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26.3288 · Interpellation · 2026-03-19

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor

Wortlaut

Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat am 19. März 2026 die offiziellen Unfallzahlen für das Jahr 2025 und einen entsprechenden Bericht veröffentlicht.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der schwerverletzten und tödlich verunfallten Velofahrenden gestiegen. Die Zahl der Velounfälle ist seit mehreren Jahren unverändert hoch.

Betrachtet man die absoluten Zahlen, entsteht der Eindruck, dass die Entwicklung mit der Anzahl Velos sowie der Anzahl gefahrener Kilometer korreliert. Der Bericht enthält jedoch keine expositionsbereinigten Daten.

In einer Analyse der Unfallzahlen im Zusammenhang mit der aktiven Mobilität, die das ASTRA am 2. Februar 2024 durchführte, werden die Tagesdistanz aus dem Mikrozensus zum Verkehrsverhalten sowie die Verkehrsleistung zur Schätzung der Exposition verwendet. Zudem werden demografische Daten herangezogen, um die täglich pro Person zurückgelegte Distanz auf die Gesamtbevölkerung hochzurechnen. Der Verkehrsmikrozensus wird jedoch nur alle fünf Jahre erstellt und mit Verzögerung veröffentlicht. Aktuelle und jährliche Zahlen sind daher nicht verfügbar.

Für eine gezielte Verkehrssicherheitspolitik wären jedoch aktuelle, jährlich verfügbare und expositionsbereinigte Daten erforderlich.

Ich bitte deshalb den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:

  1. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass aktuelle und expositionsbereinigte Daten für eine gezielte Arbeit im Bereich der Verkehrssicherheit erforderlich wären?

  2. Ist er bereit, solche Daten zu erheben und sie mit den Unfallzahlen zu vergleichen?

  3. Wie beabsichtigt der Bundesrat, die Ergebnisse der laufenden Forschung des ASTRA zur Messung oder Berechnung der Exposition der Velofahrenden umzusetzen?

Stellungnahme des Bundesrates

1.Der Bundesrat teilt die Ansicht der Interpellantin nicht. Für den Bundesrat sind die Opfer von Verkehrsunfällen keine relative Grösse. Die Verkehrssicherheitsziele sind daher auch nicht in Abhängigkeit der zurückgelegten Kilometer, sondern als absolute Grössen formuliert. So ist es seit dem Jahr 2000 gelungen, im Strassenverkehr die Anzahl der Getöteten und Schwerverletzen trotz einer deutlichen Zunahme der Fahrleistung zu halbieren bzw. um ein Drittel zu senken. Vor diesem Hintergrund sieht der Bundesrat dort Handlungsbedarf, wo die Unfallzahlen zunehmen, auch wenn dies mindestens teilweise mit einer Zunahme der mit diesen Fahrzeugen zurückgelegten Kilometern erklärt werden kann. 2./3. Die derzeit zuverlässigste Annäherung an die Exposition bieten die vom Bundesamt für Statistik (BFS) und vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) im 5-Jahres-Rhythmus erhobenen durchschnittlichen Tagesdistanzen im Rahmen der Erhebung des Mikrozensus Mobilität und Verkehr (MZMV). Diese Daten eignen sich aber nur eingeschränkt für die jährliche Beurteilung, da damit die Dynamik zwischen den Jahren nicht abgebildet wird. Die Erhebung des MZMV ist aufwendig, erfordert erhebliche finanzielle Mittel und erstreckt sich von der Planung bis zur Datenauswertung über mehrere Jahre. Eine Erhöhung der Erhebungsfrequenz lässt sich mit angemessenen personellen und finanziellen Mitteln nicht realisieren.