Strafzumessungsrichtlinien
Strafzumessungsrichtlinien strukturieren richterliches Ermessen bei Strafen; Verbindlichkeit und Ausgestaltung variieren stark.
Strafzumessungsrichtlinien sind Regeln oder Rahmen, die Gleichmässigkeit bei Wahl und Höhe der Strafe fördern sollen. Manche Rechtsordnungen verwenden detaillierte Raster oder Regelstrafbereiche; andere stützen sich auf gesetzliche Kriterien und richterliche Begründung. In der Schweiz wird die Strafzumessung durch Grundsätze wie Schuld, Verhältnismässigkeit, Prävention, persönliche Verhältnisse und den gesetzlichen Strafrahmen geleitet, nicht durch ein umfassendes Raster nach common-law-Vorbild. Rechtsvergleichend stehen Transparenz, Gleichbehandlung und Vorhersehbarkeit im Spannungsverhältnis zur individualisierten Gerechtigkeit.