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IX D/631/6

Verordnung über die Bienenzucht und die Bienenhaltung *

Vom 23.05.1978 (Stand 01.09.2014)

Präambel

Der Regierungsrat,

gestützt auf das Gesetz vom 1. Mai 1977 über die Bienenzucht und Bienenhaltung[1],    *

verordnet:

Art. 1 Rasse

Im ganzen Kantonsgebiet dürfen nur Bienen der ansässigen Landrasse «dunkle Alpenbiene» (alpis melifica-melifica) gezüchtet und gehalten werden, unabhängig davon, ob es sich um Stand- oder Wandervölker handelt. Die Einfuhr anderer Rassen ist verboten.

Art. 2 Reinzucht

Das Departement Finanzen und Gesundheit (Departement) wird ermächtigt, für Reinzuchtstationen zweckmässige Schutzgebiete festzulegen. Innerhalb der Schutzgebiete dürfen keine anderen Völker stationiert werden.

Art. 3 Abstände, Meldepflicht

Bienenzucht und Bienenhaltung ist nur in genügendem Abstand zu Wohnsiedlungen, Strassen, Wegen, Sportanlagen, Park- und Rastplätzen gestattet. Jegliche unzumutbare Belästigung der Anwohner ist zu vermeiden.

Der Standort von fest stationierten Bienenvölkern ist dem Bieneninspektor zu melden. Dieser orientiert den Wanderobmann über die Standorte.

Art. 4 Wanderimkerei

Unter Wanderimkerei (wandern) wird jedes saisonbedingte örtliche Verschieben von Bienenvölkern oder Bienenkästen verstanden. Jedes Wandern ist bewilligungspflichtig.

Art. 5 Wanderobmann

Das Departement ernennt einen Wanderobmann, der das Wanderwesen im Kanton betreut und die erforderlichen Bewilligungen erteilt.

Art. 6 Wanderbewilligung

Gesuche um Erteilung einer Wanderbewilligung sind mindestens drei Wochen vor Wanderbeginn schriftlich beim Wanderobmann einzureichen. Dieser erteilt die Bewilligung, wenn

  1. die Wandervölker der Landrasse gemäss Artikel 1 angehören,
  2. die Wandervölker gesund sind,
  3. die Wandervölker nicht aus einem gesperrten Gebiet stammen,
  4. die Bewilligung des Grundbesitzers vorliegt, auf dessen Boden die Wandervölker während der Wanderzeit aufgestellt werden,
  5. der vorgesehene Standplatz einen angemessenen Abstand auf bereits ansässige Imker bzw. auf bisher regelmässig benützte Standplätze anderer Wanderimker aufweist, wobei der Wanderobmann die Lage und die Trachtverhältnisse zu berücksichtigen hat.

Der Wanderimker hat dem Wanderobmann für die Erteilung der Bewilligung eine vom Departement festzusetzende Gebühr sowie den Beitrag für die Tierseuchenkasse zu entrichten.

Art. 7 Kennzeichnung

Jeder Wanderstand ist gut sicht- und lesbar, licht- und wasserfest mit folgenden Angaben zu beschriften: Name, Vorname, Wohnadresse, Telefonnummer des Bienenbesitzers, Anzahl der Völker.

Art. 8 Überwinterung

Wandervölker dürfen auf Wanderplätzen nicht überwintert werden, ausgenommen in Obstanlagen.

Die Rückwanderung ist dem Wanderobmann zu melden.

Art. 9 Zuwiderhandlungen

Der Wanderobmann kann bei Verstössen gegen diese Verordnung die Wanderbewilligung entziehen. Der Wanderstandplatz ist in einem solchen Falle unverzüglich zu räumen. *

… *

Im Übrigen wird, wer dieser Verordnung zuwiderhandelt, vom Richter mit Busse bestraft. *

Art. 10 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt auf den 1. Juli 1978 in Kraft. *

Egress

SBE I/5 149

Änderungstabelle - Nach Beschluss

Beschluss Inkrafttreten Element Änderung SBE Fundstelle
23.05.1978 01.07.1978 Erlass Erstfassung SBE I/5 149
28.03.1989 28.06.1989 Art. 9 Abs. 2 aufgehoben SBE IV/1 30
28.03.1989 28.06.1989 Art. 9a eingefügt SBE IV/1 30
22.04.2014 01.09.2014 Erlasstitel geändert SBE 2014 23
22.04.2014 01.09.2014 Ingress geändert SBE 2014 23
22.04.2014 01.09.2014 Art. 9 Abs. 1 geändert SBE 2014 23
22.04.2014 01.09.2014 Art. 9 Abs. 3 geändert SBE 2014 23
22.04.2014 01.09.2014 Art. 9a aufgehoben SBE 2014 23
22.04.2014 01.09.2014 Art. 10 Abs. 1 geändert SBE 2014 23

Änderungstabelle - Nach Artikel

Element Beschluss Inkrafttreten Änderung SBE Fundstelle
Erlass 23.05.1978 01.07.1978 Erstfassung SBE I/5 149
Erlasstitel 22.04.2014 01.09.2014 geändert SBE 2014 23
Ingress 22.04.2014 01.09.2014 geändert SBE 2014 23
Art. 9 Abs. 1 22.04.2014 01.09.2014 geändert SBE 2014 23
Art. 9 Abs. 2 28.03.1989 28.06.1989 aufgehoben SBE IV/1 30
Art. 9 Abs. 3 22.04.2014 01.09.2014 geändert SBE 2014 23
Art. 9a 28.03.1989 28.06.1989 eingefügt SBE IV/1 30
Art. 9a 22.04.2014 01.09.2014 aufgehoben SBE 2014 23
Art. 10 Abs. 1 22.04.2014 01.09.2014 geändert SBE 2014 23