24.3118 · Interpellation · 2024-03-11
Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung
Erledigt
Wortlaut
Der Bund beteiligt sich auf Grundlage des Bundesgesetzes über Beiträge an die Aufwendungen der Kantone für Stipendien und Studiendarlehen im tertiären Bildungsbereich mit aktuell ca. 15 % an Stipendien und Darlehen, welche die Kantone an Personen erteilen, die einen Bildungsgang im tertiären Bereich absolvieren. Gemäss BV Art. 66 Abs. 2 wäre aber auch eine Beteiligung im sekundären Bildungsbereich möglich.
In Zeiten des Fachkräftemangels muss festgestellt werden, dass die Zahl der Erwerbslosen ohne Abschluss einer Ausbildung auf Sekundarstufe II vergleichsweise hoch ist.
Im Rahmen der Massnahmen zur Stärkung des inländischen Arbeitskräftepotenzials haben der Bund und die Kantone das kostenlose Angebot viamia ins Leben gerufen, welches Personen ab 40 Jahren eine berufliche Standortbestimmung ermöglicht. Erwachsene, die aufgrund einer solchen Standortbestimmung eine berufliche Grundbildung auf Sekundarstufe II beginnen, haben aufgrund ihrer Lebenssituation grössere Schwierigkeiten zur Finanzierung von indirekten Bildungskosten wie Lohnausfall, Kinderbetreuung etc., als Jugendliche (vgl. BASS Studie vom März 2023 ).
Zudem können in vielen Kantonen Erwachsene ab einem bestimmten Alter keine Stipendien oder Ausbildungsdarlehen mehr beantragen. Dies ist diskriminierend und nicht förderlich in Zeiten, wo der Arbeitsmarkt auf möglichst viele gut qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen ist.
Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass der Erwerb einer Grundbildung auf Sekundarstufe II für Erwachsene zu fördern ist, und dass vor allem die Finanzierung der indirekten Kosten eine grosse Herausforderung für die bildungswilligen Erwachsenen darstellen?
Sieht der Bundesrat auf Grundlage von BV Art. 66 Abs. 2 die Möglichkeit, ein Gesetz zu erarbeiten, welches Beiträge an die Aufwendungen der Kantone für Stipendien und Studiendarlehen im sekundären Bildungsbereich für Erwachsene regelt?
Ist der Bundesrat bereit, die Kantone aufzufordern, auch Erwachsenen Personen ab 35 Jahren den Zugang zu Stipendien und Ausbildungsdarlehen zu ermöglichen?
Wie beurteilt die Erziehungsdirektor/-innen Konferenz (EDK) die Ergebnisse der BASS Studie?
Hat die EDK bereits Vorschläge ausgearbeitet, um die Zielgruppe der Erwachsenen ohne Sek II Abschluss besser zu fördern?