Teuscher Franziska · Nationalrat · 2010-09-21
Teuscher Franziska · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion · 2010-09-21
Wortprotokoll
Meine Vorrednerin und mein Vorredner haben es gesagt: Bei diesen zwei Minderheitsanträgen geht es um zwei Tramlinien. Ich möchte zuerst etwas Grundsätzliches zu Trams sagen. Nachdem man in den Siebzigerjahren in Schweizer Städten Tramlinien stillgelegt hat, erleben Trams heute eine richtige Renaissance. Das hat gute Gründe: Trams sind ökologischer und ökonomischer, Trams bleiben in den Städten nicht im Stau stecken, Trams bieten mehr Platz als Busse, und die Städte können so ihre CO2-Emissionen reduzieren. Damit Basel und Bern diesen Zielen näher kommen können, müssen sie ihre Tramprojekte rasch verwirklichen können. Ich bitte Sie daher im Namen der grünen Fraktion, diesen beiden Minderheitsanträgen zuzustimmen.
Als Bernerin möchte ich kurz etwas zum Tram Nummer 9 nach Kleinwabern sagen. Ich bin davon überzeugt, dass wir das Projekt des Ausbaus dieser Tramlinie nicht auf die lange Bank schieben sollten, wie es der Bundesrat vorschlägt. Der Kanton Bern hat uns mitgeteilt, dass das BAV dieses Tramprojekt auf die A-Liste gesetzt hat. Für mich ist es unverständlich, dass das ARE und der Bundesrat dieser Einstufung des Bundesamtes für Verkehr nicht gefolgt sind. Wenn wir die Tramlinie bis Kleinwabern verlängern, können wir das Gürbetal besser an den öffentlichen Verkehr anbinden und so die stark befahrene Strasse, die durch Kleinwabern führt, entlasten. Davon würden die Anwohnerinnen und Anwohner profitieren, denn heute fahren täglich 20 000 Autofahrerinnen und Autofahrer durch dieses Gebiet. Wenn wir die Tramlinie bis Kleinwabern verlängern, können die Leute auf den öffentlichen Verkehr umsteigen. Der Kanton geht in seinen Berechnungen davon aus, dass diese Tramlinie bereits heute von 5000 Leuten genutzt wird, und wenn wir wissen, dass in Kleinwabern ein Schwerpunkt für neue Wohnüberbauungen geplant ist, dann können wir abschätzen, dass diese Tramlinie sehr schnell von vielen Leuten genutzt würde.
Das Tram nach Kleinwabern ist aber auch Teil des Gesamtprojektes Tram Region Bern. Dieses Projekt dient auch der [PAGE 1415] Entlastung des Hauptbahnhofes Bern. Dies sollte auch im Interesse von vielen von Ihnen sein, die sich immer wieder durch den Hauptbahnhof Bern, der überlastet ist, kämpfen müssen.
Daher denke ich, dass auch Sie im Interesse einer gesamtheitlichen Politik diesen zwei Minderheitsanträgen zustimmen könnten.