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26.034 · Geschäft des Bundesrates · 2026-02-18

Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport

Beratung in Kommission des Ständerates abgeschlossen

Zusammenfassung

Botschaft vom 18. Februar 2026 zum zusätzlichen Einsatz der Schweiz zugunsten der multinationalen European Union Force in Bosnien und Herzegowina (EUFOR ALTHEA) im Jahr 2027

Ausgangslage

Medienmitteilung des Bundesrates vom 18.02.2026

Die Schweiz verstärkt 2027 ihren Einsatz zugunsten der friedensfördernden Mission in Bosnien und Herzegowina

An seiner Sitzung vom 18. Februar 2026 verabschiedete der Bundesrat die Botschaft zuhanden des Parlaments, die eine zeitlich befristete Verstärkung des Beitrags der Schweiz im Jahr 2027 um 12 bewaffnete Armeeangehörige zugunsten der multinationalen European Union Force in Bosnien und Herzegowina (EUFOR ALTHEA) vorsieht. Die 12 zusätzlichen Armeeangehörigen werden in den Bereichen Transport und Stabsarbeit eingesetzt. Vor dem Hintergrund der politischen Krisen im Land spielt die Mission EUFOR ALTHEA eine wesentliche Rolle für die Stabilisierung. Der Schweiz würde ihr Beitrag ermöglichen, die Europäische Union bei deren Stabilisierungsbemühungen in einer für die Schweiz wichtigen Region zu unterstützen. Der bewaffnete Einsatz muss nun vom Parlament genehmigt werden.

Seit November 2004 beteiligt sich die Schweizer Armee mit einem Kontingent von 20 bewaffneten Armeeangehörigen an der internationalen friedensfördernden Mission der Europäischen Union (EU) in Bosnien und Herzegowina (EUFOR ALTHEA). Der Einsatz im Rahmen von EUFOR ALTHEA erfolgt auf Grundlage der Resolution 1575, die im November 2004 vom UNO-Sicherheitsrat angenommen wurde. Er wurde mittels nachfolgender Resolutionen um jeweils 12 Monate verlängert, zuletzt mit der Resolution 2795 vom 31. Oktober 2025. Das Parlament hatte den Einsatz im Dezember 2004 genehmigt. Es sei festgehalten, dass die Neutralität keine Anwendung auf die vom UNO-Sicherheitsrat getroffenen Massnahmen findet.

Stabilisierungsrolle von EUFOR ALTHEA

Die Sicherheitslage in Bosnien und Herzegowina wird insgesamt als stabil angesehen, bleibt aber fragil. Wiederkehrende ethnische Spannungen können rasch zunehmen. Seit mehreren Jahren durchlebt das Land eine Reihe politischer Krisen. Vor diesem Hintergrund musste die EU die Mission, die im Land weiterhin eine stabilisierende und abschreckende Wirkung hat, zeitweilig verstärken.

Es ist vorgesehen, dass Österreich 2027 den Posten des Befehlshabers der Mission EUFOR ALTHEA übernimmt. Aufgrund der Funktionsübernahme entsendet Österreich zusätzlich zu den 200 bereits für die Mission im Einsatz stehenden Armeeangehörigen ein Unterstützungskontingent von über Hundert Armeeangehörigen. Die Schweiz, die in der Region bereits im Einsatz ist, wurde angefragt, sich am Unterstützungskontingent zu beteiligen.

Interessen der Schweiz auf sicherheitspolitischer Ebene

Die Schweiz kommt dieser Anfrage mit dem Einsatz eines Detachements von 12 Armeeangehörigen nach, das eine Transportgruppe bestehend aus 10 Armeeangehörigen sowie 2 Stabsoffiziere umfasst. Der zusätzliche Einsatz ist auf das Jahr 2027 begrenzt, das heisst auf den Zeitraum, in dem Österreich die Funktion des Befehlshabers der Mission inne hat. Die zeitweilige Verstärkung des aktuellen Einsatzes liegt im strategischen Interesse der Schweiz. Die Erfahrungen im Rahmen anderer Missionen, insbesondere bei der KFOR in Kosovo, haben gezeigt, dass selbst eine bescheidene zusätzliche Unterstützung zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit der Schweiz beiträgt. Die Entsendung zusätzlicher Armeeangehöriger geht häufig mit der Ausübung neuer Stabsfunktionen und Kommandopositionen oder dem Zugang zu neuen Ausbildungsangeboten einher. Letztlich lässt sich mit solchen Erfahrungen die Einsatzerfahrung der Schweizer Armee ausbauen.

Ein solcher Einsatz entspricht den aussen- und sicherheitspolitischen Zielen der Schweiz: Die Schweiz hat ein direktes Interesse am Frieden, an der Stabilität und am Wohlstand von Bosnien und Herzegowina sowie des Westbalkans, die Teil ihres strategischen Umfelds sind. Zudem hat sie ein Interesse daran, ihre europäischen Partner bei den Bemühungen in dieser Region zu unterstützen und die bestehenden Partnerschaften zu stärken.

Gemäss Militärgesetz muss der zusätzliche Einsatz nun vom Parlament genehmigt werden. Das vorgesehene Budget für den Einsatz von 12 bewaffneten Armeeangehörigen im Jahr 2027 beläuft sich auf 2,31 Millionen Franken (insgesamt 8,2 Millionen Franken mit den 20 Armeeangehörigen, die seit 2004 im Einsatz sind). Die Kosten für den Einsatz werden durch das Budget des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) gedeckt.

Verhandlungen

SDA-Meldung

Debatte im Nationalrat, 11.06.2026

Der Nationalrat will den Einsatz von Schweizer Armeeangehörigen im Rahmen der EU-Schutztruppe Eufor-Althea in Bosnien und Herzegowina 2027 befristet stärker unterstützen. Er erklärte sich am Donnerstag mit 125 zu 63 Stimmen einverstanden, dass zusätzliche Armeeangehörige an der Mission teilnehmen. Auch diesen Entscheid lehnte die SVP ab.

Allerdings will die Mehrheit des Nationalrates mit maximal 36 Angehörigen der Armee auch bei diesem Einsatz einen höheren Maximalbestand ermöglichen, als es der Bundesrat gefordert hatte. Die Landesregierung beantragte, maximal zwölf zusätzliche Angehörige der Armee zugunsten von Eufor Althea einzusetzen. Als nächstes wird der Ständerat entscheiden.

Der zusätzliche Einsatz wird laut dem Bundesrat auf das Jahr 2027 begrenzt, also den Zeitraum, in dem Österreich den Befehlshaber der Mission stellt. Österreich habe die Schweiz um Unterstützung angefragt. Den Angaben des Bundesrates zufolge sollen die zusätzlichen Armeeangehörigen in den Bereichen Transport und Logistik eingesetzt werden.

Die Schweiz unterstützt die Mission Eufor Althea seit 2004, bis anhin mit zwanzig Armeeangehörigen. Der Einsatz basiert auf einer Resolution des Uno-Sicherheitsrats. Zuletzt wurde das Mandat im vergangenen Jahr verlängert.

Medienmitteilung der Sicherheitspolitischen Kommission des Ständerates vom 23.06.2026

Einstimmig beantragt die SiK-S ihrem Rat, einem zusätzlichen Einsatz der Schweizer Armee zur Unterstützung der multinationalen European Union Force (EUFOR ALTHEA) in Bosnien und Herzegowina (BiH) (26.034) zuzustimmen. Die Kommission betont, dass dieser Einsatz den aussen- und sicherheitspolitischen Zielen der Schweiz entspricht, da er zur Sicherheit und Stabilität in BiH sowie des Westbalkans beiträgt, Solidarität zeigt und die Partnerschaft mit der EU im Bereich der Sicherheitspolitik stärkt. Zudem kann die Schweizer Armee zusätzliche Einsatzerfahrung sammeln. Mit 11 zu 1 Stimmen empfiehlt die Kommission überdies, den Maximalbestand des zusätzlichen Detachements – wie vom Bundesrat beantragt – auf 12 Armeeangehörige (AdA) festzulegen, was den Bedürfnissen vor Ort sowie dem Unterstützungsgesuch von Österreich entspricht, das 2027 den Posten des Befehlshabers von EUFOR übernimmt. Die Minderheit beantragt, den Maximalbestand des zusätzlichen Detachements auf 36 AdA zu erhöhen, wie vom Nationalrat in der Sommersession beschlossen. Diese Erhöhung würde den Handlungsspielraum der Schweiz vor Ort vergrössern und ihr solidarisches Engagement in der Friedensförderung weiter stärken, was angesichts der fragilen geopolitischen Lage angezeigt sei. Das Geschäft wird vom Ständerat in der Herbstsession beraten.

Auskünfte

Sekretariat der Sicherheitspolitischen Kommission (SiK)

sik.cps@parl.admin.ch

Sicherheitspolitische Kommission (SiK)