Dank einer leistungsfähigen Nationalstrasse N18 Kultur- und Wirtschaftsräume effektiv miteinander verbinden
26.3121 · Interpellation · 2026-03-16
Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
Erledigt
Wortlaut
Ende Januar 2026 hat der Bundesrat die Eckwerte des Programms «Verkehr ’45» veröffentlicht. Das Vorhaben einer strukturellen Verbesserung der Strassenverbindung Delémont–Basel wurde darin berücksichtigt. Dass die Strassenbauprojekte entlang der Nationalstrasse 18 (N18) zwischen Basel und Delémont – mit Ausnahme der Zentrumsentlastung Laufen (Realisierungshorizont 2055) – aber bis nach 2055 aufgeschoben werden sollen, stösst bei Politik, Bevölkerung und insbesondere in Wirtschaftskreisen auf grosses Unverständnis. Diese Entscheidung gegen bessere Erreichbarkeit und wirtschaftliche Entwicklung widerspricht den Ergebnissen der Korridorstudie N18, die unter der Federführung des Bundesamts für Strassen (ASTRA) nach neuesten Methoden durchgeführt wurde. Es geht dabei auch um die Glaubwürdigkeit der Institutionen, von denen eine kohärente öffentliche Politik erwartet wird.
Die N18 ist ein wesentlicher Bestandteil des nationalen Strassennetzes: Sie verbindet den Grossraum Basel mit der Genferseeregion und damit zwei wichtige Kultur- und Wirtschaftsräume. Sie schliesst zudem das dynamische Laufental und den Kantonshauptort Delémont an das Hochleistungsstrassennetz an. Damit trägt sie zum nationalen Zusammenhalt und zur Annäherung der Sprachgemeinschaften bei.
Aufgrund des Bevölkerungswachstums entwickelt sich dieser Strassenabschnitt jedoch zunehmend zu einem Engpass – mit einer der schweizweit höchsten Staudichten. Gleichzeitig leidet die Lebensqualität in den Ortszentren, und die Sicherheit des Auto- und Veloverkehrs wird gefährdet. Eine rasche Modernisierung des Korridors hat daher Priorität.
Daher bitte ich den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:
Wie beurteilt er die Notwendigkeit, die Engpässe auf der N18 zwischen Angenstein und Delémont zu beseitigen?
Ist der Muggenbergtunnel seines Erachtens eine nachhaltige Massnahme zur Verbesserung der Sicherheit am Unfallhotspot Angenstein?
Wie bewertet er den Nutzen der in der Korridorstudie N18 empfohlenen Projekte (Muggenbergtunnel, Umfahrungen Laufen–Zwingen und Delémont, Zentrumsentlastung Laufen) für eine verbesserte Anbindung der Unternehmen in der Region Laufen–Thierstein–Delémont?
Sind die Umfahrungen Laufen–Zwingen und Delémont seines Erachtens geeignete Massnahmen zur Entlastung der betroffenen Wohngebiete?
Stellungnahme des Bundesrates
Der Bundesrat wird noch vor Mitte 2026 die Vernehmlassung «Bewältigung der künftigen Mobilitätsbedürfnisse: Verkehr ’45» eröffnen, mit dem Ziel, die Botschaft zu Beginn 2027 zu verabschieden. Ziel der Vorlage ist eine gezielte und koordinierte Weiterentwicklung von Schiene, Strasse und Agglomerationsverkehr, um den künftigen Mobilitätsbedürfnissen von Bevölkerung und Wirtschaft gerecht zu werden. Dabei stützt sich der Bundesrat auf die verkehrliche Notwendigkeit und Dringlichkeit der Vorhaben ab und berücksichtigt den begrenzten finanziellen Handlungsspielraum. Vor diesem Hintergrund kann er die Fragen des Interpellanten wie folgt beantworten:1. Die Gesamtbeurteilung des Nationalstrassennetzes für das Referenzjahr 2050 weist für die N18 in der gesamtschweizerischen Betrachtung keine gravierenden Einschränkungen der Funktionalität aus.2. Der Muggenbergtunnel kann längerfristig dazu beitragen, den Unfallschwerpunkt beim Knoten Angenstein zu entschärfen. 3. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass ein gut ausgebautes, gut unterhaltenes und lückenloses Nationalstrassennetz ein zentraler Faktor für die Prosperität unseres Landes ist. Er hat die Vorhaben entlang der N18 ins Strategische Entwicklungsprogramm Nationalstrasse aufgenommen. Damit anerkennt er den verkehrlichen Nutzen der Vorhaben für die Region. 4. Umfahrungsprojekte haben grundsätzlich eine Entlastungswirkung und tragen auch dazu bei, die Verkehrssicherheit in Ortsdurchfahrten zu verbessern. Dies gilt auch für die Umfahrungsprojekte in Laufen-Zwingen und Delémont.