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20.3116 · Motion · 2020-03-12

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt:

1. die "dunklen Korridore" systematisch zu erheben und detailliert zu kartografieren;

2. in Absprache mit den Kantonen eine Liste der Massnahmen zur Reduktion der Lichtverschmutzung auf dem Gebiet der Schweiz, einschliesslich der öffentlichen Gebäude in Bundesbesitz, zu erstellen;

3. im Rahmen der Umstellung der öffentlichen Beleuchtung auf LED, die mit einer verbesserten Energieeffizienz einhergeht, diejenige Lösung zu wählen, die für die Biodiversität hinsichtlich Lichtintensität, Wärmeabstrahlung und Farbtemperatur am wenigsten schädlich ist;

4. die rechtliche Grundlage zur Schaffung "dunkler Fenster" - den Wegfall oder die starke Reduktion der öffentlichen Beleuchtung während der Nacht - zu schaffen.

Begründung

Bei der Lichtverschmutzung handelt es sich um Zuviel an Licht zu Nachtzeiten. Dies hat Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, weil der Schlaf gestört wird; bei Tieren stört die Lichtverschmutzung deren Biorhythmus, deren nächtlichen Aktivitäten oder deren Migration. Und auch auf die Flora und die Biodiversität hat ein Zuviel an Licht während der Nacht einen störenden Einfluss. Kommt dazu, dass Licht, das eigentlich zur Beleuchtung am Boden gedacht ist, oftmals nach oben gerichtet ist ; die Lichtverschmutzung reduzieren bedeutet auch, das Licht ganz nach unten zu richten und auf diese Weise Energie und Geld zu sparen.

Mit dieser Motion wird die effiziente Reduktion der Lichtverschmutzung mit Massnahmen in vier Bereichen verlangt:

1. Eine Bestandesaufnahme "dunkler Korridore": Indem diese Korridore kartografiert werden, werden auch Unterbrüche dieser biologischen Räume sichtbar - Lichtstrahlen errichten eine physische Mauer, die Tiere in isolierten Parzellen einschliesst.

2. Konkrete Massnahmen zur Reduktion der Lichtverschmutzung: Durch gesetzliche Massnahmen zum Schutz dunkler Korridore, aber auch durch weitere Massahmen auf dem gesamten Gebiet der Schweiz, auch im städtischen Raum, kann die Lichtintensität gesamthaft reduziert werden.

3. Die Wahl der richtigen Farbtemperatur ist kein Detail. Die Verwendung weisser LED, die einen grossen Anteil blauen Lichts enthalten, sind für Lebewesen mit erhöhter Sensibilität für blaues und violettes Licht schädlich. Es geht somit darum, andere Leuchtkörper mit warmen Farben zu wählen.

4. Oftmals in Absprache mit der örtlichen Bevölkerung haben mehr und mehr Gemeinden beschlossen, während der Nacht die öffentliche Beleuchtung auszuschalten. Dies ist beispielsweise in Val-de-Ruz im Kanton Neuenburg der Fall und bald auch in Vernier im Kanton Genf.

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

Stellungnahme des Bundesrates

Die beiden Motionen 19.3207 Guhl "Das dramatische Bienen- und Insektensterben rasch und konsequent stoppen" und 20.3010 der UREK-N "Insektensterben bekämpfen" berücksichtigen den Aspekt der Lichtverschmutzung bei der Bekämpfung des Insektensterbens bereits. Eine weitere Motion zum gleichen Themenbereich erachtet der Bundesrat daher als nicht notwendig.

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

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