Die Wildruhegebiete haben den Zweck, wichtige Lebensräume wildlebender Säugetiere und Vögel, insbesondere Wintereinstandsgebiete, vor Störungen ausreichend zu schützen.
841.15
Verordnung über die Wildruhegebiete
Präambel
gestützt auf Art. 64 der Kantonsverfassung, in Ausführung von Art. 7 Abs. 4 und Art. 11 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1986 über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz, JSG)[1] und Art. 27 des Einführungsgesetzes vom 17. Januar 2007 zum Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (kantonales Jagdgesetz, kJSG)[2],
1 Geschütztes Gebiet
Art. 1 Zweck
Art. 2 Wildruhegebiete
Die Wildruhegebiete werden gemäss den Plänen im Anhang festgelegt.
2 Schutzbestimmungen
Art. 3 * Wegegebot
Die Wildruhegebiete dürfen im Zeitraum gemäss Abs. 2 nur auf den in den Plänen in roter Farbe gekennzeichneten Wegen betreten werden. Das Verlassen dieser Wege ist untersagt.
Das Wegegebot dauert für:
| 1. | die Wildruhegebiete Nr. 1–3 vom 15. Dezember bis 15. Juni; | ||
| 2. | die Wildruhegebiete Nr. 4–13 vom 15. Dezember bis 30. April; | ||
| 3. * | das Wildruhegebiet Nr. 14 vom 1. November bis 15. Mai. | ||
Art. 4 Weitere Nutzungsbeschränkungen
In den Wildruhegebieten gelten im entsprechenden Zeitraum gemäss § 3 Abs. 2 folgende weitere Nutzungsbeschränkungen:
| 1. | Start- und Landeverbot für Luftfahrzeuge einschliesslich Gleit- und Fallschirme; | ||
| 2. | Jagdverbot; | ||
| 3. | Leinenpflicht für Hunde; | ||
| 4. * | Verbot von Anlässen und Veranstaltungen. | ||
Ausserhalb der Ruhezeiten gemäss Abs. 1 bedürfen Anlässe und Veranstaltungen einer Bewilligung der Direktion, sofern voraussichtlich mehr als 100 Personen als Aktive oder Zuschauerinnen und Zuschauer teilnehmen.
Bewilligungen werden nur erteilt, wenn ernsthafte Störungen des Wildes ausgeschlossen werden können.
Art. 5 Zulässige Nutzung, Pflegemassnahmen
In den Wildruhegebieten sind auch während der Ruhezeiten abseits der Wege zulässig:
| 1. | Pflegemassnahmen in Naturschutzgebieten; | ||
| 2. | traditionelle alp- und landwirtschaftliche Nutzungen; | ||
| 3. | Waldbewirtschaftung. | ||
Die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter nehmen Rücksicht auf die Lebensweise der wildlebenden Säugetiere und Vögel.
Art. 6 Zugang zu Liegenschaften
Eigentümer oder Eigentümerinnen, Mieter oder Mieterinnen, Pächter oder Pächterinnen, Bewirtschafter oder Bewirtschafterinnen sowie weitere berechtigte Personen haben jederzeit direkten Zugang zu ihren Liegenschaften.
Art. 7 Rettungsdienste und Behörden
Rettungsdienste und Behörden haben in Ausübung ihrer Tätigkeit jederzeit uneingeschränkten Zugang zu den Wildruhegebieten.
Art. 8 Ausnahmebewilligungen
Die Direktion kann unter Vornahme einer Interessenabwägung Ausnahmen von den Bestimmungen dieser Verordnung bewilligen, insbesondere für wissenschaftliche Forschungsarbeiten, Massnahmen zur Abwehr von Naturgefahren, Bauten und Anlagen in öffentlichem Interesse und militärische Übungen.
Art. 9 * Eidgenössisches Jagdbanngebiet Huetstock
Im eidgenössischen Jagdbanngebiet Huetstock gelten zusätzlich die Schutzbestimmungen gemäss der Verordnung über die eidgenössischen Jagdbanngebiete[3]
3 Vollzug, Strafbestimmungen
Art. 10 Markierung
Die Wildruhegebiete werden vor Ort mit Informationstafeln markiert.
Art. 11 Kontrolle
Die Kontrolle der Einhaltung der Vorschriften dieser Verordnung erfolgt durch die Wildschutzorgane (Art. 36 kJSG[4]).
Art. 12 Strafbestimmungen
Nach Art. 40 ff. kJSG[5] wird bestraft, wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen diese Verordnung verstösst.
Folgende Tatbestände werden im Ordnungsbussenverfahren gemäss Art. 43 ff. kJSG und § 59 der kantonalen Jagdverordnung[6] bestraft:
| 1.–3. * | … | ||||
| 4. | Verletzung der Leinenpflicht (§ 4 Abs. 1 Ziff. 3) | Fr. 150.- | |
4 Schlussbestimmungen
Art. 13 Änderung der kantonalen Jagdverordnung
Die Vollzugsverordnung vom 2. Juni 2008 zum kantonalen Jagdgesetz (Kantonale Jagdverordnung, kJSV)[7] wird wie folgt geändert: …
Art. 14 Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt sofort in Kraft.
A1 Anhang: Wildruhegebiete
Art. A1-1 Wildruhegebiet Lauelenegg - Nätschen
Art. A1-2 Wildruhegebiet Arven – Scheligsee
Plan:
Art. A1-3 Wildruhegebiet Scheidegg
Plan:
Art. A1-4 Wildruhegebiet Brennwald
Plan:
Art. A1-5 Wildruhegebiet Buochserhorn
Plan:
Art. A1-6 Wildruhegebiet Musenalp
Plan:
Art. A1-7 Wildruhegebiet Steinalperwald
Plan:
Art. A1-8 Wildruhegebiet Wingarten
Plan:
Art. A1-9 Wildruhegebiet Stanserhorn Südflanke
Plan:
Art. A1-10 Wildruhegebiet Schinberg
Plan:
Art. A1-11 Wildruhebiet Brisen
Plan:
Art. A1-12 Wildruhegebiet Arvigrat – Dürrenboden
Plan:
Art. A1-13 Wildruhegebiet Schwendli
Plan:
Art. A1-14 Wildruhegebiet Trübsee / Alpelen
Plan:
Egress
Änderungstabelle - Nach Beschluss
| Beschluss | Inkrafttreten | Element | Änderung | Fundstelle |
|---|---|---|---|---|
| 07.07.2009 | 07.07.2009 | Erlass | Erstfassung | A 2009, 1293, 1330 |
| 14.10.2014 | 01.11.2014 | § 3 | totalrevidiert | A 2014, 1802 |
| 14.10.2014 | 01.11.2014 | § 4 Abs. 1, 4. | geändert | A 2014, 1802 |
| 13.10.2015 | 01.11.2015 | § 3 Abs. 2, 3. | geändert | A 2015, 1678 |
| 13.10.2015 | 01.11.2015 | § 9 | totalrevidiert | A 2015, 1678 |
| 10.12.2019 | 01.01.2020 | § 12 Abs. 2, 1. | aufgehoben | A 2019, 2216 |
| 10.12.2019 | 01.01.2020 | § 12 Abs. 2, 2. | aufgehoben | A 2019, 2216 |
| 10.12.2019 | 01.01.2020 | § 12 Abs. 2, 3. | aufgehoben | A 2019, 2216 |
Änderungstabelle - Nach Artikel
| Element | Beschluss | Inkrafttreten | Änderung | Fundstelle |
|---|---|---|---|---|
| Erlass | 07.07.2009 | 07.07.2009 | Erstfassung | A 2009, 1293, 1330 |
| § 3 | 14.10.2014 | 01.11.2014 | totalrevidiert | A 2014, 1802 |
| § 3 Abs. 2, 3. | 13.10.2015 | 01.11.2015 | geändert | A 2015, 1678 |
| § 4 Abs. 1, 4. | 14.10.2014 | 01.11.2014 | geändert | A 2014, 1802 |
| § 9 | 13.10.2015 | 01.11.2015 | totalrevidiert | A 2015, 1678 |
| § 12 Abs. 2, 1. | 10.12.2019 | 01.01.2020 | aufgehoben | A 2019, 2216 |
| § 12 Abs. 2, 2. | 10.12.2019 | 01.01.2020 | aufgehoben | A 2019, 2216 |
| § 12 Abs. 2, 3. | 10.12.2019 | 01.01.2020 | aufgehoben | A 2019, 2216 |