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von Graffenried Alec · Nationalrat · 2010-09-29

von Graffenried Alec · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion · 2010-09-29

Wortprotokoll

Ich beginne mit einigen statistischen Angaben: Seit ich auf der Welt bin, hat sich die Zahl der Strassenmotorfahrzeuge in der Schweiz verfünffacht. 34 Prozent des ganzen Energieverbrauchs in der Schweiz sind auf den Verkehr zurückzuführen. Der Anteil des Strassenverkehrs am gesamten Erdölverbrauch in der Schweiz beträgt 60 Prozent. Im Vergleich mit unseren EU-Nachbarländern war der Treibstoffverbrauch der Personenwagen in der Schweiz 2004 mit 8,84 Litern pro 100 Kilometer am höchsten. Das war mit 7,14 Litern auch für die Neuwagenflotte der Fall. Der Zielwert der Zielvereinbarung der schweizerischen Automobilimporteure mit dem UVEK wäre 6,4 Liter gewesen. Entsprechend ist der Strassenverkehr heute für 98 Prozent der Treibhausgasemissionen aus dem Verkehr verantwortlich - ohne den internationalen Flugverkehr. Etwa 70 Prozent dieser CO2-Emissionen stammen aus dem Verkehr von Personenwagen.

Ich finde das Auto eine geniale Erfindung; die Automobilbranche ist auch eine unglaublich innovative Branche und ein wichtiger Treiber der Technologieinnovation. Nur schaffen wir es nicht, die Innovation in der Energieeffizienz auch auf die Senkung des tatsächlichen Treibstoffverbrauchs umzulegen. Die Fahrleistungen von Autos steigen ständig an. Die heute üblichen Zusatzausstattungen wie Klimaanlagen und Sicherheitseinrichtungen führen zu steigenden Fahrzeuggewichten, die den Treibstoffverbrauch zusätzlich erhöhen. Sie konsumieren damit die Innovationsgewinne in der Energieeffizienz. Es gibt zum Beispiel heute Autos, die über zwanzig Elektromotoren allein im Fahrersitz haben, um den Fahrersitz zu bewegen oder den Fahrer zu massieren. Dieses zusätzliche Fahrzeuggewicht indiziert den zusätzlichen Energieverbrauch. Neben dem Ressourcenverschleiss führt diese Entwicklung auch zu einem Anstieg der verkehrsbedingten CO2-Emissionen. Die technologische Innovation wird durch diese Entwicklung laufend aufgefangen und vernichtet.

Ein Beispiel dazu ist der VW Golf. Der VW Golf ist seit langer Zeit das meistverkaufte Auto in der Schweiz. Ein VW Golf wog 1974 noch 750 Kilogramm, ein VW Golf wiegt 2010 bis zu 1400 Kilogramm. Da sieht man das Problem. Das Fahrzeuggewicht ist der wichtigste Parameter für den Energieverbrauch. Es ist logisch, dass der Energieverbrauch bei diesem Gewicht praktisch verdoppelt wird.

Unsere Fahrzeugflotte ist heute nicht effizient. Einerseits erreichen auch moderne Motoren kaum eine Energieeffizienz von über 35 Prozent, und hinzu kommt, dass die effektive Nutzlast oft kaum 10 Prozent des Fahrzeuggewichts erreicht. Was will ich damit sagen? Das Erdöl wird zu Recht als das schwarze Gold bezeichnet. Es ist verantwortungslos, wie wir heute Erdöl verbrennen. Kommende Generationen werden uns zu Recht dafür verurteilen, wie nachlässig wir heute mit dem Erdöl umgehen, weil Erdöl z. B. für die petrochemische Industrie in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Ich finde es unerträglich, der Gedanke ist mir unerträglich, dass sich die Schweiz als modernes Land heute noch eine so schwere Fahrzeugflotte leistet. Ich verstehe nicht, warum wir technologisch mögliche Innovationen nicht vorantreiben. Die Offroader-Initiative wird die Innovation der Fahrzeuge genau in die erwünschte Richtung lenken und eine Leitplanke für die innovative Erneuerung unserer Fahrzeuge vorsehen.

Stimmen Sie daher der Initiative zu, bzw. unterstützen Sie zumindest einen griffigen Gegenvorschlag.