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21.7262 · Fragestunde. Frage · 2021-03-09

Departement des Innern

Erledigt

Wortlaut

Die Corona-Pandemie dauert bereits mehr als ein Jahr, zwischenzeitlich müssten erste verbindliche statistische Werte betreffend die Corona-Infektion vorliegen.

- Wie viele Infektionen werden statistisch doppelt erfasst?

- Wie hoch wird die Dunkelziffer geschätzt, allenfalls von welcher Annahme geht der Bundesrat aus?

- Wie hoch ist die Sterblichkeit?

Stellungnahme des Bundesrates

In der Statistik des Bundesamts für Gesundheit (BAG) werden Infektionen - d. h. positive Testresultate - nicht doppelt erfasst. Weist eine Person mehrere positive Tests auf, so werden diese derselben Person zugeordnet und zählen als ein Fall. Bei einem grossen zeitlichen Abstand zwischen zwei positiven Laborresultaten der gleichen Person werden die Ergebnisse erneut erfasst, da es sich um eine erneute Infektion mit dem Coronavirus ("Re-Infektion") handeln könnte. Im Rahmen des Forschungs-Programms Corona Immunitas wird die Verbreitung des Coronavirus in der Schweizer Bevölkerung bestimmt, indem von ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern Antikörper gemessen werden. Aus diesen Daten lässt sich die Dunkelziffer, also der Anteil unentdeckter Covid-19-Infektionen abschätzen. Aktuell geht der Bundesrat von einer Dunkelziffer bei Erwachsenen von 2-3 je nach Kanton aus, was heisst, dass es 2-3 Mal mehr infizierte Personen als diagnostizierte Fälle gibt. Bei Kindern liegt die Dunkelziffer derzeit bei 8. Zum Vergleich: in der ersten Welle lag die Dunkelziffer für Erwachsene bei 9 und bei Kindern zwischen 66 und 89. Die Abnahme der Dunkelziffer lässt sich hauptsächlich mit dem geänderten Testregime erklären: in der zweiten Welle wurde breiter und auch asymptomatisch getestet. Über die gesamte Epidemie betrachtet betrug die Fallsterblichkeit, basierend auf dem Anteil laborbestätigter Todesfälle (9360) an den laborbestätigten Fällen (566 412), am 9. März 2021 rund 1,7 Prozent. Zu bemerken ist, dass die Fallsterblichkeit wesentlich von der Zahl entdeckter Fälle abhängig ist, die ihrerseits durch die Teststrategie beeinflusst wird. Je höher die Dunkelziffer, desto mehr wird die Fallsterblichkeit überschätzt.