Fehr Jacqueline · Nationalrat · 2012-03-07
Fehr Jacqueline · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2012-03-07
Wortprotokoll
Wissen Sie, Herr Freysinger, ich habe den starken Verdacht, wenn ich auf die letzten zwanzig Jahre zurückschaue, dass die Häufigkeit, die Art, die Orte des Konsums weit weniger mit unserer gesetzlichen Regulierung zu tun haben, als es uns lieb ist. Das Gesetz ist in diesem Bereich - Sie wissen es so gut wie ich - sehr stumpf. Wenn wir da das Gefühl haben, weil es im Gesetz stehe, hätten wir Einfluss auf diesen Konsum, insbesondere auch jenen der Jugendlichen, dann machen wir uns etwas vor und sind nicht sehr glaubwürdig.
Ich kann Ihnen sonst einmal die Übersicht dazu geben, wie das heutige Regime in der Schweiz ist, und Sie werden sehen: Dort, wo härter bestraft wird, wird deswegen nicht weniger konsumiert; dort, wo weniger hart bestraft wird, wird nicht mehr konsumiert; dort, wo an den Landesgrenzen härter bestraft wird, hemmt es den Tourismus nicht. Gar nichts hat mit gar nichts zu tun. Es ist zwar schwierig, sich als Politiker das einzugestehen, aber die Realität sollte uns da Massstab sein.