24.308 · Standesinitiative · 2024-05-07
Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
Erledigt
Wortlaut
Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999,
Artikel 115 des Bundesgesetzes vom 13. Dezember 2002 über die Bundesversammlung sowie
Artikel 156 des Geschäftsreglementes vom 13. September 1985 des Grossen Rates des Kantons Genf (Loi portant règlement du Grand Conseil de la République et canton de Genève)
und in Anbetracht dessen, dass
- die 14. UEFA Women's EURO (WEURO25) nächstes Jahr in der Schweiz durchgeführt wird,
- einige Spiele im Stade de Genève stattfinden werden und deshalb der ganze Kanton von dieser Veranstaltung profitieren kann,
- eine solche bedeutende kontinentale Sportveranstaltung vom Bund finanziell unterstützt werden sollte,
- der Ausbau des Frauensports in der Schweiz mit der WEURO25 beschleunigt wird und
- die Ungleichbehandlung von Mann und Frau auch im Sport bekämpft werden muss,
fordert der Grosse Rat des Kantons Genf die Bundesversammlung dazu auf,
die ursprünglich vorgesehene finanzielle Unterstützung des Bundes für die WEURO25 in Höhe von 15 Millionen Franken beizubehalten.
Begründung
Nach 2008 darf die Schweiz nun zum zweiten Mal eine Fussball-Europameisterschaft ausrichten, dieses Mal jene der Frauen. Die Schweiz wurde vom UEFA-Exekutivkomitee mit 9 zu 4 Stimmen als Gastgeberland gewählt und erhielt damit den Vorzug vor den nordischen Ländern. Die Herausforderung ist gross, handelt es sich für die Schweiz doch um die grösste je organisierte Frauensportveranstaltung.
Abgesehen davon, dass eine solche Veranstaltung aus sportlicher Sicht wichtig ist, trägt sie auch zur Förderung des Frauenfussballs und des Frauensports allgemein bei und ist deshalb mit den erforderlichen Mitteln zu unterstützen. Aus diesem Grund fällt es den Unterzeichnenden dieser Standesinitiative schwer, nachzuvollziehen, warum der Bundesrat entschieden hat, die finanzielle Unterstützung für die WEURO25 von ursprünglich 15 Millionen Franken auf 4 Millionen Franken zu kürzen.
Dies ist umso stossender, als das Parlament für die UEFA EURO 2008 mehr als 80 Millionen Franken zur Verfügung gestellt hatte, also zwanzigmal mehr als für die WEURO25 vorgesehen ist. Eine derart grosse Differenz erachten wir als diskriminierend gegenüber dem Frauensport, der im Übrigen seit einigen Jahren einen starken Aufschwung erlebt, was an der steigenden Anzahl weiblicher Mitglieder in Sportvereinen ersichtlich ist.
Auch wenn das Medienecho bei grossen internationalen Wettbewerben immer noch stark variiert, je nachdem, ob Männer oder Frauen antreten, dürfen bei der Unterstützung von solchen Veranstaltungen keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern gemacht werden. Eine Ungleichbehandlung lässt sich nicht rechtfertigen.
Da der Nationalrat noch über die finanzielle Unterstützung der WEURO25 zu befinden hat, möchte der Kanton Genf mit dieser Standesinitiative vorangehen und für eine bessere Gleichstellung von Frauen und Männern im Sport plädieren.