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21.4585 · Postulat · 2021-12-16

Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, einen detaillierten Bericht vorzulegen zur effektiven Einkommenssituation der Bauernfamilien, auch im Vergleich mit den Referenzeinkommen im Sinne von Artikel 5 LwG. Der Bericht soll insbesondere eine Analyse der Stundenlöhne, einen Vergleich der Stundenvergütungen aller Personen, die an der Wertschöpfungskette der Nahrungsmittelproduktion beteiligt sind, sowie die Rolle der Einkünfte aus Nebenerwerben umfassen, insbesondere solcher, die von den Partnerinnen und Partnern erwirtschaftet werden. In seiner Beurteilung soll der Bundesrat alle Einkommenskategorien sowie den Strukturwandel und seine Auswirkungen berücksichtigen. Er soll ausserdem die Auswirkungen der derzeitigen agrarpolitischen Massnahmen auf die Einkommen in allen Regionen des Landes analysieren, insbesondere in der Bergzone. Er soll Wege zur Verbesserung des landwirtschaftlichen Einkommens aufzeigen, um den Fortbestand und die Resilienz der Familienbetriebe als Grundlage unserer Landwirtschaft zu gewährleisten.

Begründung

Die Familienbetriebe müssen die Grundlage einer nachhaltigen Schweizer Landwirtschaft bleiben, auch in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht. Die Anzahl der Bauernhöfe und in der Landwirtschaft Beschäftigten hat - bei überdurchschnittlicher Arbeitslast pro Person - in 20 Jahren um ein Drittel abgenommen (um 21 000 bzw. 54 000). Die landwirtschaftlichen Einkommen sind deutlich niedriger als vergleichbare Einkommen. 60 Prozent der Bauernfamilien erreichen das Referenzeinkommen nicht. Berggebiete sind benachteiligt. Diversifizierung und Nebenerwerb nehmen an Bedeutung zu (1/3 des Einkommens). Das Einkommen der Partnerinnen und Partner - im Wesentlichen Frauen - wird bei der Beurteilung, ob ein Schweizer Bauernhof gesund ist oder nicht, berücksichtigt.

Der Bericht soll auch folgende Aspekte einbeziehen: die Unterschiede zwischen Median- und Durchschnittswerten, die Besonderheiten der Bergzone, die von den Bauernfamilien inner- und ausserhalb des Betriebs erwirtschafteten Einkommen sowie die bezifferbaren und die nicht bezifferbaren Auswirkungen (z. B. Quersubventionen, moralischer Druck, Status, Finanzströme) insbesondere auf die Partnerinnen und Partner gemäss den geltenden Grundsätzen im Bereich der Gleichberechtigung und Stärkung der Frauen.

Beim Vergleich der Einkommen soll der Bericht die Statusunterschiede (Verantwortliche/Angestellte) berücksichtigen und die Stundenansätze auf jeder Ebene der gesamten Wertschöpfungskette vergleichen, damit festgestellt werden kann, wie die Wertschöpfung tatsächlich verteilt ist, und eine gerechtere Aufteilung erfolgen kann.

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.

Stellungnahme des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.

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