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Wobmann Walter · Nationalrat · 2011-05-30

Wobmann Walter · Nationalrat · Solothurn · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2011-05-30

Wortprotokoll

Ich lege Ihnen zuerst meine Interessenbindung offen: Ich bin Zentralpräsident der Föderation der Motorradfahrer der Schweiz (FMS). Unser Verband ist dem Weltverband, der FIM, angeschlossen und ist auch Mitglied von Swiss Olympic. Wir haben also in der Schweiz in diesem Bereich die Sporthoheit und sind auch für Motorradtourismus und Verkehrssicherheit zuständig. Die FMS ist die Dachorganisation von rund 160 Motorradclubs und von vielen Tausend Einzelmitgliedern.

Ich verlange mit meiner Initiative, dass in Artikel 52 Absatz 1 des Strassenverkehrsgesetzes das Verbot von öffentlichen Rundstreckenrennen mit Motorfahrzeugen aufgehoben wird. Dieses Verbot wurde ja bekanntlich als Folge des schweren Unfalls von Le Mans im Jahre 1955 in der Schweiz erlassen. Seit dieser Zeit hat sich aber sehr viel verändert. Mit diesem Unfall ist das Sicherheitsdenken im Motorsport zum ersten Mal richtig erwacht. Vor allem im Bereich der Zuschauer wurde sehr viel gemacht. Der zweite Schritt geschah dann in den Siebzigerjahren im Bereich Rennfahrer und Fahrzeuge.

Heute werden die meisten Rennen auf permanenten Rennstrecken ausgetragen, also nicht mehr auf öffentlichen Strassen, wie das früher einmal der Fall war. Die Formulierung in Artikel 52 bezieht sich ja bekanntlich auf öffentliche Strassen und nicht ausdrücklich auf spezielle Anlagen. Wir haben also eine ganz andere Situation als vor 56 Jahren. Die Fahrzeuge, die Ausrüstung, die Ausbildung der Sportler haben ein enorm hohes Sicherheitsniveau erreicht. Auf einer heutigen, modernen Rennstrecke fühlt man sich oft sicherer als im normalen Strassenverkehr. Geschwindigkeit als solche muss gar nicht gefährlich sein, wenn man am richtigen Ort ist und entsprechend damit umgehen kann.

Weiter bedeutet das Verbot natürlich auch die Diskriminierung einer ganzen Sportart. Unser Land hatte immer schon und hat auch heute wieder sehr viele erfolgreiche Spitzensportler im Motorsport. Hunderttausende schauen sich die Fernsehübertragungen jeweils an. Die Schweizermeisterschaften im Auto- und Motorradbereich müssen wegen des Verbots im Ausland durchgeführt werden. Eigentlich ist das unseres Landes, unserer Schweiz, unwürdig. Zudem gehen jährlich Tausende von Auto- und Motorradfahrern auf ausländische Rennstrecken. Es gibt viele Firmen, die solche Reisen organisieren; es gibt Hunderte solcher Anlässe für die Auto- und Motorradfahrer.

Der Motorsport ist und bleibt faszinierend. Es ist die Kombination von Mensch, Technik, Wettbewerb, Emotionen und Spektakel, die das Ganze einmalig macht. Wahrscheinlich auch aus diesen Gründen wurde eine Petition zur Aufhebung des Verbots von Rundstreckenrennen in kurzer Zeit von über 70 000 Leuten in der Schweiz unterschrieben. Mit der vorliegenden Initiative verlangen wir nur die Aufhebung des völlig überholten Verbots von Rundstreckenrennen. Allfällige Bewilligungen für Projekte oder Veranstaltungen müssen nachher sowieso von den Kantonen erteilt werden. Das ist auch bei den übrigen Motorsportanlässen, wie bei allen anderen Sportveranstaltungen, heute schon der Fall.

Sie sehen also, aus sportlicher, wirtschaftlicher, technologischer und ökologischer Sicht und auch aus Sicht der Verkehrssicherheit muss dieses wirklich überflüssige Verbot endlich aufgehoben werden. Ich bitte Sie daher, der parlamentarischen Initiative Folge zu geben.

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