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730.111

Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über die Enteignung

Vom 18.12.1931 (Stand 01.01.2018)

Präambel

Der Regierungsrat des Kantons Aargau,

in Vollziehung des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1930 über die Enteignung[1] und der Verordnung des Bundesgerichts vom 22. Mai 1931 über die Beurteilung von Schadenersatzansprüchen nach Art. 15 des Enteignungsgesetzes[2],

beschliesst:

Art. 1

Zur Beurteilung von Forderungen auf Ersatz des Schadens, der entsteht: *

1. aus Handlungen zur Vorbereitung eines Unternehmens, für das die Enteignung beansprucht wird, und
2. im Verlaufe des Betriebes von elektrischen Stark- und Schwachstromanlagen infolge von Änderungen und Reparaturen an den elektrischen Leitungen,

ist die Bezirksgerichtspräsidentin beziehungsweise der Bezirksgerichtspräsident, in deren beziehungsweise dessen Bezirk sich die geschädigte Sache oder bei Grenzgrundstücken der überwiegende Teil des vom Schaden betroffenen Abschnittes derselben befindet, als Einzelrichterin beziehungsweise Einzelrichter zuständig.

Die Bezirksgerichtspräsidentin beziehungsweise der Bezirksgerichtspräsident ist befugt, die Bezirksgerichtsschreiberin beziehungsweise den Bezirksgerichtsschreiber zur Protokollführung beizuziehen. *

Art. 2

Das Beschwerdeverfahren gemäss Art. 12 der bundesgerichtlichen Verordnung richtet sich nach dem Zivilprozessrecht. *

Die Erteilung aufschiebender Wirkung gemäss Art. 11 derselben Verordnung ist Sache des Obergerichtspräsidenten.

Art. 3

Zur Verteilung der Entschädigung an die Berechtigten gemäss den Art. 96–100 des Gesetzes sind die Grundbuchämter mit dem Vorbehalte zuständig, dass die Anweisung der Auszahlungen nach den Vorschriften über die Finanzverwaltung (§ 13 der Grossratsverordnung vom 4. Oktober 1915) durch die Staatsbuchhaltung und die Finanzkontrolle erfolgt.

Besondere Weisungen des Departements Finanzen und Ressourcen über die rechnungsmässige Behandlung dieser Geschäfte bleiben vorbehalten. *

Art. 4 *

Als kantonale Depositenanstalt im Sinne von Art. 100 Abs. 3 des Gesetzes gilt die Aargauische Kantonalbank. Das Departement Finanzen und Ressourcen ist ermächtigt, auch andere Geldinstitute zu bezeichnen, bei welchen Depositen gemacht werden dürfen.

Art. 5

Die gegenwärtige Verordnung tritt am 1. Januar 1932 in Kraft und ist in die Gesetzessammlung aufzunehmen.

Egress

Aarau, den 18. Dezember 1931

Im Namen des Regierungsrates

 

Der Landammann

Zaugg

 

Der Staatsschreiber

Dr. W. Heuberger

Bd. 2 S. 451

Änderungstabelle - Nach Beschluss

Beschluss Inkrafttreten Element Änderung AGS Fundstelle
18.12.1931 01.01.1932 Erlass Erstfassung Bd. 2 S. 451
10.08.2005 01.09.2005 § 3 Abs. 2 geändert 2005 S. 428
10.08.2005 01.09.2005 § 4 totalrevidiert 2005 S. 428
27.06.2012 01.01.2013 § 2 Abs. 1 geändert 2012/5-09
27.09.2017 01.01.2018 § 1 Abs. 1 geändert 2017/9-15
27.09.2017 01.01.2018 § 1 Abs. 2 geändert 2017/9-15

Änderungstabelle - Nach Paragraph

Element Beschluss Inkrafttreten Änderung AGS Fundstelle
Erlass 18.12.1931 01.01.1932 Erstfassung Bd. 2 S. 451
§ 1 Abs. 1 27.09.2017 01.01.2018 geändert 2017/9-15
§ 1 Abs. 2 27.09.2017 01.01.2018 geändert 2017/9-15
§ 2 Abs. 1 27.06.2012 01.01.2013 geändert 2012/5-09
§ 3 Abs. 2 10.08.2005 01.09.2005 geändert 2005 S. 428
§ 4 10.08.2005 01.09.2005 totalrevidiert 2005 S. 428