21.7848 · Fragestunde. Frage · 2021-09-20
Departement des Innern
Erledigt
Wortlaut
Viele junge Frauen lassen sich nicht impfen aus Angst, dass die Impfung ihre Fruchtbarkeit negativ beeinflussen könnte. Die Pfizer-Impfstudie schloss explizit Schwangere von der Teilnahme aus und es gibt noch keine Langzeitdaten zu diesem Risiko.
- Auf welcher gesetzlichen/medizinischen Grundlage setzt der Bundesrat junge Frauen einem indirekten Impfzwang aus?
- Haftet der Bund für mögliche Unfruchtbarkeitsschäden infolge der Impfung?
- Wie sieht die Statistik der Fehlgeburten pro Monat 2017-2021 aus?
Stellungnahme des Bundesrates
Es gibt keinerlei Evidenz, dass die Covid-19-Impfstoffe Fertilitätsprobleme bei Frauen oder Männern verursacht. Studien zeigen, dass die Covid-19-Impfung keine Auswirkung auf Spermienqualität, Follikelreifung und embryonale Einnistung hat. Auch zeigen internationale Überwachungsdaten, dass geimpfte schwangere Frauen keine gesundheitlichen Nachteile nach einer Impfung haben, weshalb sich auch keine Haftungsfragen des Bundes stellen. Bei entsprechenden Berichten handelt es sich um Falschinformationen. Allerdings zeigen Studien, dass schwangere, ungeimpfte Frauen ein erhöhtes Risiko für Hospitalisationen und schwere Verläufe haben. Dies bestätigt sich in der aktuellen Situation: es werden von Spitälern vermehrt von hospitalisierten und auch auf der Intensivstation betreuten schwangeren Frauen berichtet. Der Bund hat keine präzisen Zahlen zu Aborten oder Fehlgeburten, da Ereignisse im ersten Schwangerschaftsdrittel auch unbemerkt Vorkommen können. Die Statistik der Totgeburten (ab der 24. SSW) des Bundesamts für Statistik zeigt für die Jahre 2018-2020 einen leichten Rückgang. 2018 wurden 381, 2019 344 und 2020 319 Totgeburten registriert. Für 2021 liegen noch keine Daten vor.