21.7981 · Fragestunde. Frage · 2021-09-22
Departement des Innern
Erledigt
Wortlaut
Warum werden nicht systematisch Antikörpertests durchgeführt, da ja hinlänglich bekannt ist, dass Covid-19 Genesene, oder auch Menschen mit einem gestärkten Immunsystem ausreichend geschützt sind.
Diese Praxis würde zur Entschärfung der momentan herrschenden Stimmung beitragen und den lmpfdruck dämpfen für diese Personengruppe. Verschiedene Studien bestätigen, dass die Antikörper mit zunehmender Dauer auch ansteigen können.
Quelle:https:/www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.0824.21262415v1
Stellungnahme des Bundesrates
Es ist erwiesen, dass der Schutz nach der Erkrankung bei Genesenen mit der Zeit abnimmt. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine durchgemachte Infektion Personen in der Regel für mindestens sechs Monate vor einer Reinfektion mit den 2020er-Varianten oder der Alpha-Variante des Coronavirus schützt. Es gibt noch keine gesicherten Daten, wie lange eine Infektion vor einer Reinfektion mit neuen Varianten wie Delta schützt. Aus diesem Grund wird auch das Genesungszertifikat nur für einen beschränkten Zeitraum nach der Infektion ausgestellt. Mit Antikörpertests kann zwar angezeigt werden, dass eine Person bereits mit dem Coronavirus in Kontakt war. Es ist jedoch nicht möglich, aus den Antikörpern einen Rückschluss auf den Zeitpunkt der Infektion oder den Grad der Immunität zu ziehen. Ein positiver Antikörpertest reicht daher nicht aus, um ein Zertifikat zu erlangen. Auf europäischer Ebene ist der Nachweis von Antikörpern ebenfalls nicht gültig für das Covid-Zertifikat für Genesene. Der Bundesrat sieht daher keine gross angelegten Antikörpertests vor. Weiter lassen Studien darauf schliessen, dass Genesene durch die zusätzliche Impfung besser vor einer Infektion mit neuen Varianten geschützt werden. Allen Personen mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion wird daher die Covid-19-Impfung vier Wochen nach Infektion mit einer einzigen Impfdosis empfohlen.