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Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2011-04-12

Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2011-04-12

Wortprotokoll

Heute ist zum Glück viel Wissen da über Krankheiten, über Unfallursachen, über Gefahren, beispielsweise bei Lebensmitteln. Gewisse Krankheiten und Unfälle könnten bei entsprechendem Wissen und Verhalten minimiert, teilweise sogar verhindert werden. Die Aufklärung in diesem Bereich ist also wichtig und muss immer wieder, kontinuierlich durchgeführt werden; einmal reicht leider nicht, ganz gemäss dem Sprichwort "Steter Tropfen höhlt den Stein".

Die Gesundheit ist eines der höchsten Güter, die Menschen haben; sie ist wichtig für die Gesellschaft und auch für den Staat. Je gesünder ein Mensch ist, desto angenehmer ist dies für ihn und desto zufriedener ist er auch. Damit entstehen auch weniger Kosten - einerseits für das Individuum, anderseits aber auch für den Staat. Es ist also im ureigenen Interesse eines Staates, möglichst viel Prävention betreiben zu können, weil ihn das am Schluss billiger zu stehen kommt. Die Krankheitskosten, vor allem die Kosten der chronischen Krankheiten, sind nämlich wesentlich höher als all die Aufwendungen, die wir für die Prävention machen. Es ist deshalb auch sinnvoll, wenn sogenannte Dienstleistungen - Angebote, Beratungen, Know-how usw. - verkauft werden bzw. wenn Akquisition betrieben wird. Wer Geld hat, soll diese Leistung selbstverständlich zu kostendeckenden Tarifen bezahlen. Das gilt beispielsweise für ein Präventionskonzept oder -programm in einem Grossunternehmen. Wer kein Geld hat, soll trotzdem die Möglichkeit haben, Leistungen von der Stiftung zu beziehen. Es braucht insofern also finanzkraftabhängige Tarife, damit mit Prävention nicht noch Geld gescheffelt, sondern wirklich nur reine Prävention betrieben wird.

Die Präventionsprojekte werden idealerweise vor Ort zusammen mit Leuten durchgeführt. Ein Beispiel: Es kommt ein kleiner Sportverband, der im Alkoholbereich Prävention betreiben möchte. Es ist ja bekannt: Nach den Turnveranstaltungen wird immer wieder mal getrunken, nicht immer nur wenig. Alkoholprävention ist also oft nötig. Dieser kleine Sportverband braucht nun Unterstützung und ruft die Stiftung an, hat aber zu wenig Geld, um kostendeckende Tarife bezahlen zu können. Es soll trotzdem möglich sein, dass dieser Sportverband unterstützt wird, eine Beratung erhält und zusammen mit der Stiftung ein Projekt machen kann. Der Verlust, zu dem es dadurch zwischenzeitlich kommt, fällt weniger ins Gewicht als nachher die Kosten für die Behandlung von Krankheiten.

Weil die Chronifizierung von Krankheiten das Teuerste ist, bitte ich Sie, der Minderheit zuzustimmen, sodass im Sinne der Gesundheit und der Früherkennung auch Aufträge ausgeführt werden können, die nicht kostendeckend sind.