MEC 4-Methylethcathinon 2-Ethylamino-1-(4-methylphenyl)propan-1-on 20 3,4-DMMC 3,4-Dimethylmethcathinon 1-(3,4-Dimethylphenyl)-2-(methylamino)propan-1-on 21 2-FMC 2-Fluormethcathinon 1-(2-Fluorphenyl)-2-(methylamino)propan-1-on 22 3-FMC 3-Fluormethcathinon 1-(3-Fluorphenyl)-2-(methylamino)propan-1-on 23 4-FMC 4-Fluormethcathinon (Flephedron) 1-(4-Fluorphenyl)-2-(methylamino)propan-1-on
Betäubungsmittelverzeichnisverordnung AS 2011
Nummer Bezeichnung
24 Ethylon
bk-MDEA 3,4-methylenedioxy-N-ethylcathinone
25 Pentylon
bk-MBDP 1-(1,3-benzodioxol-5-yl)-2-(methylamino)pentan-1-one
26 4-Methylbuphedron
4-MeMABP 2-(Methylamino)-1-(4-methylphenyl)butan-1-on
27 Pyrrolidinopropiophenon
alpha-PPP 1-Phenyl-2-(1-pyrrolidinyl)-1-propanon
28 Pyrrolidinobutiophenon
alpha-PBP 1-Phenyl-2-(1-pyrrolidinyl)-1-butanon
29 α-Pyrrolidinopentiophenon
alpha-PVP 1-Phenyl-2-(1-pyrrolidinyl)-1-pentanon
30 Methylendioxypyrrolidinobutiophenon
MDPBP 1-(3,4-Methylenedioxyphenyl)-2-(1-pyrrolidinyl)-1-butanon
31 Naphyron
O-2482 1-Naphthalen-2-yl-2-pyrrolidin-1-ylpentan-1-on
32 N-Benzyl-3,4-methylendioxycathinon
33 2-Benzylamino-1-(3,4-methylendioxyphenyl)-butan-1-on
34 Methyl-pyrrolidinopropiophenon
4-methyl-alpha-pyrrolidinopropiophenon 35 JWH-015 (2-Methyl-1-propyl-1H-indol-3-yl)-1-naphthalenylmethanon 36 JWH-051 6,6-Dimethyl-3-(2-methyloctan-2-yl)-6a,7,10,10a- tetrahydrobenzo[c]chromen-9-yl)methanol 37 JWH-081 4-Methoxynaphthalen- 1-yl- (1-pentylindol- 3-yl)methanon 38 JWH-122 3-[(4-Methylnaphthalen-1-yl)carbonyl]-1-pentyl-1H-indol
Betäubungsmittelverzeichnisverordnung AS 2011
Nummer Bezeichnung
39 JWH-133 3-(1,1-Dimethylbutyl)-6a,7,10,10a-tetrahydro -6,6,9-trimethyl- dibenzo[b,d]pyran 40 JWH-200 (1-(2-Morpholin-4-ylethyl)indol-3-yl)-naphthalen-1-ylmethanon 41 JWH-203 2-(2-Chlorophenyl)-1-(1-pentylindol-3-yl)ethanon 42 JWH-210 4-Ethylnaphthalen-1-yl-(1-pentylindol-3-yl)methanon 43 JWH-307 (5-(2-Fluorphenyl)-1-pentylpyrrol-3-yl)-naphthalen-1-ylmethanon 44 RCS-4 1-pentyl-3-(4-methoxybenzoyl)indol 2-(4-Methoxyphenyl)-1-(1-pentyl-indol-3-yl)methanon 45 AM-694 1-[(5-Fluorpentyl)-indol-3-yl]-(2-iodophenyl)methanon 46 AM-2201 1-[(5-Fluorpentyl)-indol-3-yl]-(naphthalen-1-yl)methanon 47 RCS-8 1-(2-Cyclohexylethyl)-3-(2-methoxyphenylacetyl)indol
48 Methylendioxyaminoindan
MDAI 5,6-methylenedioxy-2-aminoindan
49 5-Iodaminoindan
5-IAI 5-iodo-2-aminoindan
50 2-Aminoindan
2-AI 2-aminoindan
51 5-(2-Aminopropyl)benzofuran
5-APB
52 6-(2-Aminopropyl)benzofuran
6-APB
53 p-FPP
Parafluorphenylpiperazin 1-(4-Fluorphenyl)piperazin
Betäubungsmittelverzeichnisverordnung AS 2011
Nummer Bezeichnung
54 m-FPP
Metafluorphenylpiperazin 1-(3-Fluorphenyl)piperazin
55 o-FPP
Orthofluorphenylpiperazin 1-(2-Fluorphenyl)piperazin
56 Methiopropamin
MPA 1-(Thiophen-2-yl)-2-methylaminopropan
57 Methoxetamin
MXE 2-(Ethylamino)-2-(3-methoxyphenyl)cyclohexan-1-on
58 Diphenylprolinol
Diphenyl(pyrrolidin-2-yl)methanol
59 6,7-Methylenedioxy-aminotetralin
MDAT 5,6,7,8-Tetrahydrobenzo[f][1,3]benzodioxol-7-amin