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20.3656 · Interpellation · 2020-06-17

Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung

Erledigt

Wortlaut

1. Welches sind die Gründe, dass zusätzlich 4152 ältere Arbeitnehmer zwischen Januar 2020 und Mai 2020 arbeitslos gemeldet wurden?

2. In welchen Bereichen (aufgeschlüsselt nach Qualifikation und Berufsgattung, Lohnstruktur (aufgeschlüsselt nach monatlichen Lohneinnahmen unter 4000 CHF, zwischen 4000 CHF und 6000 CHF, zwischen 6000 CHF und 8000 CHF, und höher als 8000 CHF) und Beschäftigungsgrad (aufgeschlüsselt nach Arbeitspensen unter 50 Prozent, 50-75 Prozent und über 75%)) waren diese arbeitslos gemeldeten Arbeitnehmer tätig?

3. In welchen Kantonen waren diese zwischen dem Januar 2020 und Mai 2020 gemeldeten 4152 Arbeitslose wohnhaft?

Begründung

Zwischen Januar 2020 und Mai 2020 hat sich die Anzahl von älteren Arbeitslosen gemäss SECO zwischen 55 und 64 Jahren um 4152 auf 24 989 zugenommen. Während dem gleichen Zeitraum im Jahr 2019, hat sie sich um 2437 auf 18 056 reduziert. Die Wahrscheinlichkeit, dass die COVID-Krise zusätzlichen Druck auf ältere Arbeitnehmer ausübt scheint deshalb hoch und Bedarf weiterer Abklärungen.

Stellungnahme des Bundesrates

Frage 1

Infolge der Covid-19-Krise kam es im Vergleich zu den Vorjahresmonaten vermehrt zu Entlassungen. Ältere Arbeitnehmende waren jedoch nicht so stark davon betroffen, wie Arbeitnehmende aus den übrigen Altersgruppen.

Ende Januar 2020 waren 20 837 Personen im Alter zwischen 55 und 64 Jahren als arbeitslos bei den RAV registriert. Vier Monate später wurden in der gleichen Altersgruppe 24 989 Arbeitslose gezählt, was einer Differenz von 4152 Personen (+19,9 %) entspricht. Der Bestand der 15- bis 54-jährigen Arbeitslosen hat im gleichen Zeitraum um 30,8 Prozent (+30 823 Personen) und damit deutlich stärker zugenommen.

Frage 2

Die Statistik zeigt, dass 29 Prozent dieser 4152 Arbeitslosen vor der Anmeldung beim RAV Dienstleistungs- und Verkaufsberufe ausgeübt haben. 16 Prozent lassen sich der Berufsgruppe "Techniker und gleichrangige nichttechnische Berufe" zuordnen und 14 Prozent waren als Hilfsarbeitskräfte berufstätig. Die restlichen Berufskategorien (Führungskräfte etc.) weisen Anteile von 11 Prozent und kleiner auf. Rund die Hälfte der 4152 Betroffenen (48 %) verfügt über einen Abschluss der Sekundarstufe II.

22 Prozent weisen keinen solchen Abschluss auf und 26 Prozent verfügen über einen Abschluss der Tertiärstufe. Bei den restlichen Personen fehlt die Angabe zum höchsten Ausbildungsabschluss. Der Beschäftigungsgrad im zuletzt ausgeübten Beruf ist nicht bekannt, jedoch ist der gesuchte Beschäftigungsgrad indikativ für das frühere Arbeitspensum. So suchen 24 Prozent eine Teilzeitbeschäftigung (Beschäftigungsgrad < 90 %) und 76 Prozent eine Vollzeitstelle. 35 Prozent der Arbeitslosen zwischen 55 und 64 Jahren, die Anspruch auf Taggelder geltend machen können, weisen einen versicherten Verdienst von 4000 CHF oder weniger auf. Der versicherte Verdienst von 36 Prozent der Arbeitslosen liegt zwischen 4001 und 6000 CHF, der versicherte Verdienst von 11 Prozent zwischen 6001 und 8000 CHF. 18 Prozent der Arbeitslosen weisen einen versicherten Verdienst von mehr als 8000 CHF auf. Der maximale versicherte Verdienst beträgt 12 350 CHF.

Frage 3

In der untenstehenden Tabelle sind die Arbeitslosen in den Monaten Januar 2020 und Mai 2020 im Alter zwischen 55 und 64 Jahren differenziert nach Kanton des Wohnorts aufgeführt. Die absoluten Werte in der dritten Spalte entsprechen der Bestandsdifferenz (Bestand Mai 2020 - Bestand Januar 2020). Die Prozentangaben in der letzten Spalte zeigen, wie sich die Bestände in den Kantonen relativ entwickelt haben.

Tabelle

Die Vorstösse mit Tabellen und Grafiken können heruntergeladen werden unter: Ratsbetrieb / Curia Vista / Vorstösse mit Tabellen und Grafiken, die in der Geschäftsdatenbank nicht abgebildet werden können.

Antwort des Bundesrates.