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720.111

Verordnung über die Denkmalpflege und Archäologie

Denkmalschutzverordnung, DSV

Präambel

SRSZ 1.2.2025 1

Verordnung über die Denkmalpflege und Archäologie (Denkmalschutzverordnung,

DSV) 1

(Vom 10. Dezember 2019)

Der Regierungsrat des Kantons Schwyz,

Art. 20

gestützt auf 6. Februar 20 des Gesetzes über die Denkmalpflege und Archäologie vom 19 (Denkmalschutzgesetz, DSG)2, beschliesst:

  1. Allgemeine Bestimmungen

Art. 13

Zuständigkeiten

  1. Bildungsdepartement

Das Bildungsdepartement ist das zuständige Departement gemäss Denkmal- schutzgesetz.

Es nimmt insbesondere die folgenden Aufgaben wahr:

  1. Ausübung der unmittelbaren Aufsicht über die Denkmalpflege und die Archäo- logie;
  2. Zusicherung des Kantonsbeitrages an ein Schutzobjekt bis und mit Fr. 800 000.--;
  3. Information der betroffenen Grundeigentümer über die Schutzwürdigkeit ihrer Bauten im Rahmen der Inventarbereinigung.

Art. 2 b) Amt für Kultur

Das Amt für Kultur ist das zuständige Amt gemäss Denkmalschutzgesetz. Ihm gehören die kantonalen Fachstellen für Denkmalpflege und Archäologie an.

Die Leitungen der Fachstellen unterstehen dem Amtsvorsteher.

Das Amt leitet die Inventarverfahren.

Art. 3 c) Kantonale Fachstelle für Denkmalpflege

Die Kantonale Denkmalpflege ist die kantonale Fachstelle für Denkmalpflege im

Art. 15

Sinne von 2 Sie erfü einer ande 3 Sie nimm a) Beurtei chen Verän b) Aufsich gungen und Abs. 2 DSG. llt alle kantonalen denkmalpflegerischen Aufgaben soweit diese nicht ren Instanz zugewiesen sind. t insbesondere folgende Aufgaben wahr: lung und Begleitung von fachgerechten Restaurierungen oder bauli- derungen an Schutzobjekten; t über die Einhaltung der angeordneten Schutzbestimmungen, Bedin- Auflagen;

Art. 9

c) Beurteilung von Bauvorhaben in ISOS-A-Gebieten im Sinne von d) Verfassen von Fachberichten im Baubewilligungs- oder im Plan Abs. 3 DSG; ungsverfahren;

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Art. 56

e) Beurteilung des Umgebungsschutzes im Sinne von Baugesetzes vom 14. Mai 19874 und von kommunalen B f) Überprüfung der Schutzwürdigkeit eines Objekts des Planungs- und aureglementen; im Einzelfall;

  1. Nachführung des kantonalen Schutzinventars;
  2. Beratung der vorgesetzten Stellen sowie der Gemeindebehörden in denkmal- pflegerischen Belangen;
  3. administrative Bearbeitung der Gesuche um Restaurierungsbeiträge;
  4. Dokumentation der Restaurierungsfälle;
  5. Öffentlichkeitsarbeit.

Art. 4

d) Kantonale Fachstelle für Archäologie

Art. 15

Das Staatsarchiv ist die kantonale Fachstelle für Archäologie im Sinne von Abs. 2 DSG.

Es erfüllt alle kantonalen Aufgaben im Bereich Archäologie, soweit diese nicht einer anderen Instanz zugewiesen sind.

Es nimmt insbesondere folgende Aufgaben wahr:

  1. Führen einer archäologischen Fundortkartei;
  2. Entgegennahme von Fundmeldungen;
  3. Sicherstellung der organisatorischen und administrativen Belange von archäo- logischen Untersuchungen;
  4. Verfassen von Fachberichten im Baubewilligungs- oder im Planungsverfahren;
  5. Durchführung und Beaufsichtigung von Grabungen oder Prospektionen;
  6. Verwaltung, Konservierung und Dokumentation der Bodenaltertümer;
  7. Öffentlichkeitsarbeit. II. Kantonales Schutzinventar

Art. 5

Schutzziele Es werden die folgenden Schutzziele unterschieden:

  1. Schutzziel I: Pflicht zur ungeschmälerten Erhaltung der äusseren und inneren Bauteile, Raumstrukturen und festen Ausstattungen;
  2. Schutzziel II: Pflicht zur Erhaltung des äusseren Erscheinungsbildes, Bewah- rung der Raumstrukturen;
  3. Schutzziel III: Pflicht zur Erhaltung des Charakters.

Art. 6 Aufnahmekriterien

Ein kulturell, geschichtlich, kunsthistorisch oder städtebaulich erheblicher Wert

Art. 3

im Sinne der § Bedeutung habe a) wichtige Ze b) prägende El Abs. 1 und 5 Abs. 1 DSG liegt vor, wenn Objekte namentlich n als: ugen der Schwyzer oder Schweizer Geschichte; emente der traditionellen Siedlungslandschaft oder des baukultu- rellen Erbes;

  1. Sakralbauten;
  2. mittelalterliche und neuzeitliche Blockbauten mit einem hohen Anteil an ori- ginaler Bausubstanz;

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  1. Bauwerke mit Wahrzeichencharakter oder überdurchschnittlicher architekto- nischer Qualität;
  2. Bauten mit hohem Erinnerungs- oder Identifikationswert;
  3. historisch bedeutsame Industriebauten.

Diese Aufnahmekriterien finden Anwendung auf Einzelbauten und Gebäude-

Art. 3

gruppen gemäss Abs. 2 Bst. b DSG.

Art. 7

Einstufung der Schutzobjekte Die Schutzobjekte werden ihrer Bedeutung entsprechend in die Kategorien «na- tional», «regional» oder «lokal» eingeteilt.

Art. 8 Wirkung der Aufnahme ins Schutzinventar

Es ist untersagt, Schutzobjekte zu verunstalten, in ihrer Wirkung zu beeinträch- tigen, der Allgemeinheit zu entziehen oder ohne Bewilligung des Regierungsrates zu beseitigen.

Im Baubewilligungsverfahren ist ein Schutzobjekt als solches zu deklarieren.

Die Kantonale Denkmalpflege ist vor Beginn der Planung von Restaurierungen oder Veränderungen zu kontaktieren und mit den entsprechenden Unterlagen zu bedienen.

Art. 8a

Beitragsverfahren

  1. Gesuchseinreichung

Das Gesuch um einen Kantonsbeitrag ist der Kantonalen Denkmalpflege mit dem vollständig ausgefüllten offiziellen Gesuchsformular und allen nötigen Bei- lagen einzureichen.

Die Kantonale Denkmalpflege:

  1. prüft, ob das Gesuch vollständig ist und die zeitlichen Bestimmungen nach

Art. 16c

Abs. 1 und 2 DSG eingehalten sind;

  1. kann das Gesuch zur Verbesserung zurückweisen, wenn die Anforderungen an Form und Inhalt nicht erfüllt sind;
  2. kann weitere erforderliche Unterlagen einverlangen und eine Nachfrist zur Nachreichung von Unterlagen gewähren.

Das Bildungsdepartement trifft einen Nichteintretensentscheid, wenn:

  1. das betroffene Schutzobjekt nicht im kantonalen Schutzinventar aufgenommen ist;
  2. das Beitragsgesuch die Anforderungen an Form und Inhalt nicht erfüllt.

Art. 8b 6 b) Berechnung, beitragsberechtigte Kosten

b) Berechnung, beitragsberechtigte Kosten

Die Kantonale Denkmalpflege berechnet den Kantonsbeitrag aufgrund der bei- tragsberechtigten Kosten.

Beitragsberechtigt sind Kosten, die im direkten Zusammenhang mit der schutz- würdigen Substanz stehen, der Erreichung des Schutzzieles dienen und tatsäch- lich anfallen. Darunter fallen insbesondere:

  1. Abklärungen verschiedener Art im Zusammenhang mit dem Restaurierungs- ziel;

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  1. die Restaurierung des künstlerisch oder historisch relevanten Bestandes in- klusive Ausstattung;
  2. Umgebungsarbeiten in direktem Zusammenhang mit den Restaurierungs- massnahmen;
  3. Ergänzungen und Nachbildungen, ausgenommen freie Nach- und Neuschöp- fungen.

Nicht beitragsberechtigt sind insbesondere Kosten für:

  1. wert- oder komfortvermehrende Massnahmen;
  2. Massnahmen, die unabhängig von der Denkmaleigenschaft anfallen;
  3. Unterhaltsarbeiten;
  4. Kapitalzinsen und Gebühren.

Die Kantonale Denkmalpflege legt für die einzelnen Arbeitsgattungen die Anteile zur Ermittlung der beitragsberechtigten Kosten fest und veröffentlicht diese.

Art. 8c 7 c) Zusicherung

c) Zusicherung

Erfüllt das Schutzobjekt die Voraussetzungen für den Erhalt von Kantonsbeiträ-

Art. 8b

gen, sichert die zuständige Behörde gestützt auf die Berechnung nach den voraussichtlichen Kantonsbeitrag zu.

Mit dem Beitragsentscheid können Auflagen und Bedingungen verbunden wer- den, insbesondere, dass:

  1. eine Abschlussdokumentation zuhanden der Kantonalen Denkmalpflege er- stellt wird;
  2. der Kantonalen Denkmalpflege Handänderungen oder andere rechtliche Ver- änderungen unverzüglich gemeldet werden.

Sind die Voraussetzungen für einen Kantonsbeitrag nicht gegeben, lehnt das Bildungsdepartement das Beitragsgesuch ab.

Art. 8d 8 d) Meldepflicht, Begleitung

d) Meldepflicht, Begleitung

Der Empfänger von Kantonsbeiträgen meldet der Kantonalen Denkmalpflege ins- besondere:

  1. den Beginn der Arbeiten;
  2. Kostenart und Umfang von Eigenleistungen;
  3. erhebliche Mehrkosten;
  4. Versicherungsleistungen aus Schadenfällen;
  5. Subventionszahlungen von Bund, Bezirk oder Gemeinde.

Treten im Rahmen der Bau- und Restaurierungsarbeiten bisher unbekannte Bau- teile, Oberflächen oder Ausstattungen zu Tage, ist die Kantonale Denkmalpflege unverzüglich zu informieren.

Die Kantonale Denkmalpflege begleitet die Ausführung der bewilligten Bau- und Restaurierungsarbeiten und überprüft die Einhaltung der Auflagen und Bedingun- gen. Bei der Meldung von Mehrkosten teilt sie dem Empfänger mit, ob ein Ergän- zungsgesuch einzureichen ist.

Art. 8e 9 e) Auszahlung

e) Auszahlung

Nach Abschluss der Arbeiten reicht der Empfänger der Kantonalen Denkmal- pflege die Schlussabrechnung ein. Diese kann weitere Unterlagen verlangen.

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Die Berechnung des definitiven Kantonsbeitrages erfolgt anhand der effektiven beitragsberechtigten Kosten.

Nach der Prüfung und Genehmigung der Abrechnung sowie der Abnahme der Ar- beiten veranlasst die Kantonale Denkmalpflege die Auszahlung des Kantonsbeitrags. In besonderen Fällen, hauptsächlich bei langen und teuren Bauarbeiten, kann der Kantonsbeitrag nach Massgabe des Baufortschritts in Raten ausbezahlt werden. III. Ortsbildschutz

Art. 9 ISOS-A-Gebiete

Neubauten, wesentliche Umbauten und räumliche Veränderungen in ISOS-A- Gebieten sind im Baubewilligungsverfahren von der Kantonalen Denkmalpflege zu beurteilen.

Die Gemeinden stellen sicher, dass solche Vorhaben der Kantonalen Denkmal- pflege zur Beurteilung vorgelegt werden. IV. Archäologie

Art. 10 Fundstelleninventar

Das archäologische Fundstelleninventar erfasst nachgewiesene oder vermutete archäologische und geschichtliche Stätten, Fundstellen und Ruinen im Kanton Schwyz.

Gebiete, in denen gemäss dem archäologischen Fundstelleninventar mit archäo- logischen Funden zu rechnen ist, müssen vor Baubeginn auf archäologische Funde hin überprüft werden. Das Staatsarchiv bestimmt den Umfang der Abklä- rung oder Untersuchung.

Sind bei Bauvorhaben archäologische Interessensgebiete betroffen, ist im Bau- bewilligungsverfahren darauf hinzuweisen.

Art. 11 Aufsicht bei archäologischen Ausgrabungen

Das Staatsarchiv beaufsichtigt die archäologischen Ausgrabungen. Es kann Dritte beiziehen.

Die private Suche nach archäologischen Funden mit technischen Hilfsmitteln, wie Metalldetektoren, ist nicht zulässig.

Art. 12

Meldung von archäologischen Funden Archäologische Funde sind unverzüglich dem Staatsarchiv zu melden.

  1. Inventarbereinigung

Art. 13

Überführung und Durchführung

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Die Kantonale Denkmalpflege überführt die Objekte im Kantonalen Inventar für geschützte Bauten und Objekte (KIGBO) ins Kantonale Schutzinventar. Danach

Art. 21

hat sie eine Inventarbereinigung gemäss DSG durchzuführen. Sie kann Dritte beiziehen.

Der Regierungsrat regelt die Einzelheiten.

Art. 14 Veröffentlichung, Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2020 in Kraft.10

Sie wird im Amtsblatt veröffentlicht und nach Inkrafttreten in die Gesetzsammlung aufgenommen.

GS 25-65 mit Änderungen vom 20. August 2024 (GS 27-43).

SRSZ 720.100.

Abs. 2 Bst. b in der Fassung vom 20. August 2024.

SRSZ 400.100.

Neu eingefügt am 20. August 2024.

Neu eingefügt am 20. August 2024.

Neu eingefügt am 20. August 2024.

Neu eingefügt am 20. August 2024.

Neu eingefügt am 20. August 2024.

1. Januar 2020 (Abl 2019 2998); Änderungen vom 20. August 2024 am 1. Oktober 2024 (Abl 2024 2084) in Kraft getreten.