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Verordnung über die Offenhaltung der Versorgungsrouten für Ausnahmetransporte *

Vom 19.12.1972 (Stand 01.01.2008)

Präambel

Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, gestützt auf Artikel 3 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958[1], Artikel 35 und 78 ff. der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962[2] sowie § 18 des Strassengesetzes vom 24. März 1986[3], beschliesst: *

Art. 1 Grundsatz

Die basellandschaftlichen Kantons- und Gemeindestrassen, die zum nachstehend bezeichneten und in Spezialplänen dargestellten Netz der Versorgungsrouten für Ausnahmetransporte von unteilbaren Lasten gehören, sind entsprechend den näheren Bestimmungen dieses Beschlusses auszubauen und in der Regel dauernd offenzuhalten.

Art. 2 Strassentypen und Ausbaugrössen

Das Netz der Versorgungsrouten wird in drei Typen unterteilt mit den nachfolgenden maximalen Ausbaugrössen:

Typ Durchfahrtsbreite Lichte Höhe Gesamtgewicht Achslast
B H G* A
I 6,50 m 5,20 m 480 t 30 t
II 5,00 m 4,80 m 240 t 20 t
III 4,50 m 4,80 m 90 t **

* ohne Zugfahrzeuge. - ** nach dem Bundesgesetz über den Strassenverkehr (SVG) und der Verordnung über die Strassenverkehrsregeln (VRV).

Art. 3 Normalien

Der Ausbau der Versorgungsrouten hat den jeweils gültigen einschlägigen VSS- und SIA-Normalien für Ausnahmetransporte zu entsprechen. Insbesondere gelten auch die technischen Normalien der VSS-Arbeitsgruppe «Ausnahmetransporte».

Art. 4 Versorgungsrouten Typ I (Exportrouten)

Die nachgenannten Strassenstrecken werden als Versorgungsrouten Typ I (Exportrouten) bezeichnet:

  1. Auhafen – Augst – (Rheinfelden)
  2. Auhafen – Pratteln Salinenstrasse – Liestal – Oberer Hauenstein – (Balsthal)
  3. Auhafen – Birsfelden – Redingbrücke – (Basel)
  4. (Basel Dreispitz) – Heiligholz – Münchenstein.

Art. 5 * Versorgungsrouten Typ II

Die nachgenannten Strassenstrecken werden als Versorgungsrouten Typ II bezeichnet:

  1. (Basel, Binningerstrasse / Margarethenstich) - Münchenstein (Emil-Frey-Strasse) - Reinach (Baselstrasse - Hauptstrasse) - Aesch - Grellingen (Tunnel Eggflue darf nicht befahren werden) - Zwingen - Laufen - Liesberg - (Delémont JU)
  2. Binningen - Bottmingen - Oberwil - Therwil - Reinach (Bruggstrasse) - Aesch (Dornacherstrasse - Weidenstrasse) - Unterwerk Widen
  3. Pratteln (Hardstrasse) - Muttenz (Prattelerstrasse - St. Jakobsstrasse - Margelackerstrasse - Münchensteinerstrasse) - Münchenstein (Bruderholzstrasse - Baslerstrasse - Hauptstrasse - Bahnhof - Heiligholzstrasse)
  4. Liestal (Altmarkt) - Lausen (Hauptstrasse - Querverbindungstrasse - Kanalstrasse) - Itingen (Gstaadmattstrasse - Sonnenbergweg - H2 Bergspur) - Sissach[4] (Hauptstrasse[5]) - Thürnen - Diepflingen - Rümlingen - Buckten - Läufelfingen - Unterer Hauenstein
  5. Sissach - Böckten - Gelterkinden (Sissacherstrasse - Ergolzstrasse) - Ormalingen - Unterwerk Maren
  6. (Basel, Breite) - Birsfelden (Hauptstrasse - Rheinfelderstrasse)
  7. Birsfelden (Hauptstrasse / Rheinfelderstrasse - Schulstrasse - Hofstrasse) - Kraftwerk Birsfelden
  8. Muttenz (Rheinfelderstrasse) - Birsfelden (Sternenfeldstrasse) - Birsfelder Hafen
  9. Muttenz (Muttenzerstrasse) - Pratteln (Muttenzerstrasse) - Unterwerk Lachmatt
  10. Therwil (Baslerstrasse / Reinacherstrasse - Fichtenrain) - Unterwerk Froloo
  11. Zwingen (Birsbrücke - Hinterfeldstrasse - Passwangstrasse) - Brislach Unterwerk Mülmet - (Breitenbach SO)

Art. 6 * Versorgungsrouten Typ III

Die nachgenannten Strassenstrecken werden als Versorgungsrouten Typ III bezeichnet:

  1. Reinach (Sundgauerstrasse[6]) - Arlesheim (Sundgauerstrasse - Industriestrasse - Talstrasse- Birseckstrasse) - (Dornach SO)
  2. Lausen (Querverbindungsstrasse) - H2 - Sissach (Kreisel West)
  3. Therwil (Baslerstrasse / Reinacherstrasse - Bahnhofstrasse - Oberwilerstrasse - Ringstrasse) - Unterwerk Hinterberg

Art. 7 Bauten an Versorgungsrouten

Die kantonale Baudirektion (Tiefbauamt) ist von der Projektierung von Bauten und Anlagen, die das vorgeschriebene Lichtraumprofil, die Linienführung, das Längenprofil oder die Tragfähigkeit der Versorgungsrouten beeinträchtigen, frühzeitig zu unterrichten. Diesbezügliche Projektpläne sind der kantonalen Baudirektion zur Vorprüfung zu unterbreiten.

Grundsätzlich ist jede Beeinträchtigung der Versorgungsrouten durch Bauten oder Bauarbeiten untersagt. Ist eine Beeinträchtigung unumgänglich, so ist vor Inangriffnahme der Bauarbeiten durch den Verursacher eine gleichwertige Ersatzroute bereitzustellen, sofern die Beeinträchtigung länger als eine Woche dauert und nicht im Zusammenhang mit dem Ausbau oder dem Unterhalt der Versorgungsroute steht.

Die kantonale Baudirektion kann eine Bewilligung von weiteren Bedingungen abhängig machen.

Art. 8 Aufsicht

Die kantonale Baudirektion (Tiefbauamt) wird mit der Aufsicht über das Versorgungsroutennetz beauftragt. Sie ist befugt, alle Massnahmen zu treffen, die zur Offenhaltung dieser Routen notwendig sind. Sie kann nötigenfalls auf Kosten des unrechtmässig eine Beeinträchtigung Verursachenden zur Ersatzvornahme schreiten.

Art. 9 Ausbau der Versorgungsrouten

Die kantonale Baudirektion erstellt eine Gesamtvorlage für den zweckmässigen Ausbau der Versorgungsrouten.

Art. 10 Benützung der Versorgungsrouten

Zur Durchführung von Ausnahmetransporten dürfen keine andern als die dafür ausgeschiedenen Routen benützt werden. Vorbehalten bleibt die Benützung anderer Strassen, soweit keine Versorgungsrouten zur Verfügung stehen.

Bewilligungen für Ausnahmetransporte auf kantonalen Hochleistungsstrassen (Autostrassen) erlässt die Bau- und Umweltschutzdirektion. Mit der Bewilligung erlässt die Bau- und Umweltschutzdirektion namentlich Auflagen, Bedingungen und Befristungen für die Durchführung solcher Transporte. *

Höhere, als die in § 2 festgelegten Gesamtgewichte sind unzulässig.

Art. 11 Provisorische Versorgungsrouten

Die Baudirektion bestimmt provisorische Routen und legt deren Benützungskriterien fest, solange die Versorgungsrouten nicht definitiv ausgebaut sind.

Art. 13 Bewilligungsverfahren

Das Bewilligungsverfahren für Ausnahmetransporte wird durch diesen Beschluss nicht berührt.

Art. 14 Inkrafttreten

Dieser Beschluss tritt am 1. Januar 1973 in Kraft und ist zu veröffentlichen.

Egress

GS 24.954

Änderungstabelle - Nach Beschlussdatum

Beschlussdatum Inkraft seit Element Wirkung Publiziert mit
19.12.1972 01.01.1973 Erlass Erstfassung GS 24.954
29.03.1976 01.07.1976 § 12 aufgehoben GS 26.65
28.01.1997 01.03.1997 Erlasstitel geändert GS 32.751
22.01.2008 01.01.2008 Ingress geändert GS 36.519
22.01.2008 01.01.2008 § 5 totalrevidiert GS 36.519
22.01.2008 01.01.2008 § 6 totalrevidiert GS 36.519
22.01.2008 01.01.2008 § 10 Abs. 2 geändert GS 36.519

Änderungstabelle - Nach Paragraf

Element Beschlussdatum Inkraft seit Wirkung Publiziert mit
Erlass 19.12.1972 01.01.1973 Erstfassung GS 24.954
Erlasstitel 28.01.1997 01.03.1997 geändert GS 32.751
Ingress 22.01.2008 01.01.2008 geändert GS 36.519
§ 5 22.01.2008 01.01.2008 totalrevidiert GS 36.519
§ 6 22.01.2008 01.01.2008 totalrevidiert GS 36.519
§ 10 Abs. 2 22.01.2008 01.01.2008 geändert GS 36.519
§ 12 29.03.1976 01.07.1976 aufgehoben GS 26.65