Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2011-04-12
Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2011-04-12
Wortprotokoll
Wir sprechen hier von einem wichtigen Ansatz, sollen doch die Kantone schauen, dass die ganze Bevölkerung zu den verschiedenen Programmen in Prävention, Gesundheitsförderung und Früherkennung Zugang hat. Das soll selbstverständlich - wir haben vorher gute Ausführungen dazu gehört - zielgruppenspezifisch sein, auch angepasst an die Bedürfnisse und Lebenssituationen. Es wird aus verschiedensten Studien klar, dass Prävention dann am wirksamsten ist, wenn sie an die Zielgruppe angepasst ist, sei das im Bereich Werbung oder in Programmen und Workshops. Es ist ja relativ einleuchtend, dass die Gruppen verschieden sind. So spricht Frauen anderes an als Männer, so spricht Kinder anderes an als Erwachsene.
Speziell wichtig ist es, auch bei den Kindern zu schauen, dass sie Zugang zu Präventionsprogrammen haben, dass sie die Möglichkeit haben, ihre Kompetenz im Umgang mit der Gesundheit zu verbessern, dass sie wissen, wie ein Kind gesund leben kann. Die Früherkennung ist da am effektivsten. Je früher man beginnen kann, umso grösser sind die Erfolgschancen, vor allem auch die der Schulgesundheitsdienste. Damit wird gewährleistet, dass alle Kinder die Möglichkeit zu einer Untersuchung haben, weil eben nicht alle Eltern einfach gehen, gerade vielleicht aus Kostengründen, wenn die Leute aus ärmeren Verhältnissen stammen. Es wird oft gewartet, bis es ganz dringend ist, statt dass die Kinder vorher geschickt werden.
Was hier verlangt wird, ist auch im Sinn unserer Bundesverfassung und im Sinn der Kinderrechtskonvention, die wir unterzeichnet haben, wonach der Staat verpflichtet ist zu schauen, dass eine gute, gesunde Entwicklung aller Kinder möglich ist - egal, welches Budget die Familien haben. Dies dient als Unterstützung der Eltern, die vielleicht nicht alle Kosten selbst tragen können. Unter anderem mit diesem Absatz werden die Schulgesundheitsdienste gewährleistet. Alle Kinder sollen die gleichen Entwicklungschancen haben, denn sie können ja nichts dafür, wenn ihre Eltern einen Teil der Kosten nicht übernehmen können; sie tragen dann aber die Folgen.
Schulgesundheitsdienste sind auch gut für die Früherkennung. Sie sind sehr kostensparend, da eben beispielsweise eine Krankheit oder eine Fehlentwicklung früh erkannt werden kann und damit wiederum mehr Handlungsmöglichkeiten gegeben sind.
Ich bitte Sie deshalb, dem Antrag der Kommissionsmehrheit zuzustimmen und diese Streichung abzulehnen.