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Fetz Anita · Ständerat · 2010-09-20

Fetz Anita · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2010-09-20

Wortprotokoll

Ich bin nicht das erste Mal bei der Minderheit dabei, und ich habe Ihnen in diesem Zusammenhang auch schon geschildert, warum das so ist: weil ich tief überzeugt bin, dass diese Billigstmedizin bei Chronischkranken eben nicht zu einer optimalen Betreuung führen wird; ich kenne das aus meinem eigenen Bekanntenkreis. Wenn Chronischkranke ihr Medikament wechseln müssen, dann ist die Gefahr gross, weil die Generika eben nicht eins zu eins wirken, dass diese entweder nicht funktionieren oder dass es zu Unverträglichkeiten kommt.

Jetzt kann man sagen, dass es in der Freiheit des Arztes liegt, das zu entscheiden. Hier verstehe ich die Mehrheit eigentlich nicht. Entweder geht man vom Billigstprinzip aus und setzt es durch, oder man sagt: Therapiefreiheit gilt. Sie sagen, dass beides gelte. Wozu führt das in der Praxis? In der Praxis führt das dazu, dass jeder Arzt die Verschreibung von Originalpräparaten begründen muss, sonst werden die Kassen diese nicht bezahlen. Etwas anderes ist bis jetzt noch nie irgendwo gesagt worden. Wenn es so ist - und es ist so -, dann wird das zu einem gewaltigen administrativen Aufwand führen. Dann haben Sie die erhoffte Kosteneinsparung - bis jetzt ist sie ja noch nicht erwiesen - gleich wieder zunichte gemacht, weil sich das bei den Ärzten als administrativer Aufwand herausstellt.

Deshalb bitte ich Sie, der Minderheit zuzustimmen und damit auch gleichzeitig die Differenz zum Nationalrat zu beseitigen.