26.3753 · Interpellation · 2026-06-18
Departement des Innern
Eingereicht
Wortlaut
Gemäss Informationen des BAG sind die Medikamente 2024 mit über 9,2 Milliarden Franken der zweitgrösste Kostenblock bei den Gesundheitsausgaben, die über die OKP finanziert werden. Die Kosten für Medikamente sind in den letzten zehn Jahren um 50% gewachsen. Insbesondere aufgrund neuer, teurer Medikamente zur Behandlung von Krebs, seltenen Erkrankungen, Diabetes und Übergewicht. Die Innovation spielt bei dieser Entwicklung ebenfalls eine wichtige Rolle.
Es wurde festgestellt, dass der Medikamentenkonsum immer mehr zunimmt. Gemäss der Schweiz. Gesundheitsbefragung des BFS hat 55% der Bevölkerung 2022 in den letzten sieben Tagen vor der Befragung ein Medikament genommen. Der Medikamentenkonsum ist über den gesamten Beobachtungsraum kontinuierlich gestiegen; 1992 lag dieser Anteil noch bei 38% und 2017 bei 50%. Frauen (59%) nehmen häufiger Medikamente ein als Männer (51%). Der Anteil steigt mit zunehmendem Alter an und erreicht bei Personen ab 75 Jahren 86%.
Gemäss verschiedenen Medienberichterstattungen vom 7. Juni 2026, ergab nun auch noch eine neue Studie, dass zumindest eine Krebstherapie deutlich zu hoch dosiert war (Artikel «Die Hälfte wäre genug» erschienen im SonntagsBlick vom 7. Juni 2026). Das untersuchte Krebsmedikament könnte demnach auch dreimal seltener verabreicht werden, ohne an Wirkung zu verlieren. Dadurch würden Kosten und Nebenwirkungen sinken. Es ist vorstellbar, dass dies auch andere Medikamente betreffen könnte.
Bitte beantworten Sie mir folgende Fragen:
Wie beurteilt der Bundesrat den effektiven Beitrag neuer Arzneimittel zum Kostenwachstum in der OKP, und welche Massnahmen beabsichtigt er zu ergreifen, um zu verhindern, dass diese Kostenentwicklung hauptsächlich von den Prämienzahlern getragen wird?
Wie stellt der Bundesrat sicher, dass die für Innovation gewährten Preiszuschläge ausschliesslich auf einem nachgewiesenen und verhältnismässigen therapeutischen Fortschritt beruhen?
Welche konkreten Massnahmen gedenkt der Bundesrat zu ergreifen, um sicherzustellen, dass die Einführung sogenannter innovativer Arzneimittel den Einsatz kostengünstigerer, therapeutisch gleichwertiger Alternativen – insbesondere Generika und Biosimilars – nicht behindert?
Welche Massnahmen sieht der Bundesrat vor, um sicherzustellen, dass die zunehmende Verschreibung von Medikamenten medizinisch notwendig und angemessen ist und nicht zu einer Überversorgung führt?