(siehe Ziffern 6.1 und 6.4), gestützt auf RBG genehmigt werden: Ergebnis der Konsultationen Ausgangslage (A) Erläuterungen (E) Richtungsweisende Festlegun- gen/Beschluss (B) Handlungsanweisungen (C) Objekte (D) Kantonaler Richtplan 2018 – Fortschreibung E5 Abbau mineralischer Rohstoffe MRR – Michael Rothen Raumplanung 8 Abb. 2: Fortschreibung Richtplan-Text, Richtplan-Kapitel E5-D, Änderungen in rot (Quelle: GL)
.4 Fortschreibung verbindliche Richtplan-Karte Kein Anpassungserfordernis in der Richtplan-Karte («Deponie», «Abbaugebiet»). Abb. 3: Richtplan-Karte: «Deponie» E4und «Abbaugebiet» E5 (Quelle: Kanton Glarus) FS Kantonaler Richtplan 2018 – Fortschreibung E5 Abbau mineralischer Rohstoffe MRR – Michael Rothen Raumplanung 9
Erläuterungen zur räumlichen Abstimmung
.1 Beschrieb des Vorhabens Die Hartschotterwerke Haltengut AG betreibt südlich der Ortschaft Mollis ein Schot- terwerk für Sand, Kies und Steine samt Aufbereitungsanlagen. Zum Werk gehören die Abbaustellen «Bortwald» (bewilligtes Volumen 1,6 Mio. m3 ) und «Krähberg I» (bewilligtes Volumen 200'000 m3 ). Seit 1999 verfügt das Werk über eine Bewilligung zum Abbau im Gebiet «Bort- wald». Ab Ende 2005 wurde der Abbau im Bortwald und 2014–2017 im Bereich «Krähberg I»4 vorgenommen. Der Abbau im «Krähberg I» wurde 2017 beendet. 2016 wurde ein Gesuch für den Abbau im «Krähberg II» eingereicht. Seit 2017 wird in «Krähberg I» unverschmutzter Aushaub (Typ A) deponiert. Abb. 4: Standort Hartschotterwerke Haltengut AG undAbbaugebiete (Quelle: Schällibaum AG) Die Erweiterung «Krähberg II» bezweckt den Abbau bzw. die Förderung von Fels, Bergsturzmaterial (Gehängeschutt) und Moränekies (rund 140'000 m3 ) sowie ins- besondere auch die kurzfristige Bereitstellung von zusätzlichem Deponievolumen für unverschmutzten Aushub (Typ A; rund 132'000 m3 ). –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Erteilung der Bewilligung im Februar 2013. Die Auffüllung mit sauberem Aushub (Deponie Typ A) ist für «Krähberg I» ebenfalls bewilligt. HartschotterwerkeHaltengut AG Abbau seit 2005 Deponie seit 2017 Erweiterung «Krähberg II» Kantonaler Richtplan 2018 – Fortschreibung E5 Abbau mineralischer Rohstoffe MRR – Michael Rothen Raumplanung 10 Die Erweiterung des Abbau- und Deponiegebiets «Krähberg II» kommt vollständig auf der Parzelle Nr. 8, Grundbuch Mollis, zu liegen. Die Abgrenzung richtet sich nach dem 2016 evaluierten Rodungsperimeter (7‘859 m2 ): Abb. 5: Vorhaben «Krähberg II» in Situationund Schnitt 1 (Quelle: Schällibaum AG) Das Vorhaben «Krähberg II» ist gesamthaft und detailliert im Bericht «Gesuch tem- poräre Umzonung Abbau und Deponie Krähberg II» vom 4. Juli 2017 dokumentiert (siehe Anhang). Als wesentliche Erweiterung des bisherigen Abbaus «Bortwald/Krähberg I» unter- steht das Vorhaben «Krähberg II» der Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-Pflicht5 ; siehe Ziffer 6.3 nachfolgend).
.2 Bedarfsnachweis
.2.1 Mineralische Rohstoffe6 Für hochwertigen Betonkies sind einzig die aufbereiteten Produkte aus dem «Tier- fehd», dem Abbau «Elggis», Netstal, und dem «Haltengut» geeignet. Der Kies von der Entnahmestelle Linthmündung wird in der unteren Linthebene aufbereitet und gelangt aus Schmerikon bzw. Tuggen teils wieder in Glarner Betonwerke. Der Bedarf an Beton im Kanton Glarus wird auf etwa 100‘000 m3 –120‘000 m3 ge- schätzt. Dafür benötigen die Glarner Betonwerke etwa 90'000 m3 –100'000 m3 Be- tonkies. Mit den bestehenden Werken und den vorhandenen Abbaustellen samt Erweiterungen kann diese Menge abgedeckt werden. – Der Abbau konzentriert sich auf Steinbrüche, andere Abbaustellen, Flussentnah- men und dem Recycling von Bauabfällen. In Zukunft dürfte die Menge an Fluss- entnahmen abnehmen, diejenige aus dem Recycling eher zunehmen. Steinbrüche erfordern ein umfangreiches Bewilligungsverfahren und benötigen zum Betrieb und zur Bearbeitung des Materials grosse Investitionen. –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Anlagetyp 80.3 gemäss dem Anhang der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPV)
Grundlage bildet das Abbaukonzept Kanton Glarus vom 1. Mai 2020 Nachfragesituation – Verbrauch an Rohstoffen im Kanton Glarus Grundsätze des Abbaukonzepts: - Lagebeurteilung - Ziele - Konzept Kantonaler Richtplan 2018 – Fortschreibung E5 Abbau mineralischer Rohstoffe MRR – Michael Rothen Raumplanung 11 – Die Abbaustätten im Kanton sollen längerfristig in der Lage sein, die Bauwirt- schaft mit den benötigten Materialien (vor allem Betonkies) zu versorgen. – Die bisherigen Steinbrüche «Elggis» Netstal und «Haltengut» Mollis sollen auch in Zukunft weiterhin mit entsprechenden Erweiterungen betrieben werden kön- nen. Der Steinbruch Matt soll weiterhin betrieben werden können, wenn ein Ab- baukonzept erarbeitet wird und die raumplanerischen Voraussetzungen gegeben sind. Die grosse Bedeutung des Abbaus im Gebiet «Haltengut» ist manifest. Kurz- und mittelfristig ist dieser – im Zusammenhang mit der erforderlichen Erweiterung «Krähberg II» (rund 140'000 m3 ; hinsichtlich funktionalen Zusammenhangs siehe insbesondere nachfolgende Ziffer 6.2.2) – als noch bedeutsamer zu beurteilen. Darüber hinaus bestehen mit dem Abbaugebiet «Bortwald» mittel- bis langfristig gesicherte Kapazitäten zugunsten der diesbezüglichen Versorgungssicherheit.
.2.2 Deponievolumen für unverschmutzte Abfälle7 Die Menge an abzulagerndem Aushub ist abhängig von einzelnen, grossen Bau- vorhaben. In den nächsten Jahren ist bei durchschnittlicher Bautätigkeit mit einem Anfall von ca. 70'000 m3 –90'000 m3 unverschmutzter Aushub (Typ A) zu rechnen. Die steinproduzierenden Betriebe im Kanton Glarus sind für den Verkauf ihrer Ma- terialien auf Gegenfuhren von abzulagerndem Material angewiesen, um auf dem Markt bestehen zu können. Auf diese Weise werden pro Jahr rund 40'000 m3 –
‘000 m3 unverschmutzter Aushub auf Glarner Deponien abgelagert. In den nächsten 10 Jahren müssen darum in den Gemeinden folgende Deponievo- lumina für unverschmutzten Aushub zur Verfügung stehen: Abb. 6: KurzfristignötigeDeponievolumina in den Gemeinden (Quelle:Abfallplanung 2018) Seitens des Kantons Glarus wurden die Gemeinden im Jahre 2011 auf sich ab- zeichnende Engpässe bei der Entsorgung von Aushubmaterial hingewiesen. Der Kanton hat pro Gemeinde drei geeignete Standorte für Aushubdeponien ausgewie- sen. Diese Standortangaben wurden den Gemeinden übergeben. In der Gemeinde Glarus Nord steht die Auffüllung «Krähberg I» seit Abschluss des dortigen Abbaus in 2017 in Betrieb. Die Deponie «Ardega» bereitet sich vor, die Annahme von unverschmutztem Aushub in absehbarer Zeit einzustellen, da sie sich auf Typ B-Material (früher Inertstoffe genannt) zu fokussieren hat. –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Grundlage bildet die kantonale Abfallplanung 2018 vom 16. Januar 2018 Bedarfsnachweis: Steinbruch «Haltengut» samt Er- weiterung für Betonkiesversor- gung relevant Entsorgungsmenge Engpässe im Bereich Deponie Typ A absehbar Spezifische Situation in Glarus Nord Kantonaler Richtplan 2018 – Fortschreibung E5 Abbau mineralischer Rohstoffe MRR – Michael Rothen Raumplanung 12 Im Bereich der Typ B-Materialien besteht für die nächsten 10 Jahre dadurch vor- erst kein Handlungsbedarf. Die Deponie «Ardega» hat ein Restkompartiment von
‘000 m3 für den Kanton Glarus reserviert zu halten. Hingegen und als logische Konsequenz daraus verringert dies unmittelbar die bis- herigen Kapazitäten im Bereich Typ A-Material. Die Annahme von unverschmutz- tem Aushub wird am Standort Ardega zurückhaltend gehandhabt mit einem reservierten Kompartiment von 100'000 m3. Am «Krähberg I» besteht ein Restauf- füllvolumen von 190'000 m3 . Die Erweiterung «Krähberg II» bietet nach bisherigen Abschätzungen ein Potenzial von rund 132'000 m3 . Auf diese Weise lässt sich der kurzfristig nötige Bedarf an Deponievolumen für unverschmutzen Aushub (Typ A) für die nächsten acht bis zehn Jahre höchstens knapp bewerkstelligen (rund
'000 m3 «Ist» vs. 440'000–550'000 m3 «Soll»). Die beiden im Gemeinderichtplan Glarus Nord im Koordinationsstand «Vororientie- rung» enthaltenen, möglichen zusätzlich Deponiestandorte «Ausserflechsen» (Riet) und «Gärbi, Allmeind» (Bilten) sind weiterzubearbeiten und die vertieften Ab- klärungen und Koordinationen vorzunehmen. Sie sind für die mittel- bis langfristige Sicherstellung des kantonal nötigen Deponievolumens (Typ A) erforderlich.
.3 Umweltverträglichkeit Zum Nachweis der Umweltverträglichkeit des Vorhabens «Abbau und Deponie Krähberg II» und zwecks Erfüllung der UVP-Pflicht wurde ausgehend von der Rele- vanzmatrix ein ergänzender Bericht «Fachbereiche Flora und Fauna, Boden, Land- schaft und Rekultivierung» (Stand 30. Juni 2017) erarbeitet8 . Dieser Spezialbericht bildet massgebliche Grundlage für die Beurteilung der Umweltverträglichkeit des Vorhabens durch den Kanton (Departement Bau und Umwelt, Abteilung Umwelt- schutz und Energie, kantonale Umweltschutzfachstelle). Die Unterlagen sind als vollständig beurteilt worden. Für die Verwirklichung des Vorhabens «Abbau und Deponie Krähberg II» bilden weitere Bewilligungen Voraussetzung gesetzt: – Bewilligung zur Beseitigung von geschützten Lebensräumen nach dem Bundes- gesetz über den Natur- und Heimatschutz – Abbaubewilligung nach dem Bundesgesetz über den Gewässerschutz – Rodungsbewilligung nach dem Bundesgesetz über den Wald – Bewilligung nach dem kantonalen Bergbaugesetz Im Bericht zur kantonalen Beurteilung durch die Umweltschutzfachstelle vom 27. Juni 2019 ist festgehalten, dass die Prüfung des Vorhabens «Abbau und Deponie Krähberg II» gezeigt hat, dass es den Vorschriften über den Schutz der Umwelt entspricht und es verbunden mit Auflagen umweltverträglich ist (siehe Anhang). –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Dieser Spezialbericht bildet Bestandteil des Berichts «Gesuch temporäre Umzonung Abbau und De- ponie Krähberg II» vom 4. Juli 2017 (siehe Anhang A). Bedarfsnachweis: Deckung Deponiebedarf bedingt Erweiterung «Krähberg II» Folgemassnahmen Glarus Nord Spezialbericht zum Nachweis der Umweltverträglichkeit Koordination mit weiteren