Diese Verordnung regelt
- die allgemeinen Anforderungen, die ein Spital erfüllen muss, um auf der Spitalliste des Kantons aufgeführt zu sein,
- das Verfahren zum Erlass der nach Leistungsaufträgen in Kategorien gegliederten Spitalliste.
331.215
gestützt auf die §§ 7 und 29 des Spitalgesetzes (SpiG) vom 25. Februar 2003[1],
Diese Verordnung regelt
Ein Leistungsauftrag ist eine auf die Versorgungsplanung gemäss Art. 58b der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) vom 27. Juni 1995[2] in Verbindung mit Art. 39 Abs. 2ter des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) vom 18. März 1994[3] abgestützte, bedarfsorientierte Sicherung des Angebots einer Einrichtung auf der Spitalliste gemäss Art. 58b Abs. 3 KVV. Bei der Erteilung ist die Wirtschaftlichkeit und Qualität der Leistungserbringung zwingend zu beachten. Die Erteilung kann zudem an Bedingungen und Auflagen geknüpft werden. Namentlich kann festgehalten werden, welche Leistungen in der Regel nicht stationär erbracht werden sollen oder ob Mindestfallzahlen erreicht werden müssen.
Die Leistungsaufträge werden pro Spitalstandort vergeben. Jeder Spitalstandort muss über eine Betriebsbewilligung als Spital des Standortkantons verfügen. *
Sie müssen zudem die folgenden allgemeinen Anforderungen erfüllen:
Die einzelnen Anforderungen gemäss Absatz 2 können in den Bewerbungsunterlagen spezifiziert oder mit einer Übergangsfrist von maximal drei Jahren verknüpft werden.
Im Rahmen einer neuen Spitalplanung sind Kantone zu einer Stellungnahme einzuladen,
Werden allfällige im Rahmen einer solchen Stellungnahme gestellte Anträge nicht berücksichtigt, ist dies schriftlich zu begründen.
Bei Aufnahme von ausserkantonalen Spitälern auf die Spitalliste erfolgt die Erteilung der Leistungsaufträge unter Koordination mit den Standortkantonen.
Das Bewerbungsverfahren orientiert sich an den Grundsätzen der Gleichbehandlung, der Transparenz und des Wettbewerbs.
Es untersteht nicht dem öffentlichen Beschaffungsrecht, insbesondere nicht dem Submissionsdekret (SubmD) vom 26. November 1996[5].
Das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) sorgt für die Publikation der Verfahrenseröffnung im Amtsblatt des Kantons Aargau.
Das DGS erstellt im Rahmen der eidgenössischen und kantonalen Vorgaben die detaillierten Grundlagen für das Bewerbungsverfahren.
Diese enthalten
Bewerbungen sind dem DGS schriftlich, vollständig und fristgerecht einzureichen.
Für die Ausarbeitung der Bewerbung wird keine Vergütung ausgerichtet.
Alle Bewerbungen sind bis nach Ablauf der Bewerbungsfrist verschlossen aufzubewahren.
Die Bewerbungen werden durch mindestens zwei Beauftragte des DGS geöffnet. Sie erstellen und unterzeichnen ein Öffnungsprotokoll, das jedes sich bewerbende Spital einsehen kann.
Verspätet eingereichte Bewerbungen werden im weiteren Verfahren nicht berücksichtigt.
Das DGS prüft die eingegangenen Bewerbungen in formeller und materieller Hinsicht und nimmt bei Bedarf zusätzliche Abklärungen vor.
Von Bewerbern eingereichte Daten, insbesondere über die Anzahl Fälle in einer Leistungsgruppe, werden nur berücksichtigt, wenn sie den Vorgaben in den Bewerbungsunterlagen entsprechen.
Das DGS stellt dem Regierungsrat Antrag auf Erlass der Spitalliste.
Die Erteilung beziehungsweise Nichterteilung von Leistungsaufträgen gemäss § 1a Abs. 1 erfolgt durch Verfügung. *
Beim Erlass der Spitalliste beziehungsweise bei der Vergabe der Leistungsaufträge sind insbesondere zu berücksichtigen:
Ausnahmsweise können Leistungsaufträge auch Spitälern erteilt werden, die nicht sämtliche Anforderungen gemäss § 2 Abs. 2 und der Bewerbungsunterlagen erfüllen.
Ein Spital, das als versorgungsrelevant erachtet wird, sich aber nicht von sich aus beworben hat, kann vom DGS nachträglich zu einer Bewerbung eingeladen werden. *
Die Spitalliste und deren Änderungen sind im Amtsblatt des Kantons Aargau zu publizieren. Die Publikation kann auf die Verteilung der Leistungsgruppen pro Spital beschränkt werden.
Die Leistungsaufträge gelten in der Regel für vier Jahre.
Spitäler, die einen Leistungsauftrag erhalten haben, können unter Einhaltung einer Frist von mindestens neun Monaten und mit Zustimmung des Regierungsrats von der Erfüllung des Leistungsauftrags jeweils auf Ende Jahr ganz oder teilweise entbunden werden. Die Zustimmung kann erteilt werden, wenn die Versorgung der Kantonsbevölkerung gleichwohl sichergestellt ist oder das Spital einen gleichwertigen Ersatz verbindlich anzubieten vermag. *
Der Regierungsrat entscheidet über die ganze oder teilweise Entbindung vom Leistungsauftrag. Er trifft die zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit notwendigen Anordnungen.
Spitäler dürfen die ihnen erteilten Leistungsaufträge weder an Dritte übertragen noch durch diese ganz oder teilweise erfüllen lassen.
Das DGS trifft geeignete Massnahmen, wenn sich die für die Erteilung von Leistungsaufträgen massgebenden Verhältnisse geändert haben.
Spitäler mit einem Leistungsauftrag sind verpflichtet, das DGS ohne Verzug über eine Änderung der massgebenden Verhältnisse zu informieren.
Die Versorgungsplanung wird vom DGS periodisch überprüft. *
Spitäler, die sich neu oder mit einem geänderten Leistungsauftrag für die Spitalliste bewerben wollen, haben dies dem DGS mit hinreichender Begründung jeweils bis 31. März zu melden. Die Meldung hat den Anforderungen an die Bewerbungsunterlagen gemäss § 4 Abs. 2 zu entsprechen. *
Der Regierungsrat entscheidet aufgrund der Evaluationsergebnisse oder der eingegangenen neuen Bewerbungen, ob ein vollständiges, ein eingeschränktes oder gar kein Bewerbungsverfahren durchgeführt wird. *
Eine Aktualisierung der Spitalliste ohne Bewerbungsverfahren ist bei kleineren Anpassungen an den laufenden Leistungsaufträgen in formaler Hinsicht möglich. Diese betreffen namentlich den Nachvollzug von IVHSM-Entscheiden, den Nachvollzug von Kataloganpassungen der CHOP und ICD in den Leistungsgruppen-Definitionen (sofern die Leistungsaufträge der Spitäler nicht betroffen sind), den Nachvollzug von formellen Änderungen (beispielsweise Namenswechsel der Trägerschaft) sowie die Korrektur von Fehlern. Die Zuständigkeit dafür liegt beim DGS. *
Diese Verordnung tritt am 1. Mai 2013 in Kraft.
Regierungsrat Aargau
Landammann
Hochuli
Staatsschreiber
Grünenfelder
| Beschluss | Inkrafttreten | Element | Änderung | AGS Fundstelle |
|---|---|---|---|---|
| 06.03.2013 | 01.05.2013 | Erlass | Erstfassung | 2013/2-04 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 1a | eingefügt | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 2 Abs. 1 | geändert | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 2 Abs. 2, lit. a) | geändert | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 2 Abs. 2, lit. b) | geändert | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 2 Abs. 2, lit. c) | geändert | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 2 Abs. 2, lit. d) | aufgehoben | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 2 Abs. 2, lit. e) | aufgehoben | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 2 Abs. 2, lit. h) | aufgehoben | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 2 Abs. 2, lit. k) | geändert | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 2 Abs. 2, lit. l) | aufgehoben | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 2 Abs. 2, lit. m) | eingefügt | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 2 Abs. 2, lit. n) | eingefügt | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 2 Abs. 2, lit. o) | eingefügt | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 2a | eingefügt | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 4 Abs. 2, lit. b) | geändert | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 4 Abs. 2, lit. e) | geändert | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 7 Abs. 2 | geändert | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 7 Abs. 3, lit. b) | geändert | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 7 Abs. 3, lit. c) | eingefügt | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 7 Abs. 4bis | eingefügt | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 8 Abs. 2 | geändert | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 10 Abs. 1 | geändert | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 10 Abs. 2 | geändert | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 10 Abs. 3 | geändert | 2018/6-10 |
| 12.09.2018 | 01.11.2018 | § 10 Abs. 4 | eingefügt | 2018/6-10 |
| 03.06.2020 | 01.08.2020 | § 2 Abs. 2, lit. a) | geändert | 2020/9-12 |
| Element | Beschluss | Inkrafttreten | Änderung | AGS Fundstelle |
|---|---|---|---|---|
| Erlass | 06.03.2013 | 01.05.2013 | Erstfassung | 2013/2-04 |
| § 1a | 12.09.2018 | 01.11.2018 | eingefügt | 2018/6-10 |
| § 2 Abs. 1 | 12.09.2018 | 01.11.2018 | geändert | 2018/6-10 |
| § 2 Abs. 2, lit. a) | 12.09.2018 | 01.11.2018 | geändert | 2018/6-10 |
| § 2 Abs. 2, lit. a) | 03.06.2020 | 01.08.2020 | geändert | 2020/9-12 |
| § 2 Abs. 2, lit. b) | 12.09.2018 | 01.11.2018 | geändert | 2018/6-10 |
| § 2 Abs. 2, lit. c) | 12.09.2018 | 01.11.2018 | geändert | 2018/6-10 |
| § 2 Abs. 2, lit. d) | 12.09.2018 | 01.11.2018 | aufgehoben | 2018/6-10 |
| § 2 Abs. 2, lit. e) | 12.09.2018 | 01.11.2018 | aufgehoben | 2018/6-10 |
| § 2 Abs. 2, lit. h) | 12.09.2018 | 01.11.2018 | aufgehoben | 2018/6-10 |
| § 2 Abs. 2, lit. k) | 12.09.2018 | 01.11.2018 | geändert | 2018/6-10 |
| § 2 Abs. 2, lit. l) | 12.09.2018 | 01.11.2018 | aufgehoben | 2018/6-10 |
| § 2 Abs. 2, lit. m) | 12.09.2018 | 01.11.2018 | eingefügt | 2018/6-10 |
| § 2 Abs. 2, lit. n) | 12.09.2018 | 01.11.2018 | eingefügt | 2018/6-10 |
| § 2 Abs. 2, lit. o) | 12.09.2018 | 01.11.2018 | eingefügt | 2018/6-10 |
| § 2a | 12.09.2018 | 01.11.2018 | eingefügt | 2018/6-10 |
| § 4 Abs. 2, lit. b) | 12.09.2018 | 01.11.2018 | geändert | 2018/6-10 |
| § 4 Abs. 2, lit. e) | 12.09.2018 | 01.11.2018 | geändert | 2018/6-10 |
| § 7 Abs. 2 | 12.09.2018 | 01.11.2018 | geändert | 2018/6-10 |
| § 7 Abs. 3, lit. b) | 12.09.2018 | 01.11.2018 | geändert | 2018/6-10 |
| § 7 Abs. 3, lit. c) | 12.09.2018 | 01.11.2018 | eingefügt | 2018/6-10 |
| § 7 Abs. 4bis | 12.09.2018 | 01.11.2018 | eingefügt | 2018/6-10 |
| § 8 Abs. 2 | 12.09.2018 | 01.11.2018 | geändert | 2018/6-10 |
| § 10 Abs. 1 | 12.09.2018 | 01.11.2018 | geändert | 2018/6-10 |
| § 10 Abs. 2 | 12.09.2018 | 01.11.2018 | geändert | 2018/6-10 |
| § 10 Abs. 3 | 12.09.2018 | 01.11.2018 | geändert | 2018/6-10 |
| § 10 Abs. 4 | 12.09.2018 | 01.11.2018 | eingefügt | 2018/6-10 |