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853.2

Gesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung

(kELG)

vom 25.10.2007 (Stand 01.09.2023)

Präambel

Der Kantonsrat des Kantons Obwalden,

in Ausführung der Artikel 2, 14, 16, 21 und 28 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) vom 6. Oktober 2006[1],

gestützt auf Artikel 25 und 60 der Kantonsverfassung vom 19. Mai 1968[2],

beschliesst:

1. Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Grundsatz

Der Kanton richtet Ergänzungsleistungen im Sinne von Art. 2 Abs. 1 und Art. 3 ELG[3] aus.

Art. 2 Anspruchsberechnung bei in Heimen oder Spitälern lebenden Personen

Bei Personen, die dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital leben, entsprechen die höchstens zulässigen jährlichen Kosten für Tagestaxen nach Abzug der Kantons- und Gemeindebeiträge folgendem Prozentsatz des Betrags für den allgemeinen Lebensbedarf für Alleinstehende gemäss Art. 10 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 ELG:

  1. bei einem Aufenthalt in einem vom Kanton anerkannten:  
  1. * Pflegeheim 370 Prozent,
  2. * Spital 500 Prozent,
  3. * Behindertenwohnheim 250 Prozent;
  1. in den übrigen Fällen 160 Prozent.  

Der Betrag für persönliche Auslagen für in Heimen wohnende Personen beträgt:

  1. 17 Prozent des Betrags für den allgemeinen Lebensbedarf für Alleinstehende (Art. 10 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 ELG) bei einem Aufenthalt in einem Spital oder Pflegeheim;
  2. 27 Prozent des Betrags für den allgemeinen Lebensbedarf für Alleinstehende (Art. 10 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 ELG) bei einem Aufenthalt in einem andern Heim.

Art. 3 Anrechenbare Einnahmen

Bei Personen, die dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital leben, wird ein Fünftel des Reinvermögens, welches die Freibeträge gemäss Art. 11 Abs. 1 Bst. c ELG übersteigt, als Einnahme angerechnet.

Art. 4 Bewertung von Liegenschaften

Grundstücke, die von anspruchsberechtigten Personen oder von Personen bewohnt werden, die in die Berechnung der Ergänzungsleistungen einbezogen werden, werden nach dem Netto-Steuerwert angerechnet. *

Grundstücke, die nicht von anspruchsberechtigten Personen oder von Personen bewohnt werden, die in die Berechnung der Ergänzungsleistungen einbezogen sind, werden nach dem Repartitionswert angerechnet, der für die interkantonale Steuerausscheidung massgebend ist. *

Art. 5 Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten

Für die zusätzlich zur jährlichen Ergänzungsleistung vergüteten Krankheits- und Behinderungskosten gelten die Mindestsätze von Art. 14 Abs. 3 bis 6 ELG.

Diese Kosten werden vergütet, wenn sie wirtschaftlich und zweckmässig sind und nicht von Versicherungen oder Dritten übernommen werden.

Der Regierungsrat kann in Ausführungsbestimmungen auf der Grundlage der Verordnung über die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten bei den Ergänzungsleistungen (ELKV)[4] die ausgewiesenen Krankheits-, Behinderungs- und Hilfsmittelkosten für Leistungen umschreiben.

2. Vollzug

Art. 6 Aufsicht und Durchführung

Der Vollzug dieses Gesetzes wird unter der Aufsicht des Volkswirtschaftsdepartements der Ausgleichskasse Obwalden übertragen.

Die Einwohnergemeinden unterstützen den Kanton beim Vollzug des ELG.

Art. 7 Auszahlung

Die Auszahlung der Ergänzungsleistungen erfolgt soweit möglich gemeinsam mit der Rente der AHV oder der IV.

Die Rückvergütung der Krankheits- und Behinderungskosten erfolgt mit gesonderter Auszahlung.

Art. 8 Verwaltungskosten

Der Kanton trägt die aus der Durchführung des ELG entstehenden Verwaltungskosten nach Abzug der Beiträge des Bundes nach Art. 24 ELG.

Der Regierungsrat legt auf Antrag der Ausgleichskasse die Höhe der Verwaltungskosten fest. *

3. Schlussbestimmungen

Art. 9 Subsidiäres Recht

Soweit dieses Gesetz nichts Abweichendes bestimmt, finden die Vorschriften der Bundesgesetzgebung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG)[5], der Bundesgesetzgebung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG)[6] sowie der Bundesgesetzgebung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)[7] sinngemäss Anwendung. *

Art. 10 Übergangsbestimmungen

Solange der Regierungsrat keine Ausführungsbestimmungen nach Art. 5 Abs. 3 dieses Gesetzes erlassen hat, werden die Krankheits- und Behinderungskosten nach den Bestimmungen der Verordnung über die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten bei den Ergänzungsleistungen (ELKV)[8] ausgerichtet.

Art. 11 Aufhebung bisherigen Rechts

Es werden aufgehoben:

  1. das Gesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung vom 15. Mai 1966[9];
  2. die Vollziehungsverordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung vom 29. Januar 1998[10].

Art. 12 Inkrafttreten

Der Regierungsrat bestimmt nach der Genehmigung durch den Bund[11], wann das Gesetz in Kraft tritt.[12] Es unterliegt dem fakultativen Referendum.

Egress

 Informationen zum Erlass

 

Ursprüngliche Fundstelle: OGS 2007, 66 und 76

 

geändert durch

- Nachtrag vom 3. November 2011, genehmigt vom Eidgenössischen Departement des Innern EDI am 12. Dezember 2011, in Kraft seit 1. Januar 2012 (OGS 2011, 60 und 74),

- das Gesetz über das Konsolidierungs- und Aufgabenüberprüfungspaket vom 19. Mai 2016 (OGS 2016, 35), Botschaft und Vorlage des Regierungsrats vom 15. Dezember 2015, Kantonsratssitzungen vom 14. April und 19. Mai 2016 (22.15.07), genehmigt vom Eidgenössischen Departement des Innern EDI am 7. September 2016, in Kraft seit 1. Januar 2017 (OGS 2016, 35 und 44),

- Nachtrag vom 17. Dezember 2018 (OGS 2018, 53), Botschaft und Vorlage des Regierungsrats vom 13. November 2018, Kantonsratssitzungen vom 5. und 17. Dezember 2018 (22.18.14), genehmigt vom Eidgenössischen Departement des Innern EDI am 25. Februar 2019, in Kraft seit 1. Januar 2019 (OGS 2019, 10),

- Nachtrag vom 25. Mai 2023 (OGS 2023, 11), Botschaft und Vorlage des Regierungsrats vom 6. Dezember 2022, Kantonsratssitzungen vom 16. März und 25. Mai 2023 (22.22.02), genehmigt vom Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) am 15. August 2023, in Kraft seit 1. September 2023 (OGS 2023, 27)

OGS 2007, 66

Änderungstabelle - Nach Beschluss

Beschluss Inkrafttreten Element Änderung Fundstelle
25.10.2007 01.01.2008 Erlass Erstfassung OGS 2007, 66
03.11.2011 01.01.2012 Art. 9 Abs. 1 geändert OGS 2011, 60
19.05.2016 01.01.2017 Art. 8 Abs. 2 eingefügt OGS 2016, 35
17.12.2018 01.01.2019 Art. 2 Abs. 1, a. geändert OGS 2018, 53
17.12.2018 01.01.2019 Art. 2 Abs. 1, a., 1. eingefügt OGS 2018, 53
17.12.2018 01.01.2019 Art. 2 Abs. 1, a., 2. eingefügt OGS 2018, 53
17.12.2018 01.01.2019 Art. 2 Abs. 1, a., 3. eingefügt OGS 2018, 53
17.12.2018 01.01.2019 Art. 4 Abs. 1 geändert OGS 2018, 53
17.12.2018 01.01.2019 Art. 4 Abs. 2 geändert OGS 2018, 53
25.05.2023 01.09.2023 Art. 4 Abs. 2 geändert OGS 2023, 11

Änderungstabelle - Nach Artikel

Element Beschluss Inkrafttreten Änderung Fundstelle
Erlass 25.10.2007 01.01.2008 Erstfassung OGS 2007, 66
Art. 2 Abs. 1, a. 17.12.2018 01.01.2019 geändert OGS 2018, 53
Art. 2 Abs. 1, a., 1. 17.12.2018 01.01.2019 eingefügt OGS 2018, 53
Art. 2 Abs. 1, a., 2. 17.12.2018 01.01.2019 eingefügt OGS 2018, 53
Art. 2 Abs. 1, a., 3. 17.12.2018 01.01.2019 eingefügt OGS 2018, 53
Art. 4 Abs. 1 17.12.2018 01.01.2019 geändert OGS 2018, 53
Art. 4 Abs. 2 17.12.2018 01.01.2019 geändert OGS 2018, 53
Art. 4 Abs. 2 25.05.2023 01.09.2023 geändert OGS 2023, 11
Art. 8 Abs. 2 19.05.2016 01.01.2017 eingefügt OGS 2016, 35
Art. 9 Abs. 1 03.11.2011 01.01.2012 geändert OGS 2011, 60