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Konkordat über die nicht eidgenössisch konzessionierten Luftseilbahnen und Skilifte

Präambel

Konkordat über die nicht eidgenössisch

konzessionierten Seilbahnen und

Skilifte

Vom 15. Oktober 1951 (Stand 18. Juni 1973)

Um den Betrieb auf den nicht eidgenössisch konzessionierten Luftseilbah-

nen und Skiliften möglichst sicher zu gestalten, wird von den Konkordats-

kantonen, gestützt auf Artikel 7 Absatz 2 der Bundesverfassung, das nach-

stehende Konkordat abgeschlossen:

I. Zweck und Umfang

Art. 1 Zweck

Die dem Konkordat beitretenden Kantone schliessen sich zusammen,

  1. um einheitliche Vorschriften aufzustellen, welche den Betrieb der unter das Konkordat fallenden Anlagen möglichst sicher gestalten, oh- ne die Kosten für Bau und Betrieb allzu sehr zu erhöhen;
  2. um eine interkantonale Kontrollstelle einzusetzen, die technische Fra- gen zuhanden der Kantone begutachtet;
  3. um die einheitliche Anwendung der technischen Vorschriften zu för- dern.

Die Halbkantone sind in allen Teilen den Kantonen gleichgestellt.

Art. 2 Anwendungsbereich

Das Konkordat bezieht sich auf alle Seilbahnen für Personen oder Warentransporte, insbesondere Luftseilbahnen, Skilifte und schräg geführte Lifte. Hievon ausgenommen sind:

  1. Seilbahnen, die der eidgenössischen Konzessionspflicht unterstehen;
  2. Seilbahnen für den ausschliesslichen Warentransport, sofern sie den öffentlichen Verkehr oder öffentliche Anlagen nicht gefährden kön- nen.

In allen Fällen ist die Erstellung einer Luftseilbahn, die ein Flughindernis im Sinne der Artikel 67 ff. der Vollzugsverordnung vom 5. Juni 1950 zum Luftfahrtgesetz darstellt, der zuständigen kantonalen Behörde zu melden.

Das Konkordat bezieht sich ferner auf alle Skilifte, die nur als solche betrieben werden.

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II. Bau und Betrieb der Anlagen

Art. 3 Bewilligungen

Für den Bau und Betrieb der unter das Konkordat fallenden Luftseilbah- nen und Skilifte sind Bewilligungen desjenigen Kantons erforderlich, auf dessen Gebiet die Anlage errichtet und betrieben werden soll. Überquert eine solche Anlage das Gebiet verschiedener Kantone, so ist die Bewilli- gung aller beteiligten Kantone einzuholen.

Mit der Erteilung der Bau- und Betriebsbewilligung übernimmt der Kan- ton keinerlei Haftung für Mängel oder Schäden. Der Betriebsinhaber hat hiefür allein einzustehen.

Art. 4

Enteignungsrecht Die Kantone können dem Inhaber der Bewilligung das Enteignungsrecht nach kantonalem Recht verleihen.

Art. 5 Voraussetzungen der Bewilligungen

Die Kantone erteilen die Bewilligung zum Bau oder zum Betrieb einer Anlage erst dann, wenn das Projekt oder die Anlage in baulicher, techni- scher und finanzieller Hinsicht den Bestimmungen dieses Konkordats und des zugehörigen Reglements entspricht, wenn die vorgeschriebenen Versi- cherungen abgeschlossen sind und wenn

  1. die Anlage nicht öffentliche Interessen des Bundes, wie namentlich Interessen der Landesverteidigung, der Forstpolizei, der Raumplanung und des Natur- und Heimatschutzes, verletzt;
  2. sie weder dem Bund gehörende oder von ihm konzessionierte Trans- portunternehmen noch unter der Hoheit des Kantons stehende Skilifte und Luftseilbahnen wesentlich konkurenziert;
  3. sie einem Bedürfnis entspricht;
  4. die Sicherheit ihres Betriebes gewährleistet ist;
  5. die Betriebsbewilligung auf längstens 20 Jahre befristet ist.

Vor Erteilung der Bewilligungen werden die Bauprojekte und die be- triebsbereiten Anlagen im Auftrage des zuständigen Kantons von einer technischen Kontrollinstanz nach den Bestimmungen dieses Konkordates und des Reglementes begutachtet.

Art. 6 Unterhalt und Kontrolle

Der Betriebsinhaber ist für den dauernd guten Unterhalt der Anlagen verantwortlich.

Die Kantone veranlassen nach Bedürfnis, bei Anlagen mit Personenbe- förderung in der Regel eine jährlich sich wiederholende technische Kon- trolle der Anlagen. Über diese Kontrollen sind zuhanden des Kantons Protokolle aufzunehmen.

Der zuständige Kanton kann dem Betriebsinhaber Frist ansetzen für die Behebung festgestellter Mängel, unter der Androhung des Bewilligungs- entzuges und der Bestrafung wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfü- gungen. Bei unmittelbarer Gefährdung kann der Kanton oder die mit der

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technischen Kontrolle beauftragte Instanz im Sinne von Artikel 12 Absatz

die Anlage sofort stillegen.

Art. 7 Sanktionen

Die Kantone sind berechtigt, die erteilte Bewilligung vorübergehend oder dauernd zu entziehen oder eine zum Schutze von Personen als drin- gend notwendig erachtete Änderung der Anlage auf Kosten des Betriebs- inhabers selber anzuordnen, wenn wichtige Bestimmungen dieses Konkordates oder der Ausführungsvor- schriften verletzt werden oder wenn Anordnungen der Aufsichtsbehörden nicht oder nicht rechtzeitig Folge geleistet wird.

Die strafrechtliche Verfolgung, beispielsweise wegen Ungehorsams ge- gen amtliche Verfügungen, obliegt den Kantonen.

Für die Sicherstellung ihrer Forderungen sind die Kantone befugt, vom Bewilligungsempfänger die Stellung einer Kaution zu verlangen. III. Organisation

Art. 8 Organe

Die Organe des Konkordates sind die Konferenz, die Geschäftsleitung und die Rechnungsrevisoren.

Die am Konkordat interessierten Kreise können zu den Beratungen bei- gezogen werden.

Art. 9 Konferenz

Das oberste Organ ist eine von sämtlichen dem Konkordat angeschlosse- nen Kantonen gebildete Konferenz. Jeder Kanton bezeichnet einen offizi- ellen Vertreter und einen Stellvertreter. Den Sitzungen der Konferenz dürfen weitere Kantonsvertreter beiwohnen.

Jeder Kanton verfügt in der Konferenz über eine Stimme. Die Beschlüsse werden mit einfachem Mehr der anwesenden Stimmberechtigten gefasst. Der Präsident hat den Stichentscheid.

Die Konferenz ist zuständig für:

. die Aufstellung von Vorschriften für den Bau und Betrieb der unter das Konkordat fallenden Luftseilbahnen und Skilifte;

. die Aufstellung eines Geschäftsreglementes für den Verkehr der Kan- tone mit den Organen des Konkordates und der technischen Kontroll- stelle, eines Pflichtenheftes für die technische Kontrolle und einer Ge- bührenordnung;

. die Wahl der Mitglieder der Geschäftsleitung und des Sekretärs für eine Amtsdauer von 5 Jahren; das Sekretariat kann einer kantonalen Baudirektion, eine anderen kantonalen Amtsstelle oder einer sonst ge- eigneten Organisation übertragen werden;

. die Wahl von 2 Rechnungsrevisoren;

. die Bezeichnung einer technischen Kontrollstelle;

. die Genehmigung von Voranschlag, Jahresrechnung und Jahresbericht und die Festsetzung der Kantonsbeiträge;

. Aussprachen über gemeinsam interessierende Fragen im Interesse eines einheitlichen Vollzuges der Konkordatsbestimmungen.

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Die Konferenz tritt ordentlicherweise einmal jährlich zusammen. Der Präsident ist befugt, jederzeit eine ausserordentliche Konferenz einzube- rufen. Er ist hiezu verpflichtet, wenn dies von mindestens einem Viertel der Konkordatskantone verlangt wird.

Die Verhandlungsgegenstände sind rechtzeitig bekannt zu geben. Ande- re Geschäfte dürfen nur dann abschliessend behandelt werden, wenn alle vertretenden Kantone damit einverstanden sind.

Art. 10 Geschäftsleitung

Die Geschäftsleitung besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und einem weiteren Mitglied der Konferenz. Der Sekretär und der Leiter der technischen Kontrollstelle nehmen mit beratender Stimme an den Sitzungen der Geschäftsleitung teil.

Die Geschäftsleitung besorgt alle jene Geschäfte, die nicht ausdrücklich einem andern Organ übertragen sind. Sie hat insbesondere folgende Auf- gaben:

. Vorbereitung und Vollzug der Konferenzbeschlüsse;

. Beaufsichtigung der technischen Kontrollstelle;

. Führung des gesamten Rechnungswesens. Erstellung der Jahresrech- nung und Antragstellung zum Voranschlag;

. Abfassung des Jahresberichtes;

. Protokollführung an den Sitzungen der Konferenz.

Die Konferenz kann der Geschäftsleitung weitere Aufgaben übertragen.

Die Geschäftsleitung hat den Rechnungsrevisoren die Bücher und Belege vorzuweisen und auf Verlangen alle notwendigen Aufschlüsse über die Geschäftstätigkeit zu erteilen.

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Rechnungsrevisoren Die beiden Rechnungsrevisoren prüfen jährlich einmal die Buchhaltung der Geschäftsleitung und erstatten darüber der Konferenz Bericht.

Art. 12 Technische Kontrollstelle

Die technische Kontrollstelle steht den Kantonen namentlich für folgen- de Aufgaben zur Verfügung:

. Begutachtung von Projekten;

. Abnahme betriebsbereiter Anlagen, eingeschlossen der bei Inkrafttre- ten des Konkordates bereits bestehenden Anlagen;

. Periodische und ausserordentliche Kontrollen der Anlagen und techni- sche Untersuchungen bei Unfällen, Betriebsstörungen und Betriebsge- fährdungen;

. Berichterstattung über die Kontrollen und Untersuchungen an die Geschäftsleitung und an die zuständigen Kantone;

. Beratung der Organe der Konferenz und der zuständigen Instanzen der Kantone, insbesondere Ausarbeitung von Vorschlägen für die Schaffung neuer, Lockerung oder Verschärfung bestehender Bestim- mungen;

. Ausarbeitung von Rapporten an die Geschäftsleitung als Grundlagen für den Jahresbericht und für die Berechnung von Gebühren.

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Bei unmittelbar drohender Gefahr hat die technische Kontrollstelle, wenn nötig mit Polizeigewalt, die betreffende Anlage sofort stillzulegen und diesen Entscheid dem zuständigen Kanton auf dem schnellsten Wege zu melden. Der endgültige Entscheid über die Betriebseinstellung steht der zuständigen kantonalen Amtsstelle zu.

Die Konferenz kann der technischen Kontrollstelle weitere Aufgaben übertragen. Diese darf soweit nötig für Spezialfragen Fachleute beiziehen. Über den Geschäftsverkehr und die Befugnisse der Kontrollstelle wird ein Pflichtenheft aufgestellt.

Art. 13 Finanzierung

Die für die Durchführung des Konkordates erforderlichen Mittel werden durch Gebühren der Betriebsinhaber und durch Beiträge der Kantone beschafft.

Die Gebühren für die Tätigkeit der technischen Kontrollstelle werden von den Betriebsinhabern erhoben. Dabei wird die aufgewendete Zeit und die Bedeutung der Anlage berücksichtigt.

Es wird eine Gebührenordnung aufgestellt.

Die Beiträge der Kantone werden nach Zahl und Bedeutung der Anlagen berechnet.

Art. 14

Sitz Der Sitz des Konkordates befindet sich am Ort des Sekretariates.

Art. 15 Ein- und Austritt

Der Eintritt steht jedem Kanton frei, in dessen Gebiet sich wenigstens eine der unter das Konkordat fallenden Anlagen befindet.

Der Austritt kann auf Ende eines Kalenderjahres und unter Berücksichti- gung einer wenigstens einjährigen Kündigungsfrist erfolgen, nachdem sämtliche aus dem Konkordat fliessenden Verbindlichkeiten erfüllt sind. IV. Schlussbestimmungen

Art. 16 Bestehende Anlagen

Schon bestehende Anlagen sind innert der vom zuständigen Kanton festzusetzenden Frist, spätestens jedoch innert 10 Jahren nach dem Beitritt des Kantons zum Konkordat seinen Vorschriften und denjenigen des Reg- lementes anzupassen.

Die Kantone erteilen den Inhabern solcher Anlagen nach Inkrafttreten des Konkordates eine für die Übergangszeit gültige Betriebsbewilligung, sofern die minimalen Sicherheiten gewährleistet sind.

Dieses Konkordat gilt im übrigen sinngemäss auch für die schon beste- henden Anlagen.

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Art. 17 Verhältnis zu andern Rechtsquellen

Weitergehende und ergänzende Vorschriften und Weisungen der Kanto- ne sowie gegebenenfalls der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt für die der obligatorischen Unfallversicherung unterstellten Luftseilbah- nen und Skilifte bleiben vorbehalten.

Im übrigen tritt während der Geltungsdauer des Konkordates widerspre- chendes kantonales Recht ausser Wirksamkeit.

Art. 18

Inkrafttreten Das Konkordat tritt nach Annahme durch wenigstens 5 Kantone in Kraft.1 ) Vom Schweizerischen Bundesrat am 17. Juni 1955 genehmigt ________________

) Heute sind dem Konkordat 22 Kantone und Halbkantone beigetreten (1. August 1982).