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714c

Verordnung zum Schutze der Chestenenweid in der Gemeinde Weggis

vom 01.02.1974 (Stand 01.01.2014)

Präambel

Der Regierungsrat des Kantons Luzern,

gestützt auf § 23 Absatz 1 des Gesetzes über den Natur- und Landschaftsschutz vom 18. September 1990[1]*

beschliesst:

1 Geschütztes Gebiet

Art. 1 Zweck

Die Chestenenweid wird zur Sicherung der Landschaft vor Verunstaltung sowie zur Erhaltung der Tier- und Pflanzenwelt unter Schutz gestellt.

Art. 2 Geschütztes Gebiet

Das Naturschutzgebiet ist auf einem Plan im Massstab 1:5000 eingezeichnet, welcher Bestandteil dieser Verordnung ist.

Der Plan liegt in der Gemeinde Weggis und in der Dienststelle Landwirtschaft und Wald[2] zur Einsicht auf. *

2 Schutzvorschriften

Art. 3 Pflanzen- und Tierschutz

Im ganzen Naturschutzgebiet sind untersagt:

  1. das Pflücken, Ausgraben, Ausreissen und Vernichten von Pflanzen jeder Art;
  2. jede Störung der Tierwelt durch Jagd oder auf andere Weise, insbesondere auch das Fangen von Insekten in allen ihren Entwicklungsstadien (Schmetterlinge usw.).

Art. 4 Schutz der Bodenfläche

Jede Veränderung oder Schmälerung der Riedflächen und des Trockenrasens durch Ausgrabungen, Aufschüttungen, Entwässerungen, Bewässerungen oder sonstige Veränderungen des Wasserhaushaltes sowie die Düngung sind untersagt.

Art. 5 Verbot von baulichen Anlagen

Im ganzen Naturschutzgebiet dürfen keine Hoch- und Tiefbauten, keine Masten, Freileitungen, festen Einfriedungen und Reklamevorrichtungen errichtet werden.

Davon ausgenommen ist die schonende Errichtung einer mobilen Transportseilanlage zur forstwirtschaftlichen Nutzung der oberhalb und seitlich des Naturschutzgebietes liegenden Wälder.

Art. 6 Ablagerungen, Campieren

Im ganzen Naturschutzgebiet sind verboten:

  1. das Ablagern von Materialien jeder Art wie Schutt, Kehricht, Motorfahrzeuge und dergleichen;
  2. das Aufstellen von Zelten, Wohnwagen und dergleichen.

Art. 7 Land- und forstwirtschaftliche Nutzung

Die landwirtschaftliche Nutzung bleibt im bisherigen Ausmasse gewährleistet.

Einzelbäume, Baum- und Gebüschgruppen dürfen nur mit Bewilligung der Dienststelle Landwirtschaft und Wald geschlagen oder entfernt werden.

Um die intensive Überwachsung durch Jungholz und Buschwerk zu verhindern, kann die Dienststelle Landwirtschaft und Wald Ausforstungen verlangen.

Art. 8 * Ausnahmebewilligungen

Ausnahmen von den Schutzvorschriften können bewilligt werden

  1. im Interesse der Schutzziele oder
  2. wenn ausserordentliche Verhältnisse vorliegen und die Anwendung der Schutzvorschriften nicht zumutbar ist; die Schutzziele dürfen nicht wesentlich beeinträchtigt werden.

Vorbehalten bleiben die Artikel 24 ff. des Bundesgesetzes über die Raumplanung vom 22. Juni 1979[3] (RPG) und die Bestimmungen des Planungs- und Baugesetzes vom 7. März 1989[4].

Art. 9 Bedingungen und Auflagen

Die auf Grund dieser Verordnung erteilten Bewilligungen können mit Bedingungen oder Auflagen im Interesse des Schutzzweckes verbunden werden.

3 Verfahren

Art. 10 * Zuständigkeit

Zuständig ist

  1. für Ausnahmebewilligungen im Sinn der Artikel 24 ff. RPG die Dienststelle Raum und Wirtschaft[5] gemäss § 58 der Planungs- und Bauverordnung vom 27. November 2001[6],
  2. für andere Ausnahmebewilligungen die Dienststelle Landwirtschaft und Wald.

4 Straf- und Schlussbestimmungen *

Art. 13 * Strafbestimmungen

Wer vorsätzlich und ohne Berechtigung geschütztes Gebiet zerstört oder schwer beschädigt, wird gemäss § 53 Absatz 1 des Gesetzes über den Natur- und Landschaftsschutz vom 18. September 1990 mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft. In leichten Fällen oder wenn der Täter oder die Täterin fahrlässig handelt, ist die Strafe Busse bis 40 000 Franken. *

Wer gegen die Vorschriften in den §§ 3, 4, 5 Absatz 1, 6 und 7 Absatz 2 verstösst, wird gemäss § 53 Absatz 2 des Gesetzes über den Natur- und Landschaftsschutz mit Busse bis zu 20 000 Franken, in leichten Fällen bis zu 5000 Franken bestraft.

Art. 14 Änderung bisherigen Rechts

Das Naturschutzgebiet im Sinn dieser Verordnung wird aus dem Schutz gemäss der Verordnung über den Pflanzenschutz im Rigigebiet vom 6. April 1970[7] entlassen (Änderung von § 1).

Art. 15 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 15. Februar 1974 in Kraft. Sie ist zu veröffentlichen.

Egress

V XVIII 835

Änderungstabelle - nach Paragraf

Element Beschlussdatum Inkrafttreten Änderung Fundstelle G
Erlass 01.02.1974 15.02.1974 Erstfassung V XVIII 835
Ingress 23.03.2004 01.04.2004 geändert G 2004 176
§ 2 Abs. 2 11.12.2007 01.01.2008 geändert G 2007 445
§ 8 23.03.2004 01.04.2004 geändert G 2004 176
§ 10 23.03.2004 01.04.2004 geändert G 2004 176
§ 11 23.03.2004 01.04.2004 aufgehoben G 2004 176
§ 12 23.03.2004 01.04.2004 aufgehoben G 2004 176
Titel 4 23.03.2004 01.04.2004 eingefügt G 2004 176
§ 13 23.03.2004 01.04.2004 geändert G 2004 176
§ 13 Abs. 1 12.12.2006 01.01.2007 geändert G 2006 451

Änderungstabelle - nach Beschlussdatum

Beschlussdatum Inkrafttreten Element Änderung Fundstelle G
01.02.1974 15.02.1974 Erlass Erstfassung V XVIII 835
23.03.2004 01.04.2004 Ingress geändert G 2004 176
23.03.2004 01.04.2004 § 8 geändert G 2004 176
23.03.2004 01.04.2004 § 10 geändert G 2004 176
23.03.2004 01.04.2004 § 11 aufgehoben G 2004 176
23.03.2004 01.04.2004 § 12 aufgehoben G 2004 176
23.03.2004 01.04.2004 Titel 4 eingefügt G 2004 176
23.03.2004 01.04.2004 § 13 geändert G 2004 176
12.12.2006 01.01.2007 § 13 Abs. 1 geändert G 2006 451
11.12.2007 01.01.2008 § 2 Abs. 2 geändert G 2007 445