Zur Erhaltung der Pilzflora und zur Sicherung der natürlichen Lebensgemeinschaften in Feld und Wald sind die Pilze im Sinn der folgenden Bestimmungen geschützt.
715c
Verordnung zum Schutz der Pilze
Präambel
gestützt auf § 23 Absatz 1 des Gesetzes über den Natur- und Landschaftsschutz vom 18. September 1990[1],
auf Antrag des Justizdepartementes, *
1 Allgemeiner Schutz
Art. 1 Zweck
Art. 2 Geltungsbereich
Geschützte Pilze im Sinn dieser Verordnung sind die Schlauchpilze (Ascomycetes) und die Ständerpilze (Basidiomycetes), soweit es sich nicht um parasitäre oder sonst schädliche Arten handelt.
Vom Schutz ausgenommen sind die in Kulturen gezüchteten Pilze.
2 Besonderer Schutz
Art. 3 * Pilzschutzgebiete
Der Regierungsrat kann einzelne Regionen oder genau bezeichnete kleinere Räume, namentlich Pflanzenschutzgebiete, zu Pilzschutzgebieten erklären. In diesen Gebieten dürfen Pilze weder gepflückt noch gesammelt werden.
Die Dienststelle Landwirtschaft und Wald[2] kann in diesen Pilzschutzgebieten das Pflücken von einzelnen Exemplaren für wissenschaftliche Untersuchungen bewilligen.
Art. 4 Gefährdete Pilzarten
Der Regierungsrat kann für einzelne gefährdete Pilzarten, insbesondere für Speisepilze, im ganzen Kantonsgebiet oder für bestimmte Regionen ein befristetes absolutes Sammelverbot verfügen.
Für wissenschaftliche und schulische Zwecke ist den Pilzvereinen und den Lehrpersonen das Pflücken einzelner Exemplare gestattet. Andere Organisationen oder Einzelpersonen bedürfen dazu einer Bewilligung der Dienststelle Landwirtschaft und Wald. *
3 Beschränkungen des Pilzsammelns
Art. 5 Allgemeines
Es dürfen nur ausgewachsene Pilze gepflückt werden.
Das wahllose Pflücken und das mutwillige Zerstören von Pilzen sind verboten.
Art. 6 Gewerbsmässiges Sammeln
Das gewerbsmässige Sammeln von Pilzen ist verboten.
Art. 7 Organisiertes Sammeln
Das Pilzsammeln durch organisierte Veranstaltungen ist verboten.
Exkursionen von Pilzvereinen und Schulklassen gelten nicht als organisierte Veranstaltungen, sofern die gesammelten Pilze nur der Ausbildung oder der Forschung dienen.
Art. 8 Zulässige Menge
Eine Person darf pro Tag nicht mehr als 2 kg Pilze sammeln.
Das Sammeln von Morcheln und Eierschwämmen ist auf 1/2 kg beschränkt.
Art. 8a * Schonzeiten
Die ersten sieben Tage jedes Monats dürfen Pilze weder gepflückt noch gesammelt werden.
Vorbehalten bleiben die weitergehenden Beschränkungen in den Pilzschutzgebieten gemäss § 3.
4 Aufsicht und Information *
Art. 9 * Aufsicht
Polizeiorgane, Revierförsterinnen und -förster, Jagdaufseherinnen und -aufseher und die Aufsichtspersonen von Natur- und Pflanzenschutzgebieten überwachen die Einhaltung der Verordnung und zeigen Übertretungen an. Bei geringfügigen Übertretungen kann anstelle der Strafanzeige eine Ermahnung ausgesprochen werden. *
Die Aufsichtsorgane ziehen zudem die widerrechtlich gesammelten Pilze an Ort und Stelle ein und übergeben sie dem zuständigen Polizeiposten.
Art. 9a * Information
Die Dienststelle Landwirtschaft und Wald sorgt für eine angemessene Bekanntmachung des Inhalts dieser Verordnung, namentlich beim Eingang zu Schutzgebieten sowie in Gebieten mit grossen Pilzvorkommen. Es fördert zudem mit geeigneten Massnahmen die privaten Bestrebungen, die eine Verbesserung des Wissensstandes über die Pilze zum Ziel haben.
5 Strafbestimmungen
Art. 10
Wer widerrechtlich Pilze sammelt oder solche mutwillig zerstört, wird mit Busse bis zu 2000 Franken bestraft. *
In leichten Fällen kann ein Verweis ausgesprochen werden.
6 Schlussbestimmungen
Art. 11 Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am 25. Juli 1977 in Kraft. Sie ist zu veröffentlichen.
Egress
Änderungstabelle - nach Paragraf
| Element | Beschlussdatum | Inkrafttreten | Änderung | Fundstelle G |
|---|---|---|---|---|
| Erlass | 15.07.1977 | 25.07.1977 | Erstfassung | G 1977 88 |
| Ingress | 23.03.2004 | 01.04.2004 | geändert | G 2004 176 |
| § 3 | 17.11.1996 | 01.01.1997 | geändert | G 1996 295 |
| § 4 Abs. 2 | 17.11.1996 | 01.01.1997 | geändert | G 1996 295 |
| § 8a | 17.11.1996 | 01.01.1997 | eingefügt | G 1996 295 |
| Titel 4 | 17.11.1996 | 01.01.1997 | geändert | G 1996 295 |
| § 9 | 17.11.1996 | 01.01.1997 | geändert | G 1996 295 |
| § 9 Abs. 1 | 23.03.2004 | 01.04.2004 | geändert | G 2004 176 |
| § 9a | 17.11.1996 | 01.01.1997 | eingefügt | G 1996 295 |
| § 10 Abs. 1 | 12.12.2006 | 01.01.2007 | geändert | G 2006 451 |
Änderungstabelle - nach Beschlussdatum
| Beschlussdatum | Inkrafttreten | Element | Änderung | Fundstelle G |
|---|---|---|---|---|
| 15.07.1977 | 25.07.1977 | Erlass | Erstfassung | G 1977 88 |
| 17.11.1996 | 01.01.1997 | § 3 | geändert | G 1996 295 |
| 17.11.1996 | 01.01.1997 | § 4 Abs. 2 | geändert | G 1996 295 |
| 17.11.1996 | 01.01.1997 | § 8a | eingefügt | G 1996 295 |
| 17.11.1996 | 01.01.1997 | Titel 4 | geändert | G 1996 295 |
| 17.11.1996 | 01.01.1997 | § 9 | geändert | G 1996 295 |
| 17.11.1996 | 01.01.1997 | § 9a | eingefügt | G 1996 295 |
| 23.03.2004 | 01.04.2004 | Ingress | geändert | G 2004 176 |
| 23.03.2004 | 01.04.2004 | § 9 Abs. 1 | geändert | G 2004 176 |
| 12.12.2006 | 01.01.2007 | § 10 Abs. 1 | geändert | G 2006 451 |