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741.2

Einführungsgesetz zur eidgenössischen Stromversorgungsgesetzgebung

vom 16.11.2010 (Stand 01.01.2011)

Präambel

Der Kantonsrat des Kantons St.Gallen

hat von der Botschaft der Regierung vom 2. März 2010[1] Kenntnis genommen und

erlässt

in Ausführung von Art. 30 Abs. 1 des eidgenössischen Stromversorgungsgesetzes vom 23. März 2007[2] und Art. 21 Bst. a der Kantonsverfassung vom 10. Juni 2001[3]

als Gesetz:[4]

I. Versorgungspflicht

Art. 1 Grundsatz

Die politische Gemeinde sorgt für die Versorgung des Gemeindegebiets mit Elektrizität, soweit die Aufgabe nicht durch Dritte angemessen erfüllt wird.

II. Netzgebiete und Netzanschluss

Art. 2 Zuteilung a) Zuständigkeit[5]

Das zuständige Departement teilt die Netzgebiete für die lokalen und regionalen Netze und, soweit erforderlich, für die überregionalen Netze zu.

Die betroffenen Elektrizitätsversorgungsunternehmen werden vorgängig angehört.

Art. 3 b) Antrag der politischen Gemeinde

Die politische Gemeinde stellt dem zuständigen Departement Antrag.

Das zuständige Departement kann Richtlinien über die formellen und inhaltlichen Anforderungen an den Antrag erlassen.

Art. 4 c) Grundsätze

Die Zuteilung der Netzgebiete erfolgt flächendeckend und grundsätzlich nach den Eigentumsverhältnissen an den Elektrizitätsnetzen.

Insbesondere wo keine Netzanlagen bestehen, werden bei der Zuteilung berücksichtigt:

  1. Sicherheit und Effizienz der Stromversorgung;
  2. die Kosten für Bau, Betrieb und Unterhalt der Anlagen;
  3. die Gemeindegrenzen.

Bestehende Netzgebiete werden grundsätzlich nicht aufgeteilt.

Art. 5 d) Veröffentlichung

Das zuständige Departement kann die Zuteilung der Netzgebiete im Internet veröffentlichen.

Art. 6 Abweichungen im Einzelfall

Das zuständige Departement kann Netzbetreiber verpflichten, Endverbraucher und Endverbraucherinnen ausserhalb ihres Netzgebiets an das Elektrizitätsnetz anzuschliessen, wenn es aufgrund einer umfassenden Abwägung der öffentlichen und privaten Interessen gerechtfertigt ist.[6]

In diesen Fällen befreit es den Netzbetreiber, in dessen Netzgebiet sich der Endverbraucher oder die Endverbraucherin befindet, von der Anschlusspflicht.

Art. 7 Kostentragung für Anschlüsse ausserhalb der Bauzone[7]

Werden Endverbraucher und Endverbraucherinnen oder Elektrizitätserzeuger ausserhalb der Bauzone angeschlossen, tragen sie die Kosten für:

  1. Erstellung der Anschlussleitung ab bestehendem Elektrizitätsnetz;
  2. Beanspruchung des vorgelagerten Netzes.

Von dieser Regelung kann abgewichen werden, soweit die Beiträge von Endverbrauchern und Endverbraucherinnen oder Elektrizitätserzeugern die nach Abs. 1 dieser Bestimmung berechneten Kosten nicht übersteigen.

Art. 8 Streitigkeiten betreffend Anschlusspflicht

Wird die Anschlusspflicht bestritten, entscheidet das zuständige Departement.

III. Leistungsaufträge

Art. 9 Leistungsaufträge[8] der Regierung

Die Regierung kann nach Anhörung der Elektrizitätswirtschaft allen Netzbetreibern einen gleichlautenden Leistungsauftrag erteilen für:

  1. die Sicherstellung der Grundversorgung;
  2. die Gewährleistung der Versorgungssicherheit im Netzbereich, insbesondere von Massnahmen zur Bewältigung ausserordentlicher Lagen;
  3. die Effizienzsteigerung der Elektrizitätsverwendung;
  4. die Nutzung erneuerbarer Energie.

IV. Schlussbestimmungen

Art. 10 Busse

Mit Busse bis Fr. 100 000.– wird bestraft, wer vorsätzlich:

  1. verfügte Anschlusspflichten verletzt;
  2. Leistungsaufträge nicht befolgt.

Wird die Tat fahrlässig begangen, ist die Strafe Busse bis Fr. 20 000.–.

Art. 11 Juristische Personen

Werden die Widerhandlungen mit Wirkung für eine juristische Person begangen, wird die juristische Person gebüsst.

Die Bestrafung der handelnden Organe oder Vertreter bleibt vorbehalten.

Art. 12 Vollzugsbeginn

Die Regierung bestimmt den Vollzugsbeginn dieses Erlasses.

Egress

nGS 46–29

* Änderungstabelle - Nach Bestimmung

Bestimmung Änderungstyp nGS-Fundstelle Erlassdatum Vollzugsbeginn
Erlass Grunderlass 46–29 16.11.2010 01.01.2011

* Änderungstabelle - Nach Erlassdatum

Erlassdatum Vollzugsbeginn Bestimmung Änderungstyp nGS-Fundstelle
16.11.2010 01.01.2011 Erlass Grunderlass 46–29