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Hess Hans · Ständerat · 2011-06-16

Hess Hans · Ständerat · Obwalden · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2011-06-16

Wortprotokoll

Meine Interessenbindung ist bei diesem Geschäft die gleiche wie beim letzten.

Der Rohstoff Holz aus der nachwachsenden Ressource Wald hat, wie ich an diesem Ort schon öfter ausführen durfte, unschätzbare Vorteile als Lösungsanbieter bei einem Strauss von Zukunftsthemen, mit welchen wir uns in absehbarer Zeit wieder auseinandersetzen werden. Wir wollen weniger Energieverbrauch und mehr Energieeffizienz, und wir wollen die Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen erhöhen. Kein anderer Stoff ist derart prädestiniert, dabei in jeder Hinsicht einen gewichtigen Beitrag zu leisten: Holz braucht wenig graue Energie zur Bereitstellung und eignet sich hervorragend für den Bau von energieeffizienten Gebäuden; es speichert CO2 und ist am Ende seiner Lebensdauer erst noch als Energieträger nutzbar.

All diese Leistungen erbringt nur das tatsächlich abgeführte und genutzte Holz. Wir alle sind uns bewusst, dass die besten Leistungen aus dem in der Schweiz unter Berücksichtigung sehr hoher Nachhaltigkeitsansprüche bewirtschafteten Wald stammen. Das hochwertige, nutzbare Holz stammt eben gerade nicht aus Waldreservaten. Frau Diener hat darauf hingewiesen, dass unter anderem die fehlende Walderschliessung an der schlechten Nutzung Schuld sei. Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung sagen, dass überall dort, wo wir die Walderschliessung verbessern wollen, von den versammelten Naturschutzorganisationen Einsprachen eingereicht werden. Man verhindert also die Verbesserung der Erschliessung, um die Nutzung zu erschweren.

Ich darf das hier sagen, denn der Inhalt der Motion bringt auch ein Unbehagen der Holzwirtschaft gegenüber den schleichend zunehmenden Nutzungseinschränkungen zum Ausdruck. Neue Flächen für Waldreservate sowie die boomende Erholungsnutzung im gut zugänglichen Mittellandwald haben ein Ausmass angenommen, das Unbehagen auslöst.

Im berühmten Dreieck der Nachhaltigkeit - sozial, ökologisch, ökonomisch - ist heute die Wirtschaft das schwächste Bein. Das ökonomische Fundament muss zwingend gestärkt werden, wollen wir in Zukunft die Wirkungen des Holzes optimal zum Tragen bringen, ohne die Errungenschaften der heutigen Waldwirtschaft infrage zu stellen.

Ich empfehle Ihnen aus dieser Sicht, der Motion zuzustimmen. Ich verstehe sie als Auftrag an den Bund, bei der Weiterentwicklung des Schweizer Waldprogramms die wichtigen Beiträge, welche das Holz an die Lösung der anstehenden gesellschaftlichen Herausforderungen leisten kann, wieder stärker zu gewichten.