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714b

Verordnung zum Schutze des Wauwilermooses

vom 10.07.1970 (Stand 01.01.2020)

Präambel

Der Regierungsrat des Kantons Luzern,

gestützt auf § 23 Absatz 1 des Gesetzes über den Natur- und Landschaftsschutz vom 18. September 1990[1]*

beschliesst:

1 Geschütztes Gebiet

Art. 1 Zweck

Das Gebiet der Staatsdomäne Wauwilermoos, ausgenommen das die Gebäulichkeiten der Strafanstalt umfassende Areal und das Gebiet des Rorbelmooses, wird zur Sicherung der Landschaft vor Verunstaltung sowie zur Erhaltung der Pflanzen und Tiere, insbesondere der Sumpf- und Wasservögel, unter Schutz gestellt.

Art. 2 Zonenplan

Das Schutzgebiet wird eingeteilt in:

  1. ein Naturschutzreservat, welches die Flachteile und das südlich, westlich und östlich an die Teiche angrenzende Sumpfgebiet umfasst;
  2. eine Landschaftsschutzzone, welche das übrige geschützte Gebiet umfasst.

Das Schutzgebiet ist auf einem Plan 1:5000 eingezeichnet, welcher Bestandteil dieser Verordnung ist.

Der Plan liegt in den Gemeinden Egolzwil, Ettiswil, Schötz und Wauwil, auf der Verwaltung der Strafanstalt Wauwilermoos und in der Dienststelle Landwirtschaft und Wald[2] zur Einsicht auf. *

Art. 3 Betreuung des Naturschutzreservates

Das Naturschutzreservat wird der Schweizerischen Stiftung Vogelwarte Sempach vertraglich zur wissenschaftlichen Betreuung überlassen.

Rechte und Pflichten der Stiftung werden im Vertrag geregelt, soweit sie sich nicht aus dieser Verordnung ergeben.

2 Zonenvorschriften

Art. 4 Naturschutzreservat a. Pflanzen- und Vogelschutz

Im Naturschutzreservat ist es untersagt, Pflanzen zu pflücken, auszugraben und auszureissen, Feuer zu machen und die Vögel zu stören.

Art. 5 b. Verbot von baulichen Anlagen

Im Naturschutzreservat dürfen keine Hoch- und Tiefbauten irgendwelcher Art errichtet, keine Masten, Freileitungen, festen Einfriedungen und Reklamevorrichtungen angelegt sowie keine Abgrabungen, Aufschüttungen und Bodenverbesserungen, die den Wasserhaushalt verändern, vorgenommen werden.

… *

Art. 6 c. Zutritt

Das Naturschutzreservat darf vom 1. März bis 31. Oktober nur auf dem markierten Fussweg zwischen den Teichen und der Ron betreten werden.

Die Dienststelle Landwirtschaft und Wald bezeichnet die Personen, die berechtigt sind, jederzeit das gesamte Areal des Naturschutzreservates zu betreten. *

Art. 7 d. Nutzung

Im Naturschutzreservat sind die Jagd auf Sumpf- und Wasservögel sowie die Ausübung der Fischerei in den Flachteichen untersagt.

Jede Düngung ist untersagt.

Art. 8 Landschaftsschutzzone

In der Landschaftsschutzzone dürfen nur bauliche Anlagen für die landwirtschaftliche Nutzung erstellt werden. Sie sind so anzulegen, dass sie das Landschaftsbild nicht verunstalten.

… *

Für alle Bauten ist ein Gewässerabstand von 10 m einzuhalten.

3 Gemeinsame Bestimmungen

Art. 9 Untersagte Massnahmen

Im Schutzgebiet sind verboten:

1. das Ablagern von Materialien jeder Art wie Schutt, Kehricht, Motorfahrzeuge und dergleichen;
2. das Aufstellen von Zelten, Wohnwagen und dergleichen.

Art. 10 Nutzung

Die ordentliche landwirtschaftliche Nutzung und die Ausübung der Jagd und Fischerei bleiben vorbehältlich § 7 der Verordnung gewährleistet.

Art. 11 * Ausnahmebewilligungen

Ausnahmen von den Schutzvorschriften können bewilligt werden

  1. im Interesse der Schutzziele oder
  2. wenn ausserordentliche Verhältnisse vorliegen und die Anwendung der Schutzvorschriften nicht zumutbar ist; die Schutzziele dürfen nicht wesentlich beeinträchtigt werden.

Vorbehalten bleiben die Artikel 24 ff. des Bundesgesetzes über die Raumplanung vom 22. Juni 1979[3] (RPG) und die Bestimmungen des Planungs- und Baugesetzes vom 7. März 1989[4].

4 Bewilligungsverfahren

Art. 12 * Zuständigkeit

Zuständig ist

  1. für Ausnahmebewilligungen im Sinn der Artikel 24 ff. RPG die Dienststelle Raum und Wirtschaft[5] gemäss § 58 der Planungs- und Bauverordnung vom 27. November 2001[6],
  2. für andere Ausnahmebewilligungen die Dienststelle Landwirtschaft und Wald.

5 Straf- und Schlussbestimmungen *

Art. 15 * Strafbestimmungen

Wer vorsätzlich und ohne Berechtigung geschütztes Gebiet zerstört oder schwer beschädigt, wird gemäss § 53 Absatz 1 des Gesetzes über den Natur- und Landschaftsschutz vom 18. September 1990 mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft. In leichten Fällen oder wenn der Täter oder die Täterin fahrlässig handelt, ist die Strafe Busse bis 40 000 Franken. *

Wer gegen die Vorschriften in den §§ 4, 5 Absatz 1, 6 Absatz 1, 7, 8 Absätze 1 und 3 sowie 9 verstösst, wird gemäss § 53 Absatz 2 des Gesetzes über den Natur- und Landschaftsschutz mit Busse bis zu 20 000 Franken, in leichten Fällen bis zu 5000 Franken bestraft. Vorbehalten bleibt das Ordnungsbussenverfahren. *

Im übrigen bleiben die Strafbestimmungen des eidgenössischen und des kantonalen Jagdrechts, insbesondere hinsichtlich des Schutzgebietes gemäss Verordnung über die Wasser- und Zugvogelreservate von internationaler und nationaler Bedeutung (WZVV) vom 21. Januar 1991[7] vorbehalten.  *

Art. 16 * Inkrafttreten

Die Verordnung tritt am 1. August 1970 in Kraft. Sie ist zu veröffentlichen.

Egress

V XVII 871

Änderungstabelle - nach Paragraf

Element Beschlussdatum Inkrafttreten Änderung Fundstelle G
Erlass 10.07.1970 01.08.1970 Erstfassung V XVII 871
Ingress 23.03.2004 01.04.2004 geändert G 2004 176
§ 2 Abs. 1, a. 12.04.1976 01.05.1976 geändert G 1976 65
§ 2 Abs. 3 11.12.2007 01.01.2008 geändert G 2007 445
§ 5 Abs. 2 23.03.2004 01.04.2004 aufgehoben G 2004 176
§ 6 Abs. 2 23.03.2004 01.04.2004 geändert G 2004 176
§ 8 Abs. 2 23.03.2004 01.04.2004 aufgehoben G 2004 176
§ 11 23.03.2004 01.04.2004 geändert G 2004 176
§ 12 23.03.2004 01.04.2004 geändert G 2004 176
§ 13 23.03.2004 01.04.2004 aufgehoben G 2004 176
§ 14 23.03.2004 01.04.2004 aufgehoben G 2004 176
Titel 5 23.03.2004 01.04.2004 geändert G 2004 176
§ 15 23.03.2004 01.04.2004 geändert G 2004 176
§ 15 Abs. 1 12.12.2006 01.01.2007 geändert G 2006 451
§ 15 Abs. 2 26.11.2019 01.01.2020 geändert G 2019-065
§ 15 Abs. 3 26.11.2019 01.01.2020 eingefügt G 2019-065
§ 16 23.03.2004 01.04.2004 eingefügt G 2004 176

Änderungstabelle - nach Beschlussdatum

Beschlussdatum Inkrafttreten Element Änderung Fundstelle G
10.07.1970 01.08.1970 Erlass Erstfassung V XVII 871
12.04.1976 01.05.1976 § 2 Abs. 1, a. geändert G 1976 65
23.03.2004 01.04.2004 Ingress geändert G 2004 176
23.03.2004 01.04.2004 § 5 Abs. 2 aufgehoben G 2004 176
23.03.2004 01.04.2004 § 6 Abs. 2 geändert G 2004 176
23.03.2004 01.04.2004 § 8 Abs. 2 aufgehoben G 2004 176
23.03.2004 01.04.2004 § 11 geändert G 2004 176
23.03.2004 01.04.2004 § 12 geändert G 2004 176
23.03.2004 01.04.2004 § 13 aufgehoben G 2004 176
23.03.2004 01.04.2004 § 14 aufgehoben G 2004 176
23.03.2004 01.04.2004 Titel 5 geändert G 2004 176
23.03.2004 01.04.2004 § 15 geändert G 2004 176
23.03.2004 01.04.2004 § 16 eingefügt G 2004 176
12.12.2006 01.01.2007 § 15 Abs. 1 geändert G 2006 451
11.12.2007 01.01.2008 § 2 Abs. 3 geändert G 2007 445
26.11.2019 01.01.2020 § 15 Abs. 2 geändert G 2019-065
26.11.2019 01.01.2020 § 15 Abs. 3 eingefügt G 2019-065