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24.3945 · Interpellation · 2024-09-23

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor

Wortlaut

Die Anzahl Lehrstellen bei der Swisscom hat deutlich abgenommen. Das zeigen die Geschäftsberichte des Unternehmens der vergangenen Jahre. Während 2018 noch 960 Lehrstellen von der Swisscom angeboten wurden, waren es 2023 nur noch 856. Diese Reduktion von über 10 Prozent in 6 Jahren wirft Fragen auf:

- Ist dem Bundesrat die sinkende Lehrstellenanzahl bei der Swisscom bekannt?

- Was gedenkt der Bundesrat als Mehrheitseigner der Swisscom zu unternehmen, damit die Anzahl Lehrstellen nicht weiter sinkt?

- Sollte der Erhalt (und Ausbau) der Lehrstellen, der nicht auf Kosten der übrigen Arbeitsplätze gehen darf, nicht in die strategischen Ziele des Bundesrates für die Swisscom aufgenommen werden?

Begründung

Als führendes ICT-Unternehmen in Mehrheitsbesitz des Bundes kommt der Swisscom eine besondere gesellschaftliche Verantwortung zu. Mit knapp 20'000 Mitarbeitenden ist die Swisscom ausserdem eine der grössten ICT-Arbeitgeberinnen der Schweiz. Damit hat die Personalpolitik des Unternehmens nicht nur Auswirkungen auf den ICT-Sektor, sondern auch auf die gesamte Schweizer Volkswirtschaft.

Ein zentraler Pfeiler der Personalpolitik ist die berufliche Grundbildung. Das Schweizerische duale Bildungssystem gilt als weltweit einzigartig und ist ein wichtiges Element zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Schweiz. Rund zwei Drittel aller Jugendlichen entschliessen sich jährlich den dualen Bildungsweg einzuschlagen. Das macht die Anzahl angebotener Lehrstellen relevant – insbesondere in Sektoren, die von einem starken Fachkräftemangel betroffen sind. Der ICT-Sektor ist einer davon. Gemäss ICT-Journal fehlen der Schweiz 2030 knapp 40’000 Informatiker und Informatikerinnen. Bereits heute beklagen sich viele Schweizer Unternehmen über Rekrutierungsschwierigkeiten im ICT-Bereich.

Währenddessen hat die Swisscom ihre Ausbildungsplätze reduziert. Die Geschäftsberichte der letzten 6 Jahre zeigen, dass die Anzahl Lehrstellen um 10 Prozent gesunken ist. Von den 960 Lehrstellen im Jahr 2018, sind 2023 nur noch 856 geblieben. Im selben Zeitraum sind die Vollzeitstellen um nicht einmal 0,6 Prozent gesunken. Das Angebot an Lehrstellen wurde also überproportional reduziert.

Stellungnahme des Bundesrates

Der Bundesrat erwartet in seinen strategischen Zielen, dass die Swisscom eine zeitgemässe berufliche Ausbildung anbietet (Ziel 3.4). Der Bundesrat hat die Zielerreichung letztmals für das Jahr 2023 überprüft. Er kam zum Schluss, dass die Swisscom das Ziel erreicht hat. Im Jahr 2023 haben 221 Lernende bei Swisscom und 6 Lernende bei der Swisscom-Tochter cablex ihre Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen. Dies entspricht einer Erfolgsquote von 98.7 Prozent. Von den Lehrabgängerinnen und Lehrabgängern haben rund 62 Prozent eine Weiterbeschäftigung im Unternehmen gefunden. Im laufenden Jahr starteten erstmals 20 Lernende im neu geschaffenen Berufsbild "Entwickler Digital Business EFZ". Der Bundesrat stellt somit fest, dass Swisscom ihre Verantwortung als grösste Ausbildnerin von ICT-Fachkräften in der Schweiz nach wie vor wahrnimmt. Eine quantitative Zielvorgabe zur Anzahl Lehrstellen erachtet er nicht als zielführend. Swisscom soll die Anzahl angebotener Lehrstellen aufgrund ihres Bedarfs, der verfügbaren geeigneten Bewerberinnen und Bewerber und der Ausbildungskapazitäten autonom festlegen können.