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25.4676 · Interpellation · 2025-12-18

Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport

Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor

Wortlaut

Die sicherheitspolitische Lage sowie der rasche technologische Wandel stellen hohe Anforderungen an die Weiterentwicklung der Schweizer Armee. In den vergangenen Jahren hat der Bund verschiedene Initiativen und Strukturen geschaffen, um Innovation gezielt zu fördern, unter anderem durch neue Kompetenzzentren, spezialisierte Task Forces sowie durch die Stärkung bestehender Innovations- und Forschungsbereiche.

Dabei wird immer wieder betont, dass insbesondere die Milizarmee mit ihren vielfältigen zivilen Erfahrungen einen wichtigen Beitrag zur praxisnahen und einsatzorientierten Innovation leisten kann. Gleichzeitig entsteht durch die Vielzahl von Akteuren eine breite Innovationslandschaft, deren Zusammenspiel für eine wirksame und zügige Umsetzung von Bedeutung ist.

Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Wie beurteilt der Bundesrat die aktuelle Innovationsfähigkeit der Schweizer Armee, insbesondere mit Blick auf Einsatznähe, Nutzerorientierung und Umsetzungsgeschwindigkeit?

  2. Wie sind die Rollen der verschiedenen Innovations- und Forschungsakteure innerhalb der Armee und der Rüstungsorganisation grundsätzlich ausgestaltet, und wie wird ein koordiniertes Zusammenwirken sichergestellt?

  3. Welche Instrumente und Prozesse tragen dazu bei, dass neue Erkenntnisse und technologische Innovationen möglichst rasch der Truppe zur Verfügung stehen, insbesondere in dynamischen Bereichen wie Drohnen, Robotik, Cyber oder Space?

  4. Welche Überlegungen bestehen, um Innovationsprozesse weiter zu beschleunigen und flexibel auf technologische Entwicklungen reagieren zu können?

  5. Wie stellt der Bundesrat sicher, dass Innovationen konsequent an den Bedürfnissen der Truppe ausgerichtet sind und einen konkreten Fähigkeitsgewinn für die Armee bringen?

Stellungnahme des Bundesrates

1.+5. Innovation ist ein wichtiges Instrument zur adaptiven Weiterentwicklung der militärischen Fähigkeiten. Eine Herausforderung ist dabei nicht nur das quantitative Anwachsen militärischer Potenziale, sondern vor allem deren qualitative Weiterentwicklung als Folge des technologischen Fortschritts, welcher in exponentiellem Tempo immer neue Möglichkeiten und Lösungen hervorbringt. Das VBS hat in den letzten Jahren Massnahmen zur Förderung von Innovationen im Sicherheitsbereich ergriffen. Diese beinhalten die Stärkung der Forschung, die fähigkeitsorientierte technologische Innovation und die unternehmerische Innovation. So sollen der Truppe in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen und Start-ups rasch Lösungen in Form sogenannter MVPs ("Minimal Viable Products") zur Verfügung gestellt werden. Allen Innovationsaktivitäten liegt ein konkreter, ausgewiesener Bedarf der Armee zugrunde. Zur Sicherstellung von Fähigkeitsgewinn und Mehrwert ist die kontinuierliche Begleitung durch den Bedarfsträger zentral. Dadurch kann er laufend Feedback zu Stand und Eignung der Innovation einbringen und die Aktivitäten aktiv mitsteuern.
Die verschiedenen Innovationsakteure von armasuisse und Armee haben klar abgegrenzte Rollen: armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T) ist das Technologiezentrum des VBS und verantwortet forschungs- und produktbasierte technologische Innovationen. Die Gruppe Verteidigung richtet ihre Innovationsvorhaben darauf aus, Lösungen frühzeitig zu erproben, kontinuierlich weiterzuentwickeln und rasch der Truppe verfügbar zu machen. Für ein koordiniertes Vorgehen verfügt die Gruppe Verteidigung über ein ständiges Innovationsboard. Mit ausgewählten Innovationsprojekten wird die Verbesserung von Prozessen, Strukturen und Arbeitsweisen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit angestrebt. Umsetzungspartnerin hierfür ist primär die Swiss Innovation Forces, eine Tochtergesellschaft der bundeseigenen RUAG MRO Holding. Neue Technologien können der Truppe entweder experimentell zur Fähigkeitsentwicklung oder als eingeführte Betriebsmittel zur Verfügung gestellt werden. Die Truppe als Bedarfsträger ist dabei stets eng eingebunden, sodass Erkenntnisse und Innovationen gemeinsam erarbeitet und Ergebnisse konsequent in die Weiterentwicklung überführt werden. In Bereichen mit kurzen Technologiezyklen ist es erforderlich, Entwicklungen aktiv zu verfolgen und deren Potenzial frühzeitig mit dem Bedarfsträger zu beurteilen. Dies erfolgt über kontinuierliche Testumgebungen oder Testkampagnen mit zukunftsrelevanten Technologien. Ergänzend ermöglicht die Beschaffung etwa mittels Rahmenverträgen, Innovationen schneller in die Truppe zu überführen. Die bestehenden Prozesse orientieren sich an internationalen Best Practices und werden auf Basis praktischer Erfahrungen stetig weiterentwickelt. Geschwindigkeit und Flexibilität sind dabei wichtige Ziele aller Akteure des Innovationsökosystems. Bei der Weiterentwicklung liegt der Fokus auf der verstärkten Nutzung experimenteller Ansätze, insbesondere der raschen Überführung innovativer Lösungen in das Einsatzumfeld, um deren Eignung und Mehrwert rasch beurteilen zu können.