Wobmann Walter · Nationalrat · 2010-12-07
Wobmann Walter · Nationalrat · Solothurn · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2010-12-07
Wortprotokoll
In der Debatte in der Kommission habe ich diesen Antrag als eine Schnapsidee bezeichnet, und das ist er auch. Ich sage Ihnen auch, warum. Kollege Girod, nach welchen Kriterien wollen Sie festlegen, was gefährlich ist und was nicht? Was sind gefährliche Fahrzeuge? Das ist gar nicht zu definieren, und ich meine, es werden doch schon heute keine gefährlichen Fahrzeuge zugelassen. Die Fahrzeuge können nicht gefährlich sein, aber die Fahrer. Es gibt gefährliche Fahrzeuglenker, aber das ist ein ganz anderes Thema. Ich habe noch nie gesehen, dass ein Auto von sich aus fährt und einen Unfall verursacht. Es ist wirklich absurd, was hier vorhin von Kollege Girod geäussert wurde.
Abgesehen davon heisst es, grosse Fahrzeuge seien gefährlicher. Das stimmt so einfach nicht. Es kommt darauf an, wie der Unfall jeweils passiert. Dann ist nämlich das grosse Fahrzeug sicherer als das kleine, das ist ja eigentlich fast logisch. Es ist schon komisch, dass es so viele Länder gibt, in denen sich viel mehr tödliche Unfälle mit Fussgängern, mit Velofahrern ereignen als in der Schweiz, und zwar in südlichen Ländern, die mehr kleinere Autos haben als die Schweiz. Die Schweiz hat ja scheinbar so viele grosse Autos, habe ich jetzt immer gehört, aber komischerweise haben wir bedeutend weniger schwere Unfälle als andere Länder. Das muss man sich schon mal vor Augen führen.
Zu einem weiteren Punkt: Die Schweiz hat keine Autoindustrie. Wir können, so gesehen, gar keinen Einfluss auf die Bauweise der Fahrzeuge nehmen. Sie glauben ja wahrscheinlich kaum, dass die grossen Autowerke wegen ein paar Hundert oder ein paar wenigen Tausend Fahrzeugen, die in die Schweiz ausgeführt werden, irgendwelche Sondervorschriften respektive Sonderbauweisen entwickeln. Das ist natürlich absolut illusorisch.
Ich bitte Sie darum, diesen wirklich praxisfremden Antrag deutlich abzulehnen.