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Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · 2011-06-07

Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2011-06-07

Wortprotokoll

Aufgrund der meteorologischen Situation weist die Vegetation in diesem Jahr einen markanten Vorsprung auf. Dadurch haben sich Insekten wie Tagfalter und Heuschrecken tendenziell schneller entwickelt als in anderen Jahren. Die warme Witterung wirkt sich hingegen nicht auf das Brutverhalten der am Boden brütenden Vögel aus, da diese nicht früher als üblich aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt sind. Dasselbe gilt für Rehe und Hasen, deren Fortpflanzungsverhalten nicht durch die Trockenheit beeinflusst ist. In einzelnen Regionen der Schweiz ist die Futtersituation aufgrund der geringen Niederschläge prekär; dies betrifft insbesondere Gebiete am Jurasüdfuss und vereinzelt weitere Teile des Mittellandes. In anderen Regionen, beispielsweise in den Voralpengebieten und in der Ostschweiz, stellt sich das Problem nicht oder in deutlich geringerem Umfang.

Eine generelle Vorverschiebung des Schnittzeitpunktes ist demnach aus biologischer Sicht nicht zielführend und aus Sicht der Futtersituation aufgrund der sehr unterschiedlichen Situationen nicht gerechtfertigt. Eine Änderung der Direktzahlungsverordnung ist deshalb nicht vorgesehen. Gemäss Artikel 70a dieser Verordnung besteht allerdings die Möglichkeit, im Falle höherer Gewalt Ausnahmen vorzusehen. Die hauptbetroffenen Kantone haben die Landwirte entsprechend informiert, dass sie eine Vorverlegung des Schnittzeitpunktes beantragen können. Ein pragmatisches Vorgehen wurde dabei zugesichert.