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Romano Marco · Nationalrat · 2011-12-22

Romano Marco · Nationalrat · Tessin · Fraktion CVP-EVP · 2011-12-22

Wortprotokoll

Im April 2006 hat sich das Tessin als erster Kanton für eine rauchfreie Gastronomie ausgesprochen. 79 Prozent - nicht 51 - der Tessinerinnen und Tessiner haben damals Ja zu einer Regelung gesagt, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor dem gesundheitsschädigenden Passivrauchen schützt. Seit April 2007 wird die Regelung im Tessin erfolgreich umgesetzt und von der Bevölkerung sehr geschätzt. Zahlreich waren die Stimmen, welche einem funktionierenden Rauchverbot in der Tessiner Gastronomie wenig Chancen voraussagten. Doch sie irrten sich. Denn im Tessin bewahrheitete sich, was sich davor bereits in Italien, Frankreich und zahlreichen weiteren europäischen Ländern gezeigt hatte: Die grosse Mehrheit der Bevölkerung geniesst es, in Restaurants, Bars und im Ausgang nicht mehr verraucht zu werden. Gerade wir Jungen haben uns daran gewöhnt, für eine Zigarette kurz ins Freie zu gehen. Es ist selbstverständlich geworden, dass Haare und Kleider nach einem Abend im Ausgang nicht mehr nach Rauch stinken, Hals und Nase nicht mehr kratzen und keine Rauchschwaden mehr die Tanzfläche vernebeln. Für uns sind die rauchfreien Lokale zur Norm geworden und werfen in der öffentlichen Debatte sowie im privaten Kreise kaum je Fragen auf.

Die Regelung gegen das Passivrauchen funktioniert im Tessin bestens und schützt die Serviceangestellten vor den gesundheitlichen Risiken, welche vom Tabakrauch in der Umgebungsluft ausgehen. Die positiven Erfahrungen im Kanton Tessin machen deutlich, dass ein umfassender Schutz vor Passivrauchen für die ganze Schweiz gelten sollte. Es macht schlicht keinen Sinn mehr, wenn jeder Kanton ein anderes Rauchverbot hat. Das Bundesgesetz mit seinen Lücken ist jedoch für einen Kanton wie das Tessin keine Alternative, denn wir wollen nicht zurückkrebsen und wieder Raucherlokale zulassen. Für mich ist es deswegen selbstverständlich, dass ich mich für die Initiative zum Schutz vor Passivrauchen und somit für eine schweizweit einheitliche Regelung einsetze. Ich bin überzeugt, dass ich hier für viele junge Schweizerinnen und Schweizer spreche, die sich an die rauchfreie Gastronomie gewöhnt haben und diese auch schätzen. Eine Ablehnung der Volksinitiative wäre in meinen und in den Augen vieler junger Leute ein unverständlicher Rückschritt.