06.3298 · Motion · 2006-06-21
Finanzdepartement
Erledigt
Wortlaut
Der Bundesrat wird beauftragt, auf Ende des Schuljahres 2007 200 neue Praktikumsplätze zu schaffen.
Begründung
Die Arbeitslosigkeit der 20- bis 24-Jährigen ist deutlich höher als die jeder anderen Altersgruppe und liegt zurzeit bei 5,3 Prozent. Dies liegt zu einem grossen Teil daran, dass junge Erwachsene nach der Berufslehre, der Maturität oder einer weiterführenden Ausbildung zu wenig berufliche Praxis mitbringen und deshalb nicht gerne eingestellt werden. Durch ein Praktikum lässt sich dieses Manko deutlich verbessern, und damit steigen die Chancen der jungen Erwachsenen auf einen Arbeitsplatz nach Absolvieren eines Praktikums an.
Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement fordert die Schaffung von Praktikumsplätzen als Massnahme gegen die Jugendarbeitslosigkeit in veröffentlichten Papieren. Darin steht auch, der Bund solle mit der Schaffung neuer Praktikumsplätze als Vorbild vorangehen.
Es ist wichtig, dass junge Menschen den Einstieg ins Erwerbsleben schaffen und dass sie dazu eine Chance erhalten. Denn junge Erwachsene ohne Arbeitsplatz und Perspektiven sind gesellschaftspolitisch wie auch aus volkswirtschaftlicher Sicht keine befriedigende Lösung.
Antrag des Bundesrates
Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
Stellungnahme des Bundesrates
Der Bundesrat teilt die Einschätzung, dass die Arbeitslosigkeit junger Erwachsener ein gesellschaftspolitisches und volkswirtschaftliches Problem darstellt. Er ist gewillt, seinen Beitrag zur Schaffung von Praktikumsplätzen in der Bundesverwaltung zu leisten. Er hat deshalb im Voranschlag für das Jahr 2007 zusätzliche Mittel in der Höhe von 2 Millionen Franken eingestellt, um das Praktika-Angebot für Lehrabgänger und -abgängerinnen und Fachhochschul- und Hochschulabsolventen und -absolventinnen zu erhöhen. Damit erhalten die Dienststellen die Möglichkeit, gezielt Praktikumsstellen in geeigneten Aufgabengebieten anzubieten. Jedoch gilt es zu bemerken, dass die knapper werdenden personellen Ressourcen und die damit verbundene zusätzliche Belastung der potenziellen Betreuungspersonen den Ausbau erschweren.
Der Bundesrat wird bei der Zuteilung der Mittel darüber wachen, dass den Praktikanten und Praktikantinnen qualifizierende Aufgabengebiete übertragen werden. Daneben engagiert sich die Bundesverwaltung ebenfalls am Programm des Seco für stellenlose Lehrabgänger und -abgängerinnen sowie Fachhochschul- und Hochschulabsolventen und -absolventinnen. Dieses erlaubt jungen Menschen, während sechs Monaten berufliche Erfahrungen zu sammeln, und verbessert dadurch deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Aufgrund des grossen Engagements der Bundesverwaltung ist der Bundesrat der Ansicht, dass er das Anliegen der Motionärin weitgehend erfüllen wird, möchte sich hingegen nicht quantitativ verpflichten.
Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.