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21.3069 · Postulat · 2021-03-04

Parlament

Erledigt

Wortlaut

Das Büro des Nationalrates wird beauftragt, eine offizielle Gedenkfeier für die Opfer der Covid-19-Pandemie und ihre Familien zu organisieren. Diese Gedenkfeier für die Opfer der grössten Gesundheitskrise der letzten Jahre kann in Zusammenarbeit mit der Landesregierung abgehalten werden. Sie soll stattfinden, sobald die epidemiologische Lage es erlaubt.

Begründung

Seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie vor einem Jahr sind in der Schweiz mehr als 10 000 Personen der Pandemie - der grössten Gesundheitskrise seit dem Zweiten Weltkrieg - zu Opfer gefallen. Viele dieser Personen konnten während der Krankheit nicht von ihren Angehörigen begleitet und, aus berechtigten und verständlichen epidemiologischen Gründen, nicht angemessen verabschiedet werden. Eine kollektive Gedenkfeier wäre eine Anerkennung dieses Schmerzes und würde ein wichtiges Zeichen setzen, nicht nur für die Angehörigen der Covid-19-Opfer, sondern auch für die Gesellschaft als Ganzes. Andere Staaten haben bereits offizielle Gedenkfeiern abgehalten. Die Landeskirchen werden den Verstorbenen mit Glockengeläut gedenken. Es ist wichtig, dass auch die Bundesversammlung, zusammen mit der Landesregierung, eine offizielle Gedenkfeier organisiert und diese abhält, sobald die epidemiologische Lage es in einem grösseren, würdevollen Rahmen erlaubt.

Antrag des Bundesrates

Das Büro beantragt die Ablehnung des Postulats. Die Minderheit (Trede, Brélaz, Pointet, Nordmann, Graf-Litscher, Kälin) beantragt die Annahme des Postulats.

Stellungnahme des Bundesrates

Die Covid-19-Pandemie ist eine Krise historischen Ausmasses. Sie hatte - und hat immer noch - erhebliche Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. Viele haben Angehörige verloren oder sind selbst erkrankt. Der Nationalratspräsident gedachte am 9. Dezember 2020 der Verstorbenen, sprach deren Angehörigen sein Beileid aus und rief die Ratsmitglieder auf, mit einer Schweigeminute ihr Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen. In den Augen des Büros ist es für eine Gedenkfeier jedoch noch zu früh, da die Krise noch nicht vorbei ist.Es ist zudem der Auffassung, dass eine solche Gedenkfeier aufgrund von deren Symbolik und emotionaler Bedeutung den Rahmen des Parlaments sprengt und deshalb in einem grösseren Rahmen organisiert werden sollte. Auf diese Weise könnte auch jegliche Gefahr von Politisierung vermieden werden.