Miesch Christian · Nationalrat · 2011-03-17
Miesch Christian · Nationalrat · Basel-Landschaft · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2011-03-17
Wortprotokoll
Wenn man einen Blick in den Saal wirft, stimmt es tatsächlich: Arbeiten macht müde. Folgerichtig verlangt die Linke mehr Ferien. Vergleicht man unsere Ferienregelungen mit jenen im nahen Ausland, dann sind wir tatsächlich im Verzug. Mit dieser Ferienregelung können wir unmöglich den Kapitalismus überwinden. Es gibt viele Länder in unserer näheren Umgebung, die leben im Paradies, dort herrschen paradiesische Zustände, und es ist höchste Zeit, dass das bei uns auch eintritt. Griechenland ist das Beispiel eines solchen Landes: Dort gibt es sicher mehr als 6 Wochen Ferien, Pensionierungen ab fünfzig Jahren, die 32-Stundenwoche und Beamte, die nicht arbeiten, aber trotzdem auf der Lohnliste stehen. Zudem wird alles subventioniert. Es ist wirklich ein Paradies. Deutschland hat das Umgekehrte getan: Es hat die Arbeitszeit von 35 auf 40 Stunden erhöht. Und siehe da: Was ist passiert? Die Arbeitslosigkeit geht zurück. Zur gleichen Zeit leiden wir unter der Frankenstärke oder Euroschwäche, ein zusätzliches, riesiges Problem für unsere Industrie.
Die Ferienregelung gehört nicht in die Verfassung, sondern folgerichtig in die Gesamtarbeitsverträge oder in Branchenverträge. Je nach Branche ist doch die Arbeitsbelastung unterschiedlich hoch, und es ist auch ein Unterschied, ob man auf dem Bau krampfen muss oder teilzeitlich hier im Saal beschäftigt ist; da gibt es einen grossen Unterschied. [PAGE 493]
Ich nutze meine Redezeit bewusst nicht aus, damit wir möglichst schnell wieder unserer Arbeit nachgehen können. Aber diese unnötige und gefährliche Initiative lehne ich im Gegensatz zu Kollegin Kiener Nellen aus Überzeugung zusammen mit dem Schweizervolk ab.