Schenk Simon · Nationalrat · 2010-09-15
Schenk Simon · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2010-09-15
Wortprotokoll
Die SVP-Fraktion wird mehrheitlich oder fast geschlossen diesen Antrag ablehnen, obschon wir ihn in der Fraktion nicht diskutiert haben. Der Antrag lag ja bereits in der Kommission vor, und wir haben ihn dort diskutiert und abgelehnt, und er ist auch nicht als Minderheitsantrag auf der Fahne erschienen.
Zur Begründung: Eigentlich möchten wir auch hier nicht in die "Hoheit" von Swiss Olympic eingreifen, denn mit dem Dachverband des Sportes haben wir bereits eine Institution, die sich um die Sportanliegen kümmert, und es gibt noch weitere Sportgremien, die sich jeweils äussern. Im Sinne von "Zu viele Köche verderben den Brei" möchten wir nicht noch ein weiteres Instrument ins Leben rufen, das erstens Geld kostet und zweitens eine Verzettelung bringt.
Wenn ich persönlich gewisse Sympathien für das Anliegen habe, dann deshalb: Ich habe nämlich selber am 23. September 2004 eine Motion für die Schaffung eines sportpolitischen Führungsteams eingereicht, und zwar ist sie damals zustande gekommen, nachdem wir die Durchführung der Olympischen Spiele 2006 an Turin verloren hatten, nachdem es Streitereien um die Olympia-Kandidatur Davos/Zürich und Geschichten rund um das Hardturmstadion gegeben hatte, und auch die Olympia-Kandidatur Davos 2014 hatte einiges zu reden gegeben. Wir hatten mehrmals eine Zwei auf dem Rücken, weil wir entweder nicht geschlossen auftraten oder vielleicht zu wenig politische Unterstützung hatten. Meine Idee war es damals, ein Führungsteam von Leuten ausserhalb des Sportes zusammenzustellen. Meine Idee war es, Leute aus der Politik, aus der Wirtschaft, aus der Gesellschaft zu haben, die sich, wenn es nötig ist, für den Sport in die Bresche werfen und Unterstützung geben, um den sportlichen Anliegen zum Durchbruch zu verhelfen. Hier geht es aber um ein weiteres Gremium, das aus dem Sport kommt. Das ist der grosse Unterschied zu dem, was ich damals wollte. Ich bin damals trotz 106 Unterschriften - die meisten von Ihnen haben das auch unterzeichnet - knapp unterlegen und habe das seither einfach noch so herumgetragen, und für die heutige Debatte habe ich meine Motion aus der Schublade genommen.
Das sind meine persönlichen Sympathien für das Anliegen, aber ich habe auch gleich die Begründung gegeben, weshalb ich es trotzdem ablehne: weil der Sportrat aus dem Sport kommt. Ich möchte lieber ein politisches Gremium, das dem Sport von aussen zu Hilfe kommen kann.
Im Namen der SVP-Fraktion bitte ich Sie, diesen Antrag abzulehnen.