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26.3233 · Interpellation · 2026-03-19

Departement des Innern

Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor

Wortlaut

Die Vereinigung KlimaSeniorinnen Basel, www.klimaseniorinnen-basel.ch und AVIVO Basel (Vereinigung zur Verteidigung der Rechte der Rentnerinnen und Rentner, www.avivo-bs.ch) haben Gesundheitsförderung Schweiz am 20. Januar 2026 in einem offenen Brief gebeten, eine breit angelegte Kampagne mit Hitzeschutzempfehlungen durchzuführen. Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz kann oder will nicht auf diese Forderung eingehen, und verweist darauf, dass Massnahmen, um die Bevölkerung für die gesundheitlichen Gefahren von Hitze zu sensibilisieren, nicht Teil der Strategie von Gesundheitsförderung Schweiz sei. Gesundheitsförderung Schweiz setzte sich gegen Übergewicht bzw. für eine gesunde Ernährung, genügend Bewegung und für die psychische Gesundheit ein.

Die Interpellantin bittet den Bundesrat um die Beantwortung folgender Frage:

  1. Die Strategie von Gesundheitsförderung Schweiz dauert bis 2028. Ist der Bundesrat bereit, darauf hinzuwirken, dass auch die Auswirkungen des Klimawandels in der Strategie inkludiert werden?

  2. Wie ist die Zusammenarbeit zwischen Kantonen, Gemeinden, Bund und Gesundheitsförderung Schweiz betreffend das Gesundheitsrisiko «Hitze» - besonders bei älteren Menschen und vulnerablen Gruppen? Falls Gesundheitsförderung Schweiz dazu keine Leistungen erbringen will, wie gedenkt der Bundesrat hier zu handeln?

  3. Ist der Bundesrat bereit sicherzustellen, dass die verschiedenen kantonalen Hitzeschutzkonzepte und das Hitzeschutzkonzept des Bundes zu einer sichtbaren nationalen Kampagne zusammenfliessen? Falls ja, wie?

Stellungnahme des Bundesrates

1. Der Einfluss von Umweltaspekten, wie zum Beispiel Hitze, auf die Gesundheit wird im Rahmen der Strategie 2025-2028 der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz vermehrt adressiert. Dies vor allem in den Bereichen Bewegung, Ernährung und Förderung der psychischen Gesundheit. Punktuell unterstützt die Stiftung Aktivitäten zum Schutz der Bevölkerung vor Hitze im Rahmen der kantonalen Aktionsprogramme. Die nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie) bildet einen wichtigen Referenzrahmen für die Strategie der Stiftung. Auch die NCD-Strategie anerkennt die Wichtigkeit von Umwelteinflüssen und erwähnt explizit die durch den Klimawandel bedingte zunehmende Hitze. Strategisch ist das Thema somit bereits heute inkludiert. Allerdings ist der Bundesrat gegenüber der Stiftung bezüglich der operativen Umsetzung der strategischen Vorgaben nicht weisungsbefugt. 2. und 3. Zum Gesundheitsrisiko «Hitze» besteht zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden eine enge Zusammenarbeit. Dies im Rahmen der Strategie und des Aktionsplans «Anpassung an den Klimawandel» des Bundes. So haben das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) im März 2026 gemeinsam eine Veranstaltung zu Hitze und Gesundheit durchgeführt. Bundesstellen, Kantone, Städte und Gemeinden waren Adressaten dieser Veranstaltung und breit vertreten. Auch die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz nahm teil. Eine Befragung des BAG im Jahr 2023 bei Personen ab 50 Jahren zeigte, dass Schutzmassnahmen bei Hitze zu wenig bekannt sind und zu wenig umgesetzt werden. Öffentlichkeitsarbeit bleibt daher wichtig. Dies fällt in die Zuständigkeit der Kantone. Viele Kantone und Städte informieren die Bevölkerung über die Risiken vor Hitze und über Verhaltensempfehlungen. Dies zeigte eine Befragung des BAG bei den Kantonen im Jahr 2024. (Beide erwähnten Befragungen: www.nccs.admin.ch > das-nccs > themenschwerpunkte > klimawandel-und-gesundheit > anpassungsmassnahmen-bei-hitze).Wie der Bundesrat in seinen Stellungnahmen zur Motion 23.3198 Prelicz-Huber «Eine Sensibilisierungskampagne und Aus- und Weiterbildung zum Thema "Umwelt und Gesundheit"», zum Postulat 23.4165 Walder «Hitzeaktionsplan. Nationale Massnahmen, um den Hitzewellen zu begegnen» sowie zur Motion 23.4186 Klopfenstein Broggini «Hitzeaktionsplan. Bei Hitzewellen dringliche Massnahmen automatisch einleiten» ausführte, unternimmt der Bund viel, um die Bevölkerung vor Hitze zu warnen und Verhaltensempfehlungen bekannt zu machen. So gibt das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz frühzeitig Warnungen an die Behörden und die Bevölkerung vor einer bevorstehenden Hitzeperiode heraus. Eine nationale Kommunikationskampagne plant der Bund aktuell nicht. Er stellt den Akteuren aber Informationsmaterial zu Verhaltensempfehlungen bei Hitze zur Verfügung, für die Bevölkerung und Fachpersonen. Auch unterstützt der Bund Kantone, Städte und Gemeinden finanziell bei Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Hitze im Rahmen des Förderprogramms adapt+. Förderwürdig ist etwa die Erarbeitung von Hitzemassnahmenplänen oder die Umsetzung von Projekten zur Reduktion städtischer Hitzeinseln. Kommunikationsaktivitäten können Teil davon sein.