25.8257 · Fragestunde. Frage · 2025-12-10
Departement des Innern
Erledigt
Wortlaut
In den USA wurde ein internes Memo der FDA bekannt, in dem von mindestens 10 Todesfällen bei Kindern die Rede ist, die möglicherweise im Zusammenhang mit Myokarditis nach einer Covid 19-Impfung stehen sollen. Die zugrunde liegenden Fälle stammen aus VAERS und einer internen Bewertung, wurden jedoch nicht öffentlich offengelegt.
Wie beurteilt das BAG diese Meldungen, insbesondere die Aussagekraft solcher VAERS-Signale und deren mögliche Relevanz für die Schweiz?
Stellungnahme des Bundesrates
VAERS bezeichnet das US-amerikanische «Vaccine Adverse Event Reporting System», vergleichbar mit dem elektronischen Vigilance System in der Schweiz. Zu Meldungen in Datenbanken anderer Länder kann der Bundesrat nicht Stellung nehmen. Er weist jedoch darauf hin, dass darin Verdachtsmeldungen erfasst werden, ohne dass der ursächliche Zusammenhang im Einzelfall gesichert ist.In der medizinischen Fachliteratur besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass Fälle von Herzmuskelentzündungen, sogenannte Myokarditiden, sowohl nach Covid-Impfung als auch nach Covid-Infektion auftreten können. Swissmedic hatte während der Pandemie erstmals anfangs Juni 2021 darüber berichtet. Zum Verlauf von Myokarditiden in zeitlichem Zusammenhang mit einer Covid-Impfung gibt es sehr gute wissenschaftliche Publikationen, beispielsweise aus Frankreich 2024 (Semenzato, JAMA) und aus dem Vereinigten Königreich 2025 (Sampri, The Lancet Child Adolescent Health), letztere mit mehreren Millionen untersuchten Jugendlichen unter 18 Jahren. Beide kommen zum Schluss, dass das Risiko von Komplikationen wie Hospitalisierungen oder Herzversagen bei Myokarditiden nach Impfung signifikant tiefer ist als bei denjenigen nach Covid-Infektion. Die FDA hat bisher keine belastbaren Informationen geliefert, wie sie zur neuen Risiko-Einschätzung gekommen ist, und auch keine wissenschaftlichen Zahlen oder sonstige überprüfbare Belege für ihr Statement geliefert.