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Teuscher Franziska · Nationalrat · 2011-12-20

Teuscher Franziska · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion · 2011-12-20

Wortprotokoll

Über kaum eine Massnahme ist im Vorfeld der Debatte zu Via sicura so viel geschrieben und gestritten worden wie über das Obligatorium, beim Velofahren einen Helm zu tragen; sei dies nun bis zum Alter von 14 Jahren oder sei dies generell. Ja es ist fast ein Glaubenskrieg darüber ausgebrochen, ob Helmtragen eine sinnvolle Massnahme ist oder nicht.

Für die Grünen ist klar: Beim Velofahren einen Helm zu tragen ist eine sinnvolle Sache. Der Helm schützt den Kopf bei Unfällen und kann so schwere Kopfverletzungen verhindern. Insbesondere Kinderköpfe müssen geschützt werden, und von daher ist es nachvollziehbar, dass der Bundesrat ein Helmobligatorium für Kinder bis zum 14. Lebensjahr einführen will. Erleidet ein Kind einen Unfall, muss es sein ganzes Leben lang mit den Folgen dieses Unfalls leben, beispielsweise, wenn es eine Schädelverletzung hat, oder es muss die Konsequenzen eines Schädel-Hirn-Traumas tragen.

Trotzdem unterstützt die Mehrheit der grünen Fraktion das Helmobligatorium nicht, weder für Erwachsene noch für Kinder bis zum 14. Lebensjahr. Die Alterslimite von 14 Jahren scheint uns denkbar ungünstig zu sein. 14-Jährige wollen nicht mehr Kinder sein. Sie fühlen sich bestraft, wenn sie, in ihren Augen, wie ein kleines Kind behandelt werden und einen Helm tragen müssen. Erwachsensein heisst eben, dass es erlaubt ist, ohne Helm auf der Strasse unterwegs zu sein, und welcher Jugendliche will im Alter von 14 Jahren nicht erwachsen sein? Zudem wäre der Vollzug dieser Alterslimite für die Polizei äusserst schwierig, denn es ist für die Polizei kaum zu unterscheiden, ob ein Jugendlicher oder eine junge Frau 12, 13, 14 oder 15 Jahre alt ist. Es sind also auch die Schwierigkeiten beim Vollzug, die die grüne Fraktion veranlassen, ein Obligatorium für Kinder bis zum 14. Altersjahr nicht zu unterstützen.

Ein weiteres Argument spricht gegen das Obligatorium des Helmtragens: Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass zumindest bei der Einführung des Helmobligatoriums das Fahrradfahren allenfalls an Attraktivität verlieren könnte, was sehr schade wäre, denn wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, der ist auch sehr umweltfreundlich unterwegs.

"Der Kluge schützt seinen Kopf" muss unser Ziel sein. Gestern wurde hier im Zusammenhang mit den Massnahmen von Via sicura viel von Selbstverantwortung gesprochen. Auf diese pocht nun die grüne Fraktion bei dieser Massnahme. Mit gezielten Kampagnen sollen Kinder und Erwachsene ermuntert werden, beim Velofahren einen Helm zu tragen. Hauptzielgruppe müssen aus Sicht der Grünen die Kinder sein: Sie sollen möglichst früh lernen, dass das Helmtragen auch cool sein kann - und dann werden sie hoffentlich als Jugendliche und Erwachsene im Interesse ihrer Sicherheit weiterhin beim Helm bleiben.

Ich bitte Sie also, hier der Mehrheit zu folgen.