AB 115210
Egerszegi-Obrist Christine · Ständerat · Aargau · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2010-12-15
Wortprotokoll
Ich könnte jedes Wort von Kollege Stähelin unterstützen, wenn wir jetzt hier nicht eine Änderung des Systems machen würden.
Wenn wir integrierte Versorgungsnetze haben, bei denen der Arzt oder der Leiter dieses Netzes die Budgetverantwortung hat, dann ist es mir an und für sich weniger wichtig, dass nur die Medikamente auf der Liste der Pflichtleistungen zum Zuge kommen. Wenn ein Patient zum Beispiel auf Alternativmedizin anspricht und der Arzt die Verantwortung für das Budget hat, ist es doch gut und richtig, wenn diese Möglichkeit offensteht. Ich möchte betonen, dass es hier nicht um Hallenbad-Abos oder solchen Schnickschnack geht; es geht auch nicht um Wellnessbehandlungen oder um Abos für Fitnessstudios. Es geht vielmehr um Alternativmedizin, es geht aber auch um präventive Massnahmen, zum Beispiel um Massnahmen zur Vermeidung von Sekundärinfektionen. Prävention wird von den WZW-Kriterien grundsätzlich nicht erfasst. Der Arzt, der die Verantwortung für die Behandlung des Patienten hat, hat doch ein Interesse daran, dass er möglichst schnell gesund wird; wir haben unsererseits ein Interesse daran, dass es effizient, kostengünstig geht, dass man Doppelspurigkeiten vermeiden kann.
Gerade auch im Sinne der Attraktivität dieser Netze - wir möchten ja im Zusammenhang mit dieser Änderung 60 Prozent der Patientinnen und Patienten auf diesen Weg bringen - bitte ich Sie, hier dem Beschluss des Nationalrates zuzustimmen. Diese Formulierung ist nämlich, finde ich, gelungen. Wir sind dieser Formulierung ja auch in der Kommission mit grosser Mehrheit gefolgt. Ich bitte Sie, dasselbe zu tun.