Fetz Anita · Ständerat · 2011-03-15
Fetz Anita · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2011-03-15
Wortprotokoll
Der Mehrheitssprecher hat es gesagt: In Bezug auf den Stellenwert des Sportunterrichts an den Schulen sind wir uns einig. Praktisch ist es aber so, dass in mehreren Kantonen aufgrund von Sparmassnahmen Turnstunden gestrichen worden sind. Praktisch ist es auch so, dass wir heute einen akuten Bewegungsmangel der Jugendlichen feststellen. Bereits gibt es Zahlen, dass etwa ein Drittel von ihnen zu Übergewicht neigt. Es besteht also Handlungsbedarf, und wir investieren Millionen in den Präventionsbereich, um gegen diesen Bewegungsmangel von Jugendlichen vorzugehen. Also ist es doch nur kohärent und richtig, dass wir die drei obligatorischen Sportstunden verteidigen.
Ein weiterer Grund, der für den Antrag der Minderheit spricht, ist, dass es hier nicht um eine neue Kompetenzverschiebung zugunsten der Kantone geht. Der Kommissionssprecher hat es gesagt: Schon heute ist es so, dass der Bundesrat hier die Kompetenz hat, und die drei Sportstunden sind auch in einer Verordnung geregelt. Der Kommissionssprecher hat auch gesagt, dass es die beiden Gutachten gibt. Das Gutachten Biaggini sagt, der Minderheitsantrag sei mit der neuen Bildungsverfassung kompatibel. Wenn es zwei unterschiedliche Gutachten gibt, dann ist es klar: Dann muss man politisch entscheiden, und ich entscheide mich politisch für die vernünftige Lösung, damit das Obligatorium von drei Sportstunden gesichert wird und nicht kantonalen Sparmassnahmen unterworfen wird.
Ein letzter Punkt: Nicht alle Kantone sind für die Abschaffung des Sportobligatoriums. Einige wehren sich explizit dagegen, dass jetzt eine Systemänderung vollzogen werden soll und neu die Kantone allein für den Sportunterricht zuständig sein sollen.
Noch ein PS in Bezug auf die Kongruenz: Wir überlassen die kongruente Detailabgleichung gerne der Redaktionskommission und der Einigungskonferenz.